Forstwirthschaft.
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fand im Jahre 1805 eine Abänderung dahin ftatt, dafs er von Möllersdorf nach. St. Helena bei Baden verlegt wurde.
Aufser der Hauptklaufe ftehen noch zwölf fogenannte Seitenklaufen im Betriebe, deren Wäffer dazu beftimmt find, um einerfeits auf dem Hauptbache den zur Trift erforderlichen höheren Wafferftand das Vorwaffer- herzuftellen,
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andererfeits, um durch das allmälige Aneinanderreihen der einzelnen Klauswäffer eine thunlichft lange anhaltende Einzelfchwemme zu erzielen.
Dem Triftbetrieb auf der Schwechat dürfte, was die Organifation und Gliederung desfelben anbelangt, unter allen ähnlichen Unternehmungen Mitteleuropas die erfte Stelle einzuräumen fein.
Bei der jährlichen Schwemmdurchführung handelt es fich um die Abtrift von 20.000 bis 25.000 Scheiterklaftern innerhalb der Zeit von wenigen Wochen, das heifst während der Periode des Schnee- Abganges im Frühjahre, weil nur die Thauwäffer die Möglichkeit des entſprechend wiederholten Füllens fowohl der Hauptklaufe, fo wie der Nebenklaufen bieten.
Erftere befitzt zwei neben einander geftellte Ausflufsöffnungen, welche mit fogenannten Schlagthoren und vor denfelben befindlichen Hebthoren gefperrt werden. Die Nebenklaufen find gröfstentheils mit Schleufenfperren verfehen.
Von jeder Klaufe ift, bekannt: a) die Waffermaffe, welche fie bei gröfster Füllung fafst, b) welche Zeit das Ablaufen des Waffers bei verfchiedenem Stande der Ausflufsöffnung erfordert und c) welche Zeit bis zum Eintreffen der Klauswäffer am Hauptbache verfliefst.
Auf Grundlage diefer Daten werden für jede Einzelfchwemme fehr forg. fältig erwogene Dispofitionen getroffen, welche felbftverftändlich allerfeits auf das Strengfte eingehalten werden müffen.
Der Fangrechen in St. Helena kann mit Bezug auf feine Oertlichkeit, fowoh! hinfichtlich feiner Anlage, als auch der Baudurchführung nach, als fehr entsprechend, ja muftergiltig bezeichnet werden.
Wenn das Ausländen des angefchwemmten Holzes mit der entsprechenden Lebhaftigkeit betrieben wird, fo dafs die fogenannten Fallbäche vom Holze thunlichft frei gehalten werden, dann find wefentliche Störungen im geordneten Verlaufe des Triftbetriebes nicht zu beforgen, wie denn überhaupt gröfsere Unglücksfälle, durch welche jede Schwemme fort und fort bedroht wird, hier fehr felten vorkommen.
Die Schwechatfchwemme anbelangend, brachte die Ausftellung des k. k. Ackerbau Minifteriums, und zwar a) einen Situationsplan über das Schwemmgebiet mit feinen Haupt- und Seitenbächen und den darauf vorkommenden verfchiedenen Triftbauten; b) Modelle, und zwar der Hauptklaufe, der Grofskrottenbach- Klaufe mit Schleufenfperre, der Hainbach- Klaufe mit Zapfenfperre, des Hauptrechens bei St. Helena und zweier Abweisrechen; c) die wichtigften Uferverficherungen; d) einen Holzabziehfchlitten endlich fämmtliche bei der Holzfällung, Bringung, bei den verfchiedenen Schwemmarbeiten u. f. w. in Verwendung ftehenden Werkzeuge.
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Als Gegenfatz zu dem in feiner Art einzig daftehenden Schwemmbetriebe im Wiener- Walde, wobei die Aufgabe vorliegt, in verhältnifsmäfsig kurzer Zeit die Abtrift erheblicher Holzmaffen durchgeführt zu haben, kommt die Schwemme auf gröfseren Bächen und Flüffen vor, welche durch den ganzen Sommer, ja durch das ganze Jahr den zum Triftbetriebe erforderlichen höheren Wafferftand
beſitzen.
Die Ausftellung des k. k. Ackerbau- Minifteriums brachte eine grofse Anzahl Modelle von im k. k. Salzkammergute, in den Neuberg- Mariazeller Staatsforften in Steiermark, namentlich aber in Tirol in Benützung ftehenden Schwemmwerken und mit denfelben verbundenen mannigfaltigen Betriebsanlagen, an welche fich eine aus dem Salzkammergute, eingebrachte, fehr vollſtändige und ebenfo inftructive Modellsammlung von Schwemmbach- Verbauungen anfchlofs.