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Johann Pohl.
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Fürften Schwarzenberg- ihr Element in den vor dem mit wahrhaft fürftlicher Grofsmuth errichteten Pavillon befindlichen Baffins und repräfentirten mit den fyftematiſch geordneten und höchft lehrreichen Präparatenfammlungen den gröfsten Teichbefitz Oefterreichs. Die Teiche diefer Befitzer 300 an der Zahl belegen eine Fläche von 15 Quadratmeilen und haben eine durchschnittliche Jahresproduction* von 6.310 Ctr. 192"
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Karpfen Schillen
Hechten
verfchiedenen Speifefifchen.
Erfatzfifchen durch Verkauf von 1134 Schock à 45 Pfd.
Zufammen
145"
IO 29
510”
7.167 Ctr. Die Teichwirthschaft wird hier ftreng methodifch betrieben; von der ganzen Teichfläche entfällt ein beftimmter Theil auf Laich- oder Streichteiche, circa 30 Percent auf Streckteiche und 70 Percent auf Hauptteiche, die in einem fixen Turnus bewirthschaftet werden. Nach jedesmaligem Abfifchen eines Teiches erfolgt eine ein- oder zweijährige Benützung desfelben für landwirthschaftliche Zwecke. So und ferner durch zweckentfprechende Führung des Betriebes ift es dem als Fifchzüchter bekannten Wirthfchaftsdirector W. Horák auch gelungen, die Wiederbenützung eines Maierhofes als Teich, der vordem auch fchon als Teich bewirthschaftet worden war, durch den Erfolg zu rechtfertigen und damit ein bestehendes und dem entgegenlaufendes Vorurtheil zu widerlegen. Die gräflich St. Genois'fche Teichwirthschaft Paskau's zeichnet fich durch die befondere der Nachzucht gewidmete Sorgfalt aus, indem dafelbft jedes zum Fortpflanzungs. gefchäft ausgewählte Pärchen Mutterfifche in einem feparirten Brutteichchen folange, als es für den Zweck nöthig, behufs genauer Ueberwachung gehalten wird; ferner wird auch dort jeder Teich. er führe Fifche welchen Jahrganges immer, im Herbfte abgefifcht, fein Inhalt in eigenen Behältern verwahrt und der Teich über Winter trocken gelegt.
Für Förderung der künftlichen Fifchzucht befitzt Oefterreich eine Anzahl auch vom Staate fubventionirter Fifchzucht Vereine; diefelben fcheinen aber in der Ausstellung nicht, ähnlich wie z. B. die Bienenzüchter Vereine und andere, ein ihrer Sache dienliches Mittel erkannt zu haben. Um fo mehr mufsten daher die Objecte der Privaten anziehen, welche hierher gehören, als von J. Baron Bru nicki in Ruda( Forellen) und von Auguft Céfar in Paskau und Ernsdorf( Rheinlachs). An letzterem Orte fucht man aber, um den Nachtheilen der künftlichen Auslaichung zu entgehen, mit den gehaltenen Fifchen als: Salar Anfonii, Trutta lacuftris und Salmo falar zur natürlichen Fortpflanzung überzugehen.
Dafs trotz der vielen fifchreichen Seen und Flüffe fich auch kein einziger Aussteller mit Producten daraus eingefunden hat, beweift nur, dafs bisher in die Ausnützung diefer Gewäffer noch kein Syftem gebracht ift und die rentable Benütz barkeit derfelben für piscicole Zwecke noch zu fehr der Anerkennung entbehrt.
Auch der bereits auf der Parifer Ausftellung im Jahre 1867 vom Apotheker Jacob Nachtmann in Sedletz exponirte und dafelbft prämiirte ,, Blutegelfumpf" zur Aufbewahrung von Blutegeln war hier zu fehen.
Aus Ungarn fahen wir nur vier prächtige Schiele von M. Rofenberg aus Fanyud, Kinder des Plattenfees, von wo diefelben befonders gerühmt werden. Von Rufsland aus werden wir durch zwei vom Domänenminifterium herausgegebene Schriften über das Fifchereiwefen dafelbft unterrichtet. Die
* Katalog zur Collectivausftellung der Fürften Johann Adolf und Adolf Jofef zu Schwarzenberg. Wien 1873. Im Selbſtverlage der fürftlich Schwarzenberg'fchen Central
kanzlei.
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