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Das Hüttenwesen : (Gruppe I, Section 2 und 3) ; Bericht / von Franz Kupelwieser
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Das Hüttenwefen.

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langt, war es weit zweckmäfsiger, die Reihenfolge, welche in den Specialkatalogen. der einzelnen Länder angetroffen wurde, beizubehalten, anftatt die Reihenfolge des Hauptkataloges zu adoptiren.

Wenn der Bericht vielleicht nicht allen Anforderungen entspricht, in manchen Partien als unvollkommen bezeichnet werden kann, fo mögen diefe Mängel dem Berichterstatter nicht zur Laft gelegt werden, weil die Schwierig. keiten, mit welchen die Berichterstatter zu kämpfen hatten, in der That nicht unbedeutend waren. Abgefehen davon, dafs es bei diefer Ausftellung mehr als bei allen vorhergehenden an entſprechenden Auffchriften, an erläuternden Befchrei­bungen fehlte, fomit der Berichterstatter darauf angewiefen war, fich die nöthigen Daten von den Ausftellern felbft zu verfchaffen, wurden die Berichterstatter viel zu fpät von Seite der Generaldirection mit ihrer Miffion betraut, indem der Befchlufs, einen officiellen Bericht erftatten zu laffen, erft Ende Juli veröffentlicht wurde, zu einer Zeit, wo die Arbeiten der Beurtheilungscommiffion bereits abgefchloffen und viele von den Ausftellern und deren Vertreter nicht mehr in Wien waren. Auf diefe Weife wurde es den officiellen Berichterftattern ungemein fchwer, ja oft beinahe unmöglich, fich über einzelne Ausftellungsobjecte Daten zu verfchaffen. Es lag im Intereffe der Ausfteller, alle Daten der Beurtheilungscommiffion zur Verfügung zu ftellen, es liegt dem Ausfteller aber häufig fehr wenig daran, ob feiner Fabricate in dem officiellen Berichte gedacht wird oder nicht, ja es ift vielen Ausftellern erwünſcht, wenn in einem derartigen Berichte fo wenig als mög­lich über ihre Fabricate gefprochen wird, weil fie der Gefahr, dafs ihre Fabriks­geheimniffe verrathen werden, entgehen.

Aber auch die Ausstellungscommiffionen mancher Länder waren auffallend zurückhaltend und fanden es häufig nicht der Mühe werth, fchriftliche Anfragen, die defshalb nothwendig wurden, weil die betreffenden Ausfteller beinahe nie auf­zufinden waren, zu beantworten.

Die von den Ausftellern ausgefüllten und der Generaldirection eingefandten Fragebögen zu benützen, war lange Zeit ganz unmöglich, da fie unzugänglich waren, während es fpäter viel zu umftändlich und zeitraubend war, fich diefelben zu verfchaffen, ja diefe oft gar nicht zu finden waren.

Unter diefen Umständen mögen es jene P. T. Ausfteller, die eine eingehen­dere Befprechung ihrer Objecte gewünſcht hätten, vergeben, wenn diefs nicht in entſprechender Ausdehnung erfolgt.

Wäre die Ernennung der officiellen Berichterstatter gleichzeitig mit der Ernennung der Mitglieder der Beurtheilungscommiffion erfolgt, wäre es denfelben ermöglicht worden, wie es in der Abficht der Redaction lag, fich der Beurtheilungs­commiffion anzufchliefsen, fo wäre die Zeit der Ausfteller nur einmal in Anfpruch genommen, den Berichterstattern die Arbeit wefentlich erleichtert worden und der Bericht hätte die Vollständigkeit erhalten können, welche überall wünſchens­

werth ift.

So mögen die Daten, wie fie unter den eben angeführten Umftänden gefammelt werden konnten, hingenommen und beurtheilt werden.

Nordamerika.

Ungeachtet der enormen Reichthümer an Erzen und Kohlen, über welche Nordamerika verfügt, ungeachtet des grofsen Auffchwunges, welchen die Eifen­induftrie feit Beginn diefes Jahrhunderts dafelbft genommen hat, war diefelbe auf der Ausftellung in verhältnifsmäfsig fehr untergeordneter Weife vertreten. Häufig fehlte es an entſprechenden Notizen über die ausgeftellten Gegenftände, fowie an Repräfentanten, welche Auskunft über diefelben zu geben im Stande waren, wodurch das Wenige, was ausgeftellt war, noch werthlofer wurde.

Dafs die Vereinigten Staaten von Nordamerika in den letzten Jahren unge­meine Fortfchritte in der Erzeugung von Eifen machten, kann aus folgender im

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