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Franz Kupelwiefer.
Meffing, von welchen unter andern auch eine Propellerfchraube von etwa 4 Fufs Durchmeffer ausgeftellt war.
Das Meffingwerk von Achenrain ftellte recht hübfche Bleche, aber von kleinen Dimenfionen, fowie Druckwaaren aus denfelben, aus.
Liebig Johann& Comp., Kupferhammer und Walzwerk zu Gutenft ein, lieferte befonders fchöne und grofse Kupferbleche und getiefte Waare.
Zugmayer Georg und Söhne zu Waldegg brachte aber die gröfsten Bleche und getieften Stücke von Kupfer, um die Leiftungsfähigkeit feines Etabliffements zu zeigen:
Blech von 8' 7" Breite, 17' 7" Länge und einem Gewichte von 5229 Pfund.
8' 10'
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31' 9"
27
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1320
Aufgebördelte Rundboden von II Fufs Durchmeffer und 1473 Pfund fchwer; Schaalen von 9 Pufs 3 Zoll lichten Durchmeffer, 4 Zoll Randbreite und 46 Zoll Tiefe; Keffel für Stearinfabriken etc. von 49% Zoll Durchmeffer, 31% Zoll Tiefe und 34 Zoll Dicke, fowie leichte Keffel von 40 Zoll Durchmeffer, 311 Zoll Tiefe nur 40 Loth Schwere u. f. w.
Brüder Sternberger in Windifch- Feiftritz ftellten überwiegend Kupfernägel, Munzmetall- Nägel und Scheiben für den Schiffsbefchlag etc. aus.
In Ungarn ift der Hauptfache nach die Kupferproduction und Verarbeitung an vier Punkten concentrirt, und war diefelbe vertreten durch die Ausftellungen der oberungarifchen Waldbürgerfchaft, welche Queckfilber haltende Fahlerze und etwas Gelferze verarbeitet. Das Silber wird theils aus abfallenden Speifen, überwiegend aber aus Schwarzkupfern durch Amalgamation gewonnen. Die Jahresproduction ift bedeutend herabgegangen und beträgt gegenwärtig nur 9000 Centner Kupfer, 2050 Pfund Silber und 315 Centner Queckfilber. Verarbeitet wird diefes Kupfer theilweife durch die in der Umgebung von Iglo betriebenen Kupferhämmer, welche getiefte Waaren, Bleche, Zaine etc. recht hübfch ausftellten.
Die auf den königlich ungarifchen Hüttenwerken zu Schemnitz, Kremnitz und Schmölnitz etc. erzeugten Kupfer werden auf den königlich ungarifchen Kupferhämmern zu Neufohl und Felföbánya verarbeitet, und waren deren Fabricate ebenfalls reichlich auf der Ausstellung vertreten.
Die der Staatsbahn- Gefellfchaft gehörenden Metallwerke des Banats erzeugten im Jahre 1872 an Kupfer 1327 Centner, an Kupfervitriol 1839 Centner, an Silber 625 Pfund und 968 Centner Verkaufsglätte, während die Kupferhämmer 1809 Centner getiefte Waare lieferten. Zu erwähnen ist jedoch, dafs nebenbei, und zwar in Moldawa 38.114 Centner Schwefelfäure erzeugt wurden. Es dürfte diefs der einzige Punkt Ungarns fein, wo eine SchwefelfäureFabrik mit den Hüttenwerken in Verbindung fteht.
Die Siebenbürger Kupfer- Gewerkschaft zu Cfik- Bálánbánya ( Cfik- Szent- Domokos) ftellte Blockkupfer, fowie Rofetten fehr fchön und von guter Qualität aus, während Fabritius Michael in Hermannſtadt die Fabricate aus, diefem Kupfer ausftellte.
Rufslands Ausftellung ift nicht fehr reich an Kupfer und Kupferfabricaten, und find hervorzuheben: die Ausftellung des Fürften Paul Demidoff, welcher Kupferkiefe und Malachite im entſprechenden Verhältniffe gemengt zu MednoRoudianfk in Skinder'fchen Oefen( abgeänderten Rafchette'fchen Oefen) mit heifsem Wind auf Leche von 35 bis 40 Percent Kupferhalt verfchmilzt. Sind die Erze etwas arfenikalifch, fo wird in der Weife befchickt, dafs bei diefer Schmelzung bereits etwas Schwarzkupfer abfällt, welches feparat auf eine mindere Sorte verarbeitet wird; die geröfteten Leche werden auf Schwarzkupfer verfchmolzen und theils in Garherden theils in Raffiniröfen hammergar gemacht. Ausgeftellt find aufser den Erzen und Zwifchenproducten Kupferblöcke mit fehr fchönem Bruch, um die bekannte Qualität diefer Kupfer zu zeigen.