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Das Hüttenwesen : (Gruppe I, Section 2 und 3) ; Bericht / von Franz Kupelwieser
Entstehung
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Das Huttenwefen.

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Die Production des Werkes beträgt per Jahr nahezu vier Millionen Centner und befchäftigt dasfelbe bei 4000 Arbeiter.

Ein zweiter Fortfchritt ift in Nr. 3 der Gruppe I der englifchen Ausstellung durch Th. Whitwell erfichtlich gemacht, indem er feine feit einer Reihe von Jahren gebauten Winderhitzungs- Apparate in Modellen und Zeichnungen verfinn­licht. Der Wichtigkeit des Gegenftandes halber, fei es geftattet, einige Worte darüber zu bemerken.

Es beruhen diefelben auf dem Siemens'fchen Regenerativprincip, find jedoch von den älteren Winderhitzungs- Apparaten diefer Art der Hauptfache nach dadurch unterfchieden, dafs kein Ziegel- Gitterwerk, fondern eine Reihe von neben­einanderliegenden Kammern aus feuerfeftem Mauerwerk dazu dient, Wärme auf­zunehmen und an den durch die erhitzten Kammern geleiteten Wind wieder abzugeben. Diefe Modification erleichtert das Reinigen der Kammern, ohne gezwungen zu fein, die Apparate abzukühlen. Die zur Reinigung der Kammern erforderliche Zeit inclufive der Aus- und Wiederinbetriebfetzung des Apparates beträgt nur 6 Stunden. Man kann die Temperatur des Windes leicht auf 700 Grad Celfius fteigern, bei welcher Temperatur keiner der gufseifernen Apparate für längere Zeit dienfttauglich erhalten werden kann. Es findet keine Abnützung ftatt, keine Entwerthung durch Verbrennen von Gufseifen. Die Apparate in genieteten Blechmänteln find vollkommen luftdicht und erfetzen durch das grofse Volumen, welches fie einnehmen, gleichzeitig die Windregulatoren.

Durch die hohe Temperatur, welche man dem Winde ertheilen kann, ift eine bedeutende Erfparung von Brennmateriale ebenfo ermöglicht, wie die Erzeugung eines Roheifens befferer Qualität, weil der Hochofen- Procefs bei höherer Temperatur, bei gröfserem Kalkzufchlag durchgeführt werden kann.

Im Minimum müffen drei folche Apparate für je einen Hochofen vorhanden fein, beffer ift es, wenn deren vier find, eine Anzahl, die bei gröfseren Oefen auch immer getroffen wird. Für Hochöfen von einer folchen Gröfse, dafs die Production per Tag circa 1000 Centner erreicht, erhält jeder der vier Apparate bei 6.7 Meter Durchmeffer und 8.3 Meter Höhe.

Wenn auch die meiften Fachleute von der vorzüglichen Verwendbarkeit diefer Apparate überzeugt find, fo hört man doch gegen die Anwendbarkeit der­felben vorzüglich das Bedenken ausfprechen, dafs diefelben in ihrer erften Anlage zu koftfpielig find. Winderhitzungs- Apparate für fo grofse Windmengen und hohe Temperaturen find auch bei Anwendung von gufseifernen Röhrenapparaten koft­fpielig und unterliegen die letzteren eines fehr grofsenAbbrandes. Umjedoch ein Bild über die Koften eines folchen Apparates zu geben, mögen folgende Angaben dienen: In Frankreich waren zum Baue je eines Apparates erforderlich: Blechmantel mit 8 Millimeter Dicke

fammt Armatur.

Schmiedeifen- Stücke

Zollcentner à 30 Frcs.:

30 Frcs.15.000 Frcs.

500

22

"

99

50

I.IOO

"

94

Stahlfedern

2

IOO

200

99

"

f

97

Roher Gufs

116

99

15

46

Bearbeiteter Gufs

105

29

29

25

1.740 2.625

27

90

Kautfchukröhren

0.30

.

29

99

5°

99

15

"

Feuerfefte Ziegel I. Qualität For­matziegel 1329 Stück...

-

218 Cubikfufs

1.720

99

= 1.330

"

= 2.101

I.255

Koften eines Apparates

Feuerfefte Ziegel I. Qualität gewöhn­liche 28.320 Stück..

Feuerfefte Ziegel II. Qualität 44.700 Stück

Ordinäre Ziegel 26.600 Stück Fundirung circa

.

oder etwa 12.900 fl. öfterreichifcher Währung in Silber.

53° 2.833

94

32.165 Fres

2.832

. 3.570

99