Appreturmittel und Harzproducte.
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Spanien und Portugal hatten nichts Erwähnenswerthes von Producten der Harzinduftrie zur Ausftellung gebracht; dagegen war
Frankreich auf diefem Induftriegebiete glänzend vertreten. Von den ziemlich zahlreichen Ausftellern diefer Branche möchten wir zunächft G. Hadfield in Levallois- Perret bei Paris nennen, der unter den mannigfachen Muſtern von meift fehr empfehlend ausfehenden Waggon- und Kutfchenlacken einen durch feine Klarheit und feine Helligkeit auffallenden„ Surfine cryftall varniſh" ausgeftellt hatte, bezüglich deffen die vorgelegten Anftrichproben die vollfte Befriedigung erregen konnten. Auch von feinem allerdings ziemlich dunkelfarbigen „ Varnish univerfal" lagen fchöne Anftrichproben vor, doch fchienen uns im Allgemeinen die Preife etwas hoch gehalten zu fein. Einem von derfelben Firma in zwei Qualitäten ausgeftellten Siccativ:„ Ozonine pâle" und ,, Ozonine fonce" wurde, was Befchleunigung des Trocknungsproceffes anbelangt, ein befonderer Effect nachgerühmt.
Weiters war hervorragend die Ausstellung von Firniffen und Wagenlacken der Firma L. E. Renard in Paris, die fich namentlich durch Proben von äusserft hellem gekochten Leinölfirnifs auszeichnete und fich hierauf jedenfalls mehr zu gute thun könnte, als auf ihren ,, infectentödtenden" und wafferdichten Firnifs, den wir wohl nur für eine auf die Kenntnifslofigkeit gewiffer Claffen des Publicums berechnete Speculation halten möchten!
A. Julien& Comp. in Marſeille, dann J. Seurin in Paris, E. Lefebvre in Paris und Vaquier in Paris hatten gleichfalls( Julien's Manganfirnifs allein ausgenommen) Firniffe und Lacke von recht gutem Ausfehen, ausgeftellt.
Befonders erwähnenswerth find ferner die von mehreren Fabrikanten zur Ausftellung gebrachten Brillantlacke, meift Geiftlacke mit Anilinfarben gefärbt, von welchen namentlich A. Dida in Paris und J. Shoenée frères in Paris fehr fchöne Mufter aufzuweifen hatten. Sowohl die erftere als auch die letztere Firma brachte in kunftvoll ausgeführten Proben die Anwendbarkeit diefer Brillantlacke namentlich für Zwecke der Kunftblumen- Fabrikation, der Imitation von Glasmalereien u. f. w. zur Anfchauung und insbefondere erregte ein von J. Shoenée frères ausgeftelltes Glasgemälde, das mit feinen Brillantlacken ausgeführt war, fowohl in Hinficht auf Frifche und Transparenz der Farben als auch auf Mufterhaftigkeit der Ausführung die Aufmerkfamkeit der Befchauer. Auch die Anftrich proben auf Metall*, die befonders Dida in fehr gelungener Weife vorführte, waren vollkommen befriedigend. Nebft den beiden Genannten hatte auch Gve. Chalmel, Chateaudun( Paris), unter dem Namen„ Vernis français à l'alcool" dergleichen Brillantlacke und Proben ihrer Anwendung ausgeftellt, die jenen der beiden Erftgenannten nicht wefentlich nachftanden.
Den Brillantlacken folcher Art dürfte überhaupt einige Zukunft nicht abzu fprechen fein, und wenn es gelingt, diefelben dahin zu bringen, dafs fie weniger fpröde Anftriche liefern, wofür namentlich die fchwer flüchtigen Antheile des Harzöles ins Auge zu faffen wären, fo dürfte ihrer Anwendung zur Herftellung bunter Metallfolien nichts im Wege ftehen. Wünfchenswerth wäre jedoch dabei, dafs dem Mangel, an dem die meiften derfelben noch leiden, der geringen Lichtbeftändigkeit ihrer Farben durch Wahl möglichft lichtechter Farbftoffe fo gut als möglich abgeholfen würde. shtat
Die von mehreren anderen Fabrikanten ausgeftellten diverfen Mufter von Firniffen, Lacken und angeriebenen Farben boten nichts Bemerkenswerthes; ebenfo wie wir auch über ein von Ch. Dubois, Marſeille, ausgeftelltes, peinture hydraulique" genanntes Anftrichmateriale für Schiffs keffel nichts berichten kön nen, da über die möglichen Vorzüge diefes Fabrikates gar nichts zu eruiren war.
sib nadal
* Ohne Zweifel fcheint für diefe Art der Anwendung bereits von dem bekanntlich in neuefter Zeit empfohlenen Zufatze von Borfäure Gebrauch gemacht worden zu fein, deren Gegen wart thatfächlich das Haften des Lackanftriches auf Metall wefentlich begünftiget.
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