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Die Feldwirthschaft : (Gruppe II, Section 1) ; Bericht / von A. A. Schmied und J. Wiesner
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Hilfsdüngemittel

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Kreislauf der Stoffe, waren endlich diverfe Düngemittel vertreten, hauptfächlich Superphosphate und Kali- Superphosphate, Wiefendünger, Baum, Hopfen-, Wein­berg- Dünger, Abfatz aus den Schlammfängen( aus der Actien- Düngerfabrik Peček), dann rohes Knochenmehl und Superphosphat- Knochenmehl( ausgeftellt von der Zuckerfabriks- Oekonomie Dux) und endlich verfchiedene zur Düngung geeignete Abfälle aus den einzelnen Gewerbs- und Induftriezweigen.

In der ungarifchen Abtheilung hat blos J. C. Tauffer( Klaufenburg, Sieben­bürgen) Knochenpräparate ausgeftellt.

Rufsland ftellte in feinen meiften Düngercollectionen auch Superphosphate aus; namentlich war es die Dampf Knochenmehl- und Superphosphat- Fabrik von R. Thomfon in Riga, welche eine hübfche Sammlung von Knochen, Knochenmehl und Superphosphaten vorführte.

In der dänifchen Abtheilung find ebenfalls Phosphate ausgeftellt gewefen; Fredens- Mölle's Fabriken( Kopenhagen) haben fauren, phosphorfauren Kalk aus Koprolithen, Superphosphate, befonders Eftremadura und Bakerguano­Superphosphat exponirt. Auch in der italienifchen Abtheilung hat Jemand ,, auf chemifchem Wege präparirte Knochen zur Düngung der Felder" ausgeftellt.

Da das Kali zu den allerwichtigften Pflanzen- Nährstoffen gehört, indem es gerade die bedeutendften, für den Steuerfiscus wie für den Nationalwohlftand lohnendften Culturen: Zuckerrüben, Kartoffeln, Wein, Tabak, Flachs, Hanf, Oel­faaten, am nothwendigften brauchen, fo erlangen die Kalidünger von Jahr zu Jahr immer eine fteigende Verwendung; man foll aber nach den bisherigen Erfah­rungen diefelben nie allein anwenden, fondern blos als eine Zugabe zu den ftickftoff- und phosphorfäurereichen Düngemitteln( zu Guano und Superphos­phaten) benutzen, in welchem Falle zahlreiche in England, Deutfchland und Frankreich angeftellte Düngungsverfuche einen zumeift 20 bis 50 Percent betra­genden Mehrertrag nachweifen. Da jedoch nach mannigfachen Zufammenftel­lungen der Kaliverluft in einer Wirthschaft, gegenüber der Menge, welche der Ackerboden hievon befitzt, in den gewöhnlichen Verhältniffen kaum der Rede werth ift, fo fcheint das Kali nur für die intenfiven Wirthfchaftsweifen, für die forcirte Cultur der Kraftfteigerung, nicht aber der blofsen Erhaltung wegen, von Bedeutung zu fein.

Sehr zahlreich waren die verfchiedenen Sorten des Kalidüngers in der deutfchen Ausftellung( Gruppe II und III) vertreten. Die Patent- Kalifabrik des Dr. A. Frank( Stafsfurt, Sachfen), die vereinigten chemifchen Fabriken zu Leopolds­hall( bei Stafsfurt), die Stafsfurter chemifche Fabrik( vormals Vorfter& Grüne­berg) und Wünfche& Göring( Leopoldshall) haben Stafsfurter Abraumfalze und Fabricate aus denfelben, Kali-, Natron- und Magnefiafalze, diverfe Kalidünger, fchwefelfaure Kalimagneſia u. f. w. in grofser Reichhaltigkeit und erfchöpfender Ueberfichtlichkeit vorgeführt.

Auch die öfterreichiſchen Kalifalze waren in der Weltausftellung würdig vertreten; unfere Landwirthe follten den heimifchen Naturfchätzen eine gröfsere Aufmerkfamkeit widmen, ja dem Kalufzer concentrirten Kali- Magnefia- Dünger, feiner grösseren Billigkeit wegen, fogar den Vorzug vor dem Stafsfurter gleich­artigen Salze geben.

Die Kali- Bergbau- und Salinen- Betriebsgefellfchaft in Kalufz( Galizien) hat Rohftoffe der Kalufzer Gruben, diverfe Kalifalze, darunter einen befonders fchönen, hochgradigen Kainit mit 23 bis 25 Percent fchwefelfaurem Kali, Chili­falpeter mit 16 Percent Stickftoff, rohen Kalifalpeter mit 13 Percent Stickftoff und 44 Percent Kali, raffinirten Chilifalpeter mit 99 4 Percent falpeterfaures Natron und Kalimagnefia ausgeftellt. Nach Hauer's Mittheilungen ift die Kalufzer Maffe kalireicher, als das Stafsfurter Vorkommen, indem die erftere 29 46 Percent Chlorkalium neben 30'04 Percent fchwefelfaurer Magnefia und 20.67 Percent Chlornatrium enthält, mithin faft fo kalireich ift, wie der reine Kainit felbft, in Die Kalufzer concentriten welchem 30'03 Theile Chlorkalium vorkommen.

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