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Die Arzneiwaaren : (Gruppe III, Section 2 und 8) ; Bericht / von K. D. Ritter von Schroff
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Die Arzneiwaaren.

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einer umlaufenden Reihe von Käften umgürtet, welche einzelne Pflanzentheile ent­halten. Wir heben hervor: Früchte von Ricinus inermis, viridis, sanguineus nebft Ricinusöl, Früchte von Iatropha Curcas, grofse Hülfen von Cassia Fistula fammt deren Pulpa, Früchte von Ceratonia Siliqua, Fructus Colocynthidum, Fructus Aegle Marmelos( in Egypten cultivirt), Tamarinden von Sudan und Cordofan nebft Pulpa Tamarindorum, Cardamomen, Anis, Cuminum, Nigella, fchwarzer Pfeffer, Oliven, Datteln und deren Teig etc. Mehrere derfelben befanden fich unter der ausgedehn­ten in Körben an den Wänden ausgeftellten Sammlung von Genufsmitteln.

In gläfernen Wandkäften waren befonders beachtenswerth Folia Sennæ aus Oberegypten in 2 Gläfern, in dem einen Folia Sennæ von Cassia lenitiva, in dem anderen gemifchte Sennesblätter( überdiefs an der Trophäe in 2 Gläfern Folia Sennæ vom oberen Nil und von Cordofan, beide enthalten nur Blätter von Cassia obovata, die aus Cordofan befonders grofs), Foliculi Sennæ, Gummi arabicum von Sudan in mehreren Sorten, darunter weifses und rothbraunes, Folia Eucalypti( die Cultur von Euc. Glob. von Gaftinel Bey eingeführt und acclimatifirt in Cairo; ( die Blätter find fehr grofs), daraus bereitet Resina Euc., Aqua Euc.( Hydrolat), Alcoolat d'Euc., Tinctura Euc., wäfserig alkoholifche Extracte mit und ohne Harz, Eucalyptol( gereinigt und ungereinigt dargeftellt von Gaftinel), Oleum Euc. amygdalinæ von angenehmerem Geruch als von Euc. Glob., Resina Eucalypti Glo­buli, Holzkohle von E. Globulus; Mohnfamen, Mohnköpfe aus Oberegypten grofs, horizontal angefchnitten.

Von Opium lagen 3 Sorten vor: Von Esneh in Oberegypten, 3% Mor­phin, rundliche, flache, wenig bedeckte Brote; von Syout in Oberegypten, 8.2% Morphin, flache runde Kuchen von verfchiedener Dicke in Blätterumhüllung; von Akhmyn in Oberegypten, 81% Morphin, wenig bedeckte flachrunde Brote. Das früher erzeugte Opium war von fchlechter Qualität, wie denn das Opium von Esneh nur 2-3% Morphin enthält, ja es kam Opium vor, das, wie uns Herr Gaftinel berichtete, gar kein Morphin enthielt. Derfelbe verbefferte die Methode der Opiumerzeugung nach jeder Richtung, worüber auch gedruckte Berichte vor­lagen, und erzielte ein fo gutes Refultat, dafs das nach diefer Methode bereitete Opium mitunter 9-10% Morphin enthält.

Von Hafchifch lagen Blüthenzweige aus Unteregypten vor. Herr Gaftinel erzählte uns, dafs die mit arabifchem Hanffamen eingeleitete Cultur bei den Ver­fuchen das intereffante Refultat ergab, dafs mit jeder weiteren Cultur der Gehalt der Pflanze an techniſch verwendbarer Fafer fowie an Gröfse verlor, dagegen mit der ftets ftärker hervortretenden Kleinheit an narkotifchen Beftandtheilen gewann; er hält daher die Hafchifch liefernde Varietät der Hanfpflanze blofs für eine Degeneration der Cannabis sativa.

Von Hafchifchpräparaten lag Alcoolat de Hafchifch, alkoholifcher Extract von Hafchifch und das von Gaft inel dargestellte Hafchifchin, ein Harz als wirk­fames Princip, vor. Ueberdiefs find folgende zum Genufs beftimmte 10 Hafchifch­präparate vorhanden: Gateau au Hafchifch( Ghoraibé), Extrait gras du Hafchifch, Confitures mit Zucker, Honig und dem fetten Extract( Roumi), Zucker und fettes Extract( Zelzeleh), Electuarium aus dem fetten Extract, Zucker und Hafelnüffen ( Indi), Electuarium aus fettem Extract, Zucker und Muscatnufs( Gara- ouich), Elec­tuarium Dava- Mesc, Zucker und fettes Extract, Confitures aus fettem Extract, Honig, Cubeben und Ingwer( Lessan- asfour), Confitures von Mandeln au Hafchifch, Datteln au Hafchifch, im fetten Extract gekocht.

Ausserdem find zu erwähnen: 4 Arten von Stärkmehl, Galläpfel von Tamarix, Henna ganz und gepulvert und die aus den 3 letzteren dargestellten Gerbfäuren, Saffran, Indigo und Indigotin, Krapp und Garancine, fette Oele aus Ricinusfamen, füfsen Mandeln und Baumwollfamen, Ol. Carthami, Lactuca sativa, Mohnfamen­Oel; ätherifche Oele: Ol. Menthæ, Canellæ, Geranii rectificati, Flor. Naphæ, Citri, Cedrat; der Riechftoff von Acacia Farnesiana durch Ausziehen mit Aether oder Schwefel- Kohlenftoff von Gaftinel erhalten, Oleum Sinapis, fchönes