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Johann Newald.
Die Beftimmung des Pachtzinfes erfolgt nach der Stammzahl. Die Höhe desfelben ift felbftverständlich im innigften Zufammenhange mit den Preifen, welche die verfchiedenen Harzproducte befitzen, und da diefe letzteren, wie namentlich die Erfahrungen des letzten Jahrzehntes gezeigt haben, fehr wechſeln, mufs nothwendiger Weife auch der Pachtzins für den einzelnen Harzbaum fich ändern, auf dafs zwifchen dem Ertrage diefer Nebennutzung für den Pächter, und dem an den Verpächter entfallenden Pachtzins, ein richtiges Verhältnifs beftehe. Um die Schwierigkeit, bezüglich Vereinbarung der für eine längere Pachtperiode etwa für zehn Jahre geltenden Pachtzinfe beurtheilen zu können, möge die Bemerkung dienen, dafs in den Jahren 1862 und 1863 der Centner rohes Schwarzföhrenharz einen Preis von 8 bis 9 Gulden hatte, während der Dauer des amerikanifchen Krieges auf die Höhe von 20 Gulden und darüber ftieg und dermalen wieder auf 7 bis 8 Gulden zurückgegangen ift.
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Wenn auch die Schwankungen in den Harzpreifen im Allgemeinen und jene des Schwarzföhrenharzes im Befonderen nicht ftets jenen Umfang befitzen, wie er eben angedeutet wurde, dürfte es dennoch am entfprechendften erfcheinen, wenn von der Feftftellung eines für die ganze Dauer der Harzzeit in gleicher Höhe geltenden Pachtzinfes per Stamm abgegangen wird, und die Höhe diefes Zinfes für jedes Einzeljahr der Pachtdauer, nach den beftehenden Harz- Durchfchnittspreifen ermittelt wird.
Diefe letzteren müffen felbftverſtändlich an eincm von den beiden Vertrags paciscenten völlig unabhängigen Orte erhoben werden. Im Vertrage wird lediglich der Mafsftab feftgeftellt, nach welchem auf Grundlage der ermittelten Harz Durchschnittspreife der für den Einzelftamm entfallende Pachtzins berechnen ift.
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Das angedeutete Verfahren- Pachtzinsberechnung nach der gleitenden Scala genannt hat fich an vielen Orten durch eine lange Reihe von Jahren als fehr praktisch und brauchbar bewährt.
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Im grofsen Durchfchnitt ergibt fich bei der Schwarzföhre, für den Einzel ftamm ein jährlicher Harzertrag von 5 bis 6 Wiener Pfund; unter günftigen Standortsverhältniffen wird diefer Durchfchnitt jedoch erheblich überfchritten. Der Gefammtwerth der durch die Harzung erzielten Vornutzungen überfteigt fehr häufig den Holzwerth des betreffenden Stammes.
Die hervorragenden Leiftungen der Firma Carl Singer in Pernitz wurden vom Preisgericht durch die Zuerkennung der Verdienft- Medaille anerkannt. Die reichhaltig ausgeftattete Ausstellungsgruppe wurde von ihr an die königlich preufsifche Forftakademie zu Neustadt Eberswalde abgetreten.
Eine Partie von rohem Schwarzföhrenharz war auch durch das königlich ungarifche Forftamt zu Karanfebes in der Banater Militärgrenze zur Ausstellung gebracht worden.
In der forftlichen Ausftellung des deutfchen Reiches hatte Oberforftmeifter Werneburg zu Erfurt das in den preufsifchen Staatsforften des Thüringerwaldes bei der Fichtenharz- Nutzung übliche Verfahren und zwar I. auf die Harzgewinnung im Walde, 2. auf die Pechgewinnung und 3. auf die Kienrufsgewinnung bezugnehmend, fehr überfichtlich geordnet, zur Anfchauung gebracht wozu jedoch ausdrücklich bemerkt wurde, dafs in den erwähnten Staatsforften die Harznutzung nur noch in ganz untergeordnetem Mafse ftattfindet. Die Ablöfung der Harzberechtigungen ift zum gröfsten Theile durchgeführt. Es befteht dort kein Zweifel darüber dafs diefe Nutzung ebenfo fchädlich für den Wald, als wenig einträglich für die Harzer und Pechfieder ift.
Verfchiedene Harzproducte hatten noch ausgeftellt das königlich fächfifche Finanzminifterium und J. G. Müller aus Löcherberg in Baden.
Die königlich- portugiefifche Forftverwaltung hatte das Verfahren dargeftellt, welches bei der Harznutzung der Seeftrands- Kiefer, Pinus maritima Lamb. üblich ift, und durch die Anreihung verfchiedener Harzproducte ein Seitenftück