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Die Feldwirthschaft : (Gruppe II, Section 1) ; Bericht / von A. A. Schmied und J. Wiesner
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Ant. Adam Schmied.

möglichft frei geftalten und denfelben namentlich von den ftrengen Fruchtfolgen allmälig emancipiren wird, fo dafs gegründete Hoffnung vorhanden ift, es werde diefes Syftem in allen Culturländern bald zum herrfchenden werden; denn die intenfive Wirthschaft, deren Einführung in allen vorgefchrittenen Ländern ange­ftrebt wird, das Syftem der Hochcultur, ift nur durch die Vollkraft der Felder möglich.

Die mufterhaft betriebenen Wirthschaften der Gegenwart halten auch wirk­lich den Grundfatz feft, dafs vollfte Kräftigung des Bodens durch eine in Quan­tität und Qualität gleich vollkommene Düngung der Felder ftattfinden. müffe, wenn diefelben auf die Dauer auch in der Zukunft fruchtbar erhalten und mit Vortheil bewirthfchaftet werden follen. Sie bieten defshalb Alles auf, um. durch eine zweckentfprechende, den tellurifchen Verhältniffen der Wirthfchaft und dem aufgeftellten Wirthfchaftsfyfteme angemeffene Düngung in dem Grade der durch die erzielten Ernten bewirkten Bodenfchwächung, ja womöglich darüber hinaus, für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit zu forgen, und find beftrebt, dafs durch die Ausführung geeigneter Mittel dem Boden alle jene Subftanzen vollständig zugeführt werden, von denen die Höhe der jährlichen Bodenerträge, die rentabelfte Maffenproduction unbedingt abhängt.

Diefe hohe Wichtigkeit der Düngemittel für die Erhaltung der Ertrags­fähigkeit der Aecker und die materiellen Erfolge des Wirthfchaftsbetriebes erklärt es, dafs alle Landwirthe, welche die Wiener Weltausftellung befucht haben, fich dafelbft nach den exponirten Düngeforten jeglicher Art umfahen. Doch wur­den die Meiften in ihren Erwartungen mehr oder weniger enttäufcht. Nicht nur, dafs die Ausstellung der Düngemittel in ihrer Gefammtheit eine ziemlich lücken­hafte war und kein erfchöpfendes Urtheil über die Art, Menge und Verwendungs­weife der einzelnen Düngerarten in den betreffenden Ländern zuliefs, war diefelbe auch fehr zerftreut untergebracht, indem viele Rohmaterialien der Düngerfabri cation in die Gruppe I( Berg- und Hüttenwefen), viele als werthvolle Düngemittel gebrauchte Abfälle" und" Fabricate" in die Gruppe III( Chemifche Induſtrie) eingereiht worden find, fo dafs man nicht nur die Agriculturhallen, fondern auch die meiften Quergallerien, Höfe, ja felbft einzelne Pavillons, aufmerkfam durch­muftern musste, um fchliefslich einige, zu der aufgewendeten Mühe jedoch in keinem Verhältniffe ftehende Wahrnehmungen gemacht zu haben. Denn die meiften Ausfteller haben den gewifs rügenswerthen Fehler begangen, dafs fie ihre Ausftellungsobjecte ohne jede weitere Erläuterung dem Publicum vorgeführt haben. Sehr felten fand man Angaben über die Zufammenfetzung, Anwendungs­art und Wirkungsweife des ausgeftellten Düngers, wefshalb auch der Beobachter meiftens ohne jeden Auffchlufs über die Wirkung desfelben weiter gehen musste. So wurde die Düngerfrage, ungeachtet der vielen zeitraubenden und koftfpieligen Düngungsverfuche, ihrer Löfung nicht näher gebracht, indem man nirgends erfahren konnte, welcher Dünger die höchften Erträge bewirkt und wie die jeweilige Bodenbefchaffenheit die mannigfachen Culturverhältniffe und die beob­achtete Bewirthfchaftungsweife den erzielten Erfolg beeinflusst haben.

Der Stall dünger, welcher in den meiften, faft in allen Wirthfchaften, fie mögen extenfiv oder intenfiv in den verfchiedenen Abftufungen betrieben werden, für alle Zeiten das Hauptdüngemittel bleiben wird, war auf der Aus­ftellung bedeutend vernachläffigt worden. Nur in der chinefifchen Abtheilung ftellte E. Faber Dünger aus Kwantung aus. Eigentlich waren es thierifche Excremente ohne alle Beimifchung eines Streumaterials, trocken, braun, von faferiger Befchaffenheit, welche in China allgemein als Düngemittel verwendet

werden.

Auch die Hilfsmittel für die Pflege des Stalldüngers waren fehr dürftig vorhanden. G. v. Keffel- Zeutfch( auf Raake in Schlefien) ftellte ein Modell feiner im Jahre 1868 erdachten Mufter- Dungftätte aus. Keffel geht von der richtigen Idee aus, dafs nicht allein durch eine möglichft fefte Verfetzung des