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Die Arzneiwaaren : (Gruppe III, Section 2 und 8) ; Bericht / von K. D. Ritter von Schroff
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K. D. Ritter v. Schroff,

Narkotifche Genufsmittel, in einem befonderen Schranke auf­geftellt: Tabak in fehr verfchiedenen Zubereitungen, als da find: grofse, weiche Kuchen von Kautabak; ganz weiche, braune Maffe mit Gewürznelken, Yurda oder Tabak for eating. Cannabis indica: Ganjah in verfchiedenen Sorten, fo in kleinen Bündeln, kleinere Stengel mit Blüthenfchwänzen enthaltend; ein gröfseres, an Blüthenfchwänzen fehr reiches Exemplar, überdiefs in 3 Gläfern kleinere Theile der Cannabis. Bhang, die zerkleinerten Blätter, Stengel und Samen. Churrus in 3 Gläfern in 2 Sorten; die eine aus Punjab in viereckiger Form, aber auch in Stangenform, bildet eine homogene, dunkelfchwarzbraune, an der Luft Feuchtigkeit anz.ehende, mit dem Meffer wie Leder fchneidbare Maffe, auf der Schnittfläche lichtchocolatebraun, von eigenthümlich aromatifch narkotifchem Geruche, in Alkohol, den er braun färbt, theilweife löslich. Die zweite Sorte, Charras aus Bengalen, bildet unregelmäfsige, aufsen lichtgelb, innen auf der Bruchfläche braun gefärbte Stücke mit eingeftreuten gepulverten Hanfreften. Majun, ein Gemifch aus Hanf und Opium, zum Effen beftimmt, in verfchiedenen Zubereitungen und verfchiedene landesübliche Beinamen führend; eine Art Majun bildet grünlich­gelbe, viereckige Stücke, wie gröfsere Morsellen ausfehend. An diefe reihen fich Mommiai, Moddut, eine Zubereitung von Opium, Kumoonie.

Von Opium lagen vor: Opium von Benares( Opium mould Benares), Opiumkugel( Provision Opium) noch ganz weich anzufühlen, in zwei Halbkugeln von gebranntem Thon eingefchloffen. Lewah Opium of 53/100 consistance, als Pafte zwifchen den Mohnblättern zur Bereitung der Umhüllung der Opiumkugeln verwendet; auch liegen Mohnblumenblätter zu grofsen Scheiben zufammen­geklebt, fowie feine und gröbere Mohnabfälle. Abkaree Opium Benares bildet viereckige, würfelförmige, dunkel braunfchwarz gefärbte Stücke, in Papier eingewickelt. Diefe Art Opium wird zu medicinifchen Zwecken, das Kugelopium nur zum Rauchen verwendet. In Gläfern befanden fich: Opium von Berar, harte, aufsen glänzende Stücke, 2 Sorten von Opium von Central­indien( Indore), deren eine braunfchwarze glänzende Stücke darftellt. Ueberdiefs 45 verfchiedene Theeforten aus den Neilgherries, Darjeeling, verfchiedene mit Zucker überzogene, bei den Hindus beliebte Samen: Sesam, Mandeln, Mohn­famen etc. Wundarzt Bidie brachte eine kleine Sammlung von Drogen zur Schau, aus der wir Sinapis juncea, Polanisia icosandra, Anethum Sowa, Cassia absus, Früchte von Hydrocarpus inebrians, Cubeben erwähnen.

Die letzte Gruppe umfafst die zahlreichen Gummiarten, Harze, Balfame, Farb- und Gerbftoffe, fette Subftanzen, in einer ausgedehnten Sammlung vertreten, aus welcher wir nur Einiges hervorheben wollen: Kuteera Gum von Sterculia urens, Cochlospermum Gossypium, Gummi von Acacia speciosa, Ac. arabica( Kushlia gum), Ficus religiosa, F. elastica, Trachylobium mozambicense ( Gum Animi), Vateria indica( meergrünen Copal liefernd), Harz von Shorea robusta, Hopea odorata( lichtweingelbe, durchfichtige gröfsere Harzmaffen liefernd), Ailanthus malabarica, Dammar, black Dammar von Canarium strictum. Schöne Benzoë, wahrfcheinlich die fiamefifche, Asa foetida, Harz von Balsamodendron Roxburghii( Bdellium), Olibanum, Harz von Boswellia thurifera, Bosw. bhau­dagiana, Myrrha, Mastix, Gurjunbalfam. Kino von Pterocarpus Marsupium in meh­reren Sorten, und von Butea frondosa; Gamber in viereckigen Stücken; Wurzel von Morinda citrifolia, Blüthen von Butea frondosa. Dafs es an den Samen von Ricinus, Croton Tiglium, Gynocardia( chaulmoogra) odorata, Carthamus tinctorius, Sesamum indicum, Sinapis glauca, S. dichotoma, Guizotia oleifera, Mohn und Lein nicht fehlte, veifteht fich von felbft.

An der gegenüber ftehenden Wand waren die thierifchen Drogen unter­gcbracht. Wir erwähnen daraus: oftindifche Haufenblafe in Pfeifenform von Poly­nemus indicus, Mofchusbeutel mit Bauchhaut( die mit Haaren befetzte Bauchhaut gehört allerdings einem Mofchusthiere an, weniger gilt diefs von dem mittelft ftar­kem Bindfaden an feinem unteren Ende feft eingefchnürten kugelförmigen, grofsen