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Mineralische Kohle : (Gruppe I, Section 1) ; Bericht / von J. Pechar, A. Peez
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J. Pechar, Dr. A. Peez.

Es wurden nämlich gefördert

im Jahre metrifche Tonnen

im Jahre metrifche Tonnen

1817

186.500

1862

2,137.741

1847

608.000

1863

2,252.557

1852

757-335

1864

2,660.748

1853

981.194

1865

2,946.652

1854

1,209.057

1866

3,065.450

1855

1,529.917

1867

3,238.800

1856

1,567.247

1868

3,338.400

1857

1,773.941

1869

3,444.895

1858

1,923.408

1870

2,734.319

1859

1,735.255

1871

3,263.058

1860

2,019.500

1872

4,222.234

1861

2,154.082

Es ift alfo die Förderung von 1817 bis 1872 um 2163 9 Percent, feit 1852 um 4575 Percent, feit 1862 um 97.5 Percent gewachfen. Der Geldwerth der Jahresförderung erhob fich von 1,700.701 Thaler im Jahre 1852 auf 5,498.147 Thaler im Jahre 1862, auf 10,038.031 Thaler im Jahre 1871 und auf 15,875.002 Thaler in 1872. Die Zahl der Arbeiter ftieg in den gleichen Perioden von 6.804 und 13.156 auf 20.418 während fich die der Gruben, wie faft überall, in den letzten Jahren etwas vermindert hat.

Zur Zeit ftehen in dem zu Preufsen gehörigen Theile des Beckens 15 Werke im Betrieb wovon indeffen eigentlich nur die neun fiscalifchen Gruben in Betracht kommen. In dem kleineren zu Bayern und Elfafs- Lothringen gehörigen Rayon gibt es etwa ebenfo viele Gruben; ihre Förderung beträgt aber nur fünf Percent der Gefammtproduction des Beckens. Die Zufammenfaffung faft des ganzen Kohlenbergbaues in der Hand des Staates, begründet manche eigen­thümlichen Erfcheinungen, manche unzweifelhaften Vorzüge für das Saarbaffin gegenüber anderen Bezirken. So find die Führung, die Mafsregeln des Abbaues geradezu muftergiltig, die Werke mit Allem ausgeftattet, was die Technik an Hilfsmitteln für die Montaninduftrie gefchaffen. In Folge deffen erreicht denn auch die Leiftungsfähigkeit der 9 fiscalifchen Gruben einen ungewöhnlich hohen Grad. Diefelbe betrug z. B. im Jahre 1873 durchſchnittlich 474.291 metr. Tonnen per Grube und ftieg bei der Grube Heinitz sogar auf 728.599 metr. Tonnen. Letzteres Werk befafs 1871 allein fchon 27 Dampfmafchinen mit 1324% Pferde­kräften, während die Zahl der Dampfmafchinen bei den Staatswerken zufammen im Jahre 1873 fich auf 215 belief mit 91594 Pferdekräften.

Ganz befonders aber bezüglich der Arbeiterverhältniffe ift der Umftand von Wichtigkeit, dafs der Staat die Gruben ausbeutet. Wie hier, ift wohl nirgends in Deutfchland für das geiftige und materielle Wohl der Bergleute geforgt durch gefunde Wohnungen, Schulen, Unterftützungscaffen, Confumvereine u. f. w. Und da auch die Löhne hoch ftehen, fo haben die focialiftifchen Beftrebungen des Arbeiterftandes an der Saar noch zu keinerlei Störungen oder Arbeitseinftellungen geführt. Bei der Wichtigkeit, welche in allen Ländern der alten und neuen Welt die Arbeiterfrage gewonnen hat, ift befonders intereffant, die Mafsregeln kennen zu lernen, welche die preuſsifche Staatsverwaltung zu Gunften ihrer Arbeiter in den Kohlenwerken getroffen hat.

Bei dem Saarbrücker Revier konnten fich diefelben am reichften entfalten. Nach einer dem Haufe der Abgeordneten vorgelegten Ueberficht über die Ver­waltung der fiscalifchen Bergwerke, Hütten und Salinen im preuſsifchen Staate im Jahre 1872") waren es hauptfächlich die folgenden:

* ,, Berggeift" vom 26. December 1873.