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Mineralische Kohle : (Gruppe I, Section 1) ; Bericht / von J. Pechar, A. Peez
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J. Pechar, Dr. A. Peez.

Theile des erzgebirgifchen Beckens bei Mariafchein- Karbitz 60 bis 70 Klafter ( 113 80 bis 132.75 Meter), bei Dux- Brüx 20 bis 36 Klafter( 37.93

bis

68.27 Meter), während die tiefften Schächte im letztgenannten Reviere bis zu 78 Klafter( 151 Meter) reichen, anderfeits aber auch ein Theil der Flöze( bei Dux, Oberleitensdorf und Falkenau) durch Tagbau, wie in einem Steinbruche, abgebaut wird. Aufserdem ift Tagbau möglich bei Břas an dem Ausgehenden des Pilfener Steinkohlenbeckens, fowie auch bei verfchiedenen Mulden des reichen Voitsberg- Köflacher Revieres( Lankowitz, Rofenthal, Schaflos etc.).

Die gröfste Flözmächtigkeit ift nachgewiefen in den Braunkohlenbecken des Schylthales und des Erzgebirges nämlich in dem erfteren bis 90 Fufs ( 28 45 Meter), in dem letzteren bis zu 96 Fufs( 30 34 Meter). Auch im Köflacher Reviere kommen fehr mächtige Flöze vor, nämlich bei Voitsberg bis 60 Fufs( 18.97 Meter), bei Rofenthal und Schaflos fogar bis 96 Fufs( 30 34 Meter). Für Hraftnigg ift eine Flözmächtigkeit von 54 Fufs( 17:07 Meter), für Leoben und Sagor eine folche von 30 Fufs( 9.48 Meter) nachgewiefen.

Weit geringer ift die Mächtigkeit der Steinkohlenflöze. Eine Stärke von 7 Fufs( 2.21 Meter) gehört hier fchon zu den Seltenheiten. Die meiſten Flöze dürften zwifchen 2 und 6 Fufs( 0.63 bis 190 Meter) wechfeln, und es wird eine folche Mächtigkeit wegen des leichteren Abbaues, welcher dann in der Regel eine Auszimmerung der Strecken nicht erfordert, oft einer viel gröfseren Flözftärke vorgezogen, deren reines Entkohlen doch nur in den feltenften Fällen möglich ift. Gleichwie die meiften öfterreichifchen Steinkohlenreviere in Bezug auf Mächtigkeit der Flöze hinter den englifchen, amerikanifchen und deutfchen zurück­ftehen, fo ift dasfelbe hinfichtlich der Regelmässigkeit der Flözlagerung der Fall. Das Pilfener Revier beſteht aus einer Anzahl getrennter Mulden, die einen nur wenig nachhaltigen Betrieb geftatten. Verwerfungen find faft in allen Revieren häufig, und ftarke Wafferzuflüffe und fchlagende Wetter vertheuern den Abbau in den meiften Gegenden, befonders aber im Oftrauer Reviere. Böfe Wetter find übri­gens dort am häufigften, wo die beftbackende Fettkohle gefunden wird.

Von Belang für den Werth der Kohle erfcheint deren Korngröfse. Am günftig­ften bei Steinkohlen ift der Stückfall im Becken von Jaworzno, wo 70 bis 80 Percent Stückkohle gewonnen werden; dann folgen Kladno mit 20 bis 60 Percent, Karwin und Orlau mit 50 Percent, Rakonitz mit 40 Percent, Pilsen mit 25 bis 50 Percent, Radnitz mit 35 Percent, Schatzlar mit 30, Ostrau mit 6 bis 46 und Roffitz mit 3 bis 44 Percent Stückkohle. Unter den Braunkohlen fteht Köflach- Voitsberg mit 85 bis 92 Percent Stückfall und Oberleitensdorf im erzgebirgifchen Reviere mit 80 bis 90 Percent an der Spitze; auch Falkenau hat 80 Percent Stückkohle. und 20 Percent Kleinkohle; ferner Karbitz- Mariafchein 68 Percent Grofskohle, 22 Percent Mittelkohle und 10 Percent Kleinkohle; Dux- Bilin 50 bis 60 Percent Stückkohle, Brüx 55 Percent, Sagor in Krain 55 Percent und Leoben in Steiermark 50 Percent Stückfall.

Was die Qualität betrifft, fo liegen zwar vielfache Analyfen der öfterreichi­fchen Kohlengattungen vor, doch beziehen fich diefelben wohl in noch höherem Grade, als bei alten Kohlenländern auf einzelne Fälle und können fchwerlich für den Durchfchnitt der Förderung eines Reviers gelten. Sehr zu beachten ift ferner, dafs der Werth einer Kohle durch den Zweck, dem fie dienen foll, beftimmt wird. Leichte Backfähigkeit, Gasgehalt oder geringer Afchengehalt können defshalb einer Kohle gröfseren Werth verleihen, auch wenn ihre Heizkraft eine mindere fein follte. Diefs vorausgefchickt, bemerken wir, dafs der gewöhnlichen Annahme zufolge einige ungarifche und mährifche Steinkohlengattungen( Steyerdorf- Anina, Fünfkirchen und Mährifch- Oftrau) hinfichtlich der Wärme- Entwicklung an der Spitze ftehen; dann folgen Karwin, Schatzlar und Nürfchan im Pilfener Reviere. In nachftehender Tabelle geben wir nach der ,, Claffification der foffilen Kohlen in Oefterreich" von Karl von Hauer einige Analyfen von Kohlen aus den wich­tigften Revieren.