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Das Hüttenwesen : (Gruppe I, Section 2 und 3) ; Bericht / von Franz Kupelwieser
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Das Hüttenwefen.

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Condenſationsröhren von ziemlich grofsen Durchmeffern haben, bei Luftzutritt abgeröftet. Die Jahresproduction beträgt nahe 350 Zoll Centner, und find beim Werke befchäftigt 85 Berg-, 15 Hüttenarbeiter und 36 diverfe Arbeiter.

In der fpanifchen Abtheilung fanden wir Queckfilbererze und daraus erzeugtes Queckfilber aus dem Mineraldiftricte von Ciudad Real, von Madrid Dàvilla, Francisco in Almaden, fowie von dem Letzteren Pläne von Oefen und ein Holzmodell von einem alten Aludelofen, jedoch ohne alle weiteren Angaben.

Zinn, Wismuth, Antimon, Arfen. Die Ausftellung war, was die Erzeugung diefer Metalle anbelangt, fehr arm, und follen daher auch nur die wichtigften Ausfteller der Reihe nach hervorgehoben werden.

In Portugal begegnen wir einer ziemlich reichen Sammlung von Zinn­erzen und daraus erzeugten Zinnes von der Compagnie de Mineration de San Pedro do Sul ausgeftellt.

In Spanien brachte Dr. Jofé Secalle von der Affociatione mineraria in Salamanca Zinnerze fowohl, fowie recht fchöne und weiche Sorten Stangenzinn, während Antimon von dem Diftrito minero de Ciudad Real, von Gil- Santiago und Figeroa Ignacio in Cartagena in Form von Antimonium crudum, fowie Regulus Antimonii fammt den dazu verwendeten Erzen ausgeftellt war.

In Deutfchland hat das fächfifche Blaufarbenwerks- Confortium metal­lifches Wismuth fehr hübfch kryftalifirt ausgeftellt, und wird dasfelbe theils directe aus Erzen, welche gediegen Wismuth enthalten, gewonnen, theils als Abfallspro­duct bei der Smaltefabrication erhalten.

Die Zwitterftocks Factorei zu Altenberg producirt jährlich bei 2000 Centner Zinn und etwa 10 Centner Wismuth und ftellte diefe Producte fammt den Erzen, aus welchen diefelben erzeugt werden, fehr fchön aus. Diefelbe befchäftigt bei 400 Mann.

In der öfterreichifch- ungarifchen Abtheilung fcheint nach den ausgeftellten Objecten die Antimonproduction eine nicht unbedeutende Rolle übernehmen zu wollen. Das Antimon-, Berg- und Hüttenwerk zu Millefchau in Böhmen ftellte fehr fchöne und reiche Graufpiefsglanz- Erze, daraus ausgefaigertes Antimonium crudum, fowie rohen und befonders fchön ausfehenden gereinigten Regulus Antimonii, Antimonoxyd und Antimonglas aus. Das Zinn­werk Graupen in Böhmen ftellte Erze und Producte wie Zinn, Wismuth und zinnhältige Legirungen für Lager recht hübsch aus. Die Zinnzwitter, welche verarbeitet werden, halten in der Regel, wenn fie reich find, 6.6 Percent Zinnftein oder 4 Percent Zinn, und wenn fie arm find, nur 16 Percent Zinnftein oder 13 Per­cent Zinn, ja felbft oft noch weniger. Diefe Erze werden in freien Haufen zugebrannt, zerkleinert, geröftet, mit Salzfäure behandelt und ausgewafchen. Aus der Lauge wird Wismuth in Form von bafifchen Wismuthchlorid ausgefällt, und das in der Lauge enthaltene Kupfer als Cementkupfer gewonnen.

Die concentrirten Schiege werden in Schachtöfen mit Holzkohlen ver­fchmolzen. Das gewonnene Zinn( im Jahre 1871: 550 Centner) enthält 99.88 Per­cent reines Zinn und nur Spuren von Eifen und Blei, während von Kupfer, Wismuth, Arfen, Antimon und Schwefel, bei qualitativer chemifcher Unterfuchung keine Spur nachgewiefen werden kann. Für die Erweiterung des Betriebes ift fehr viel gefchehen und die Neuanlage fo weit vollendet, dafs in je zwölf Stunden 200 bis 280 Centner Erze aufgearbeitet werden können. Bei der Verhüttung foll der Schachtofen- Betrieb verlaffen und zum englifchen Flammofen Betrieb über gegangen werden. Das ausgeftellte weifse Lagermetall foll fich beim Eifenbahn­Betrieb vorzüglich bewähren.

Madersbach Livius zu Berzete bei Rofenau gewinnt feit 1841 im Gebirge Ramzás Graufpiefsglanz- Erze und verarbeitet diefelben auf Antimonium crudum, von welchem, fowie von den Erzen mehrere Stücke ausgeftellt waren.

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