Dokument 
Mineralische Kohle : (Gruppe I, Section 1) ; Bericht / von J. Pechar, A. Peez
Entstehung
Seite
77
Einzelbild herunterladen

Mineralifche Kohle.

77

Was die Sortenbildung anbelangt, fo mufs hervorgehoben werden, dafs der Stückkohlenfall bei den Back- und Gaskohlen ein verhältnifsmäfsig fehr gerin­ger ift. Früher unterfchied man allgemein nur zwei Sorten: Melirte Kohlen und Gries; gegenwärtig werden auf den gröfseren Zechen mittelft zweckmäfsiger Sepa­rationsvorrichtungen drei, auch vier Sorten gebildet. Auf Stückkohlen entfallen hiebei 10 bis 50 Percent, auf Nufskohlen 20 bis 40 Percent, auf Grubenklein ( Gries) 70 bis 10 Percent.

Obwohl mit dem Steinkohlengebirge der Ruhr im Zufammenhange ftehend, unterfcheiden fich die in nördlicher Richtung am Teutoburger Walde gelegenen kleinen Steinkohlenablagerungen: von Ibbenbüren, von Osnabrück und Borgloh in Bezug auf das Vorkommen von Kohle und deren Eigenfchaften doch wefentlich von dem Ruhr- Baffin.

-

Das Revier von Ibbenbüren, einen Flächenraum von I Quadratmeile 5.754 Hektaren einnehmend, befitzt 9 bekannte Flöze, welche jedoch durch viele grofse und unzählige kleinere, meift fteil einfallende Verwerfungen geftört find. Die Mächtigkeit der Flöze differirt zwifchen 3 und 158 Zoll= 7.9 Centimetern und 4 161 Meter; die des wichtigften beträgt 36 bis 40 Zoll= 949 bis 105 Centi­meter. Letzteres enthält theils Fett-, theils Magerkohle.

Bei Osnabrück erhebt fich die Kohlenablagerung in Geftalt eines fattel­artigen Berges, des Piesberges, aus den jüngeren Schichten heraus. Die Kohle des Piesberges ift ein fchöner Anthracit, auch die der unweit gelegenen Gruben von Borgloh und Oefede von guter Qualität.

Bei Minden tritt die Steinkohle in 3 Flözen auf, deren Länge- Erftreckung 31 Meilen= 26.55 Kilometer beträgt. Das unterfte Flöz von 10 bis 18 Zoll= 26 bis 47 Centimeter Mächtigkeit wird abgebaut und liefert theilweife Backkohle, theilweife anthracitifche und magere Kohle.

Die Eigenfchaften der Steinkohlen diefer drei kleinen Reviere find aus folgenden Analyfen( von Heintz, Brix, Hilkenkamp und Kempner) zu entnehmen. Chemifche Analyfen von Kohlen aus den Revieren von Ibben­büren, Osnabrück und Minden.

Grube

Flöz

Ort

Kohlenstoff

In 100 Gewichtstheilen

getrockneter Subftanz

Wafferftoff

Sauer- und

Stickſtoff

Afche

Nutzbare Verdampfungs­kraft für 1 Pfund der rohen Kohle.

Schafberg Alexander Ibbenbüren 82.2

416

4.53 9.29

6.34

99

Glücksberg Flottwell Piesberg( Hafeftollen) Osnabrück 90 396 1903 1726 6.042

77.25

4'02 8.14

10 59

7.18

6.95

27

( Lechtingen)

91141

Laura

Minden

2.076 0.000 6.807) 74.81 4.35 8.76 12.08

6.80

Wie bereits gefagt wurde, hat der Steinkohlenbergbau an der Ruhr, und zwar bei Dortmund und Effen, fchon im Anfange des Mittelalters begonnen, erhielt jedoch einen kräftigen Impuls erft durch die Schiffbarmachung der Ruhr, die um 6