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Mineralische Kohle : (Gruppe I, Section 1) ; Bericht / von J. Pechar, A. Peez
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J. Pechar, Dr. A. Peez.

In dem Saarbrücker Bezirke beftehen gegenwärtig 10 folcher Schulen, welche im Jahre 1872 die durchſchnittliche Schülerzahl von 345 hatten. Der Befuch der Schulen und der Fleifs der Schüler iſt im Allgemeinen ein zufriedenftellender. An einzelnen Schulen find fogar recht gute Erfolge erzielt worden.

Für die weitere Bildung der jüngeren, wie der älteren Arbeiter beftehen auf den Staatswerken Bibliotheken und Lefezimmer. Die Lefezimmer werden zugleich zu anregenden Vorträgen benutzt, denen fich die technifchen Bergbeamten unterziehen.

Von gutem Erfolge für die Betheiligung der Arbeiter an dem Streben nach höherer Bildung hat fich die zu Saarbrücken ins Werk gefetzte Herausgabe einer billigen Wochenfchrift ,,, Der Bergmannsfreund", welche Auffätze belehrenden und unterhaltenden Inhalts für die Bergarbeiter bringt, erwiefen.

Zur Belebung des genoffenfchaftlichen Sinnes unter den Bergarbeitern be­fördert der Staat die Bildung von Vereinen mit gefelligen und mufikalifchen Zwecken. Zugleich gewährt derfelbe den Arbeitern auch das Gefühl der Zufam mengehörigkeit erhaltende Vergnügungen in den Knappfchaftsfeften, für welche befondere Fonds bewilligt find. In dem Saarbrücker Bezirke belaufen fich die durch die Knappfchaftsfefte den Werkscaffen erwachfenden Koften auf jährlich circa 15 000 Thlr.( 22.500 fl. ö. W.).

Durch die Einrichtung von Induſtrie- und Nähſchulen gewährt der Staat auch den weiblichen Mitgliedern der Arbeiterfamilien auf den Staatswerken Gelegenheit zur Erwerbung nützlicher Kenntniffe. In den 12 Induftriefchulen des Saarbrücker Bezirkes, welche im Jahre 1872 beftanden, wurden 282 Mädchen in der Anfertigung von Bekleidungsftücken, von Wäfche und in Näharbeiten für den häuslichen Bedarf unterrichtet. Die Koften derfelben betrugen 2968 Thlr. 20 Sgr. 8 Pf.

In den Kleinkinderfchulen, deren Einrichtung, wo das Bedürfnifs vorliegt, ebenfalls von den Werksverwaltungen unternommen wird, werden Kinder, deren Eltern den Tag über zur Arbeit vom Haufe abwefend find, unterrichtet und be­auffichtigt. In dem Saarbrücker Bezirke beftehen II folcher Schulen, welche im Jahre 1872 von nahezu 1300 Kindern befucht wurden. An Ausgaben erforderten diefelben 3913 Thlr. 29 Sgr. 6 Pf.

Sämmtliche fiscalifche Gruben ftehen unter der königlichen Bergwerks­direction in Saarbrücken, welche auch den Verkauf der Kohle nach den von ihr feftgefetzten Monatspreifen beforgt. Der Mangel einer Concurrenz im Reviere felbft, dann die verhältnifsmäfsig fehr bedeutenden Geftehungskoften der Kohle und endlich auch der Vorzug des Abfatzes in einem anderen Kohlengattungen nur fchwer zugänglichen weiten Gebiete bedingen im Ganzen hohe Preife. Die Selbftkoften betrugen für 1 Ctr.( o'05 metrifche Tonne)

im Jahre 1871 3.02 Sgr.

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1872 3.095

151 kr. = 15'5 kr.

Was die Grubenpreife betrifft, fo möge die folgende tabellarifche Ueber­ficht die nöthigen Auffchlüffe geben( Siehe Tabellen Seiten 96 und 97). Für Coke zahlte man im Spätherbfte 1873 20 Sgr. 1 fl. öfterr. Währ. Silber per Centner.

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Die Erzeugung von Coke hat feit Kurzem grofse Dimenfionen angenom­men, wenngleich die Saarkohle zur Vercokung fich nicht ganz gut eignet. Im Durchschnitte beträgt das Cokeausbringen jetzt 51 25 Percent Eingeführt ift die Cokeerzeugung im Saarbecken feit dem Jahre 1820; in gröfserem Mafsftabe wird fie aber erft feit 1842 betrieben. Die Cokeproduction der letzten Jahre war:

1869 1870

1871

1872

1873

377.454 metrifche Tonnen,

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269.657

39

290.612 423.402

29

6.

467.149

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