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Thierzucht : (Gruppe II, Section 2) ; Bericht / von Johann Pohl
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Thierzucht.

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Folge deffen müffen die Beftrebungen der Züchter diefer Thierart in den verfchie­denen Ländern mehr gleichmässige fein und können höchftens nur in unterge­ordneten Dingen von einander abweichen. Diefe Uebereinstimmung zeigte fich auch in der englifchen, deutfchen und öfterreichifchen Abtheilung, wo wir durchwegs Angehörige der fich durch frühe Entwicklungs- Maftfähigkeit auszeichnenden englifchen Racen finden, die damit die Züchter diefer Länder für das Befte be­zeichnen. Man könnte darnach auch leicht zu dem Glauben verleitet werden, dafs in Deutfchland und Oefterreich nur die englifchen Kunftracen Pflege finden. Damit würde man fich aber fehr irren; trotz aller ihrer Vorzüge konnten fie fich bisher vielerorts noch nicht die gebührende Anerkennung erwerben. Nicht wenig trägt dazu zwar der Umftand bei, dafs das Wirkfamwerden ihrer ausgezeichneten Eigenfchaften an die Erfüllung gewiffer Bedingungen geknüpft ift, was häufig nicht berücksichtigt wird und darum zu einem unrichtigen Urtheile führt. Sorgfalt in der Haltung und reichliche Fütterung dürfen dem englifchen Schweine nicht verfagt werden, fobald feine Zucht vortheilhaft fich geftalten foll und wo das Eine oder das Andere die Verhältniffe nicht erlauben, dort wird man nur gut thun, von ihm abzufehen oder höchftens in einer Blutmifchung das Mögliche zu erreichen fuchen. Unter den englifchen Racen gilt heute in Deutſchland im Allge­meinen die fchwarze oder fcheckige Berkſhire- Race, wovon auch die Ausftellung zahlreich befchickt war, dank ihrer Abhärtung für die geeignetfte, gepflegt zu werden, während in Oefterreich den jedenfalls empfindlicheren weifsen Racen der Vorzug gegeben wird.

Wenn es auch ſchon als Fortfchritt anzufehen ift, dafs man fich um die Zu­eignung fremdländifcher Vorzüge beftrebt, fo läfst fich doch fagen, dafs bisher die Summe des Aufwandes züchterifcher Intelligenz und Thatkraft für Förderung der Schweinezucht am Continente, abgefehen von einigen wenigen Anläufen, noch eine geringe ift.

Fifche.

Die Zucht oder der Fang derfelben bildet fehr häufig einen Erwerbszweig von grofser Ausdehnung und hoher Bedeutung. Seine Betriebsweife ift aber in den einzelnen Ländern eine fehr verfchiedenartige, je nachdem der Menfch fich feine einftmalige Ernte felbft vorzubereiten gezwungen ift, oder die Natur in ihrer Freigebigkeit dafür forgt. Die künftliche Fifchzucht, die planmäfsige Teichwirth­fchaft oder geordnete Flufsfifcherei ftehen fo der See- oder Meerfifcherei gegen­über und theilen fich abwechfelnd mit letzterer in die gegenfeitige Ueberlegenheit. Wenn zwar auch in der Ausftellung kein getreues Abbild von der eigentlichen Sachlage in diefer Beziehung in den verfchiedenen Ländern geboten wurde, fo konnten wir doch dafelbft fehr viel Werthvolles fehen und erfahren.

Ein Land, in dem die Fifcherei die höchfte Bedeutung hat und wo in ein­zelnen Gegenden, wie an und um den nördlichen Polarkreis, diefelbe fogar die einzige Nahrungsquelle bildet, ift Norwegen. Neben grofser Landfee- und beachtenswerther Flufsfifcherei hat es fehr ausgedehnte See- oder Meerfifcherei und trug diefer Thatfache in der Errichtung eines eigenen Fifchereipavillons Rech nung, in welchem es Modelle, Geräthfchaften, Fifche in Spiritus, dann in ander weitig confervirtem Zuftande etc. ausftellte. Wen die Sache näher intereffirt, der laffe fich an eine ad hoc veröffentlichte Schrift verweifen, wo er fich hierüber genauer unterrichten kann; dafelbft finden die einzelnen Fifchereien, von denen die Dorfch- und Winterhäring- Fifcherei die bedeutendften find, eingehende Be­fprechung und die Vertriebsweife der Producte wird gründlich erörtert. Hier möge es nur geftattet fein, die Zahlen, mitzutheilen, welche die Ausfuhr der wichtigften Fifchproducte Norwegens im Jahre 1872 angeben:

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* Die Fifcherei- Induftrie Norwegens von H. B.-- Bergen 1873. J. D. Beyers Bogdrykkeri.