Die landwirthfchaftlichen Geräthe und Mafchinen.
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Strobl und Baris ftellten ebenfalls fchöne Pflüge aus. Stadel Carl ( Raab) ftellte einen Sack'fchen Tiefgangpflug, Polgár Peter( Makó) einige fchwere Pflüge, Gubicz Andreas Nachfolger zehn gut conftruirte Pflüge für fchweren Boden mit Sech und fchöngewundenen langen Streichbretern und einige kleine Firmen noch diverfe Pflüge, darunter Ant. Seibert( Werfchetz) einen paffenden Hackpflug für Weingärten, aus.
Die übrigen Länder Europas haben, was landwirthschaftliches Maſchinenwefen anbelangt, fehr dürftig ausgeftellt. Selbft Belgien, welches in der Landwirthschaft von jeher eine fehr hervorragende Stellung einnimmt, ift in diefer Hinficht fehr fchwach vertreten, indem es nur den charakteriftifchen Brabanter Pflug, von Lefèvre verbeffert, vorgeführt hat. Diefer Pflug ift wohlbekannt; ein Steilwender mit ftarkem Sech und abnehmbarer Schälfchar, Beetpflug mit eiferner Schuhftelze, einfterzig. In der Gefchichte der Entwicklung des Pfluges hat der Brabanter Pflug eine wichtige Rolle gefpielt. Derfelbe wurde 1807 von Schwarz aus der Gegend ( ,, Belgifche Landwirthfchaft") befchrieben und von demfelben von Antwerpen im Jahre 1819 in Württemberg eingeführt; von hier aus verbreitete er fich über die meiſten Länder Mitteleuropas. Er ift einer der älteften verbefferten Pflüge, wahrfcheinlich Vorbild des Rotherham- Pfluges, des Vorbildes aller neueren englifchen Pflüge. Nebftdem ftellte Belgien einen dem Brabanter Pflug ziemlich ähnlichen Charrue Odeurs, welcher nur eine längere, fchmälere, gezogenere Schar befitzt, und den Brabanter Doppelpflug, auf Räder- Vordergeftell, der Pflugkörper um 180 Grad drehbar und dem Lefèvre'fchen Pflugkörper täufchend ähnlich, aus.
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In der fchweizerifchen Abtheilung haben einzelne Wagner und Schmiede einige Pflüge ausgeftellt, doppelt intereffant defshalb, weil die Pflüge von fchlichten Handwerkern verfertigt waren und fich im praktifchen Betriebe bereits erprobt haben; denn die meiſten derfelben find bereits gebraucht worden. J. Heer ftellte einen fchön, aber einfach gebauten Dombasle- Pflug aus Holz aus Diefer Pflug, urfprünglich von dem berühmten franzöfifchen Landwirth Mathieu de Dombasle im Jahre 1825 conftruirt, ift ein Steilwender, Beetpflug mit Vordergeftell und ift fehr verbreitet im ganzen öftlichen Frankreich und in der Schweiz. Gebrüder Thomer ftellten einen amerikanifchen Wendepflug aus mit herzförmiger Schar und einfach gewundenem Streichbret aus Eifenblech; Sam. Staufinger einen ziemlich fchweren Pflug mit Vorpflug einfacher Conftruction; Gottl. Siegrift einen Fahrpflug, einen Doppelpflug, bei welchem die Pflugkörper an dem Grindel derart angebracht find, dafs der erfte nach vorne, der zweite aber verkehrt nach rückwärts geftellt ift; Gottl. Vogt einen Pflug, der den Pflughalter entbehrlich macht, und Andere mehrere.
Die fchwedifchen Pflüge waren faft ohne Ausnahme Schwingpflüge und Stelzpflüge; Karrenpflüge waren nicht ausgeftellt. Sie waren meift nach fchottifchem Modell gearbeitet: Ruchadlos find in Schweden faft unbekannt und die Arbeit derfelben ift wenig beliebt; denn der Schwede will glatte Furchen auf feinem Thon- und Lehmboden ziehen. Die Pflüge waren gröfstentheils ganz aus Eifen, Streichbret und Schar aus Stahl conftruirt. So ftellte die Forsviker Actiengefellfchaft fehr fchön conftruirte, nach englifchem Principe gebaute Pflüge mitgetheiltem Grindel, in deffen Mitte das Sech angebracht ift, aus; auch die Pflüge, von L. P. Eklundh ausgeftellt, waren für mittelfchweren bis fchweren Boden verfertigt und ganz aus Eifen gebaut. Hölzerne Pflüge fah man nirgends, höchftens hölzerne Grindel und Sterzen, wie an einzelnen Pflügen, vom Eifenwerk in Oefverum ausgeftellt. A. von Stockenftröm exponirte 10 ftark gebaute Pflüge für fchweren Mittelboden; diefelben hatten ein mittellanges, fchön gefchwungenes Streichbret und eine zungenförmig verlängerte Schar mit Nafenkoller u. f. w.
Ueber Rufsland kann nicht viel gefagt werden; bezieht dasfelbe doch feine meiſten landwirthschaftlichen Maſchinen aus England und Deutſchland.
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