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Dr. Wilh. Fried. Gintl.
gleichfalls durchgehends fehr befriedigende Lackproben, darunter namentlich bemerkenswerthe Mufter fehr fchöner Brillantlacke ausgeftellt hatte. Befonders rühmenswerth waren die Mufter von gebleichtem Schellack, welche diefer Ausfteller aufzuweifen hatte, Fabrikate, welche jenen Mellinger's vollkommen gleichkamen. L. Pofelt in Wien, der gleichfalls gebleichten Schellack zur Ausftellung brachte, könnte fich diefes Erzeugnifs füglich zum Mufter nehmen.
C. Britfch& Comp. in Wien hatten recht befriedigende Mufter von Kutfchenlacken, darunter namentlich helle und klare Copal- und Damarlacke und einen tadellofen Leinölfirnifs ausgeftellt. Auch die Lackproben von A. Keil in Wien erfchienen meift recht befriedigend, doch war aus den aparten Krämernamen, mit welchen diefer Induftrielle feine Fabrikate zu bezeichnen beliebt, nicht zu entnehmen, um welche Art von Producten es fich hier handle. Weniger vorwurfsfrei waren die Proben eines auf kaltem Wege erzeugten Firniffes, welchen St. Mayer in Ebelsberg bei Linz ausgeftellt hatte. Derfelbe erfchien zwar fehr hellfarbig, fetzte aber maffenhaft Flocken ab und fchien auch in der Confi. ftenz nicht völlig entſprechend zu fein. Den gleichen Mangel trafen wir bei einem Leinölfirnifs, den J. Klein in Prag unter Anderem ausgeftellt hatte. Auch die Copal und Damarlackproben diefes Ausftellers liefsen an Klarheit viel zu wünschen übrig. Klein hatte übrigens auch Siegellack ausgeftellt, das, wiewohl relativ beffer, als feine Lackmufter, doch immerhin noch einiger Verbefferung, namentlich in Bezug auf Farbe, fähig wäre. Ein Unicum an Mangelhaftigkeit waren aber die Lack- und Firnifsproben, welche Vincenz Wagner in Auffig zur Ausftellung gebracht hatte. Seine Lacke, die durchwegs dunkel und bis zur Undurchfichtigkeit trübe waren, fein Leinölfirnifs, welcher von faft braunfchwarzer Farbe war, hätten kaum mehr mangelhafter gedacht werden
können.
Wefentlich beffer, zum Theile fogar völlig befriedigend, waren dagegen die Ausftellungsobjecte von Jofef Kranich in Auffig, deffen Copal- und Bernfteinlacke zwar noch nicht den höchften Grad von Vollendung zeigten, aber doch als ganz gute Producte bezeichnet werden konnten, während fein Doppelfirnifs völlig befriedigend erfchien.
Vorwurfsfreie Proben von Brillantlacken fanden wir in der Ausftellung von F. Paudler, Dobern bei Benfen, und auch E. Weinzierl in Feldkirch hatte namentlich von Brillantlacken fchöne Proben aufzuweifen.
Der Letztere hatte auch recht fchön ausfehende Waggon und Kutfchenlacke, fowie einen nicht minder befriedigenden gebleichten Oelfirnifs ausgeftellt, und fcheint die Harzlackfabrikation auch infoferne rationell zu betreiben, als er, wie die ausgeftellten Proben von Bernfteinöl und Copalöl zeigten, die Nebenproducte der Bernftein- und Copalfchmelzerei nicht unbenützt entweichen läfst. Einer befonderen Beachtung werth waren ferner die von C. König in Wien zur Ausstellung gebrachten Afphaltlacke in Farben, die, wie die Anftrichproben zeigten, fowohl in Hinficht auf Färbung, als auch auf Härte und Glanz fehr befriedigende Refultate erzielen laffen. Diefe Anftrichfarben haben, wenn auch nicht gerade allein Afphalt der Träger des Charakters derfelben iſt, vor gewöhnlichen Firnifsfarben unbedingt den Vortheil der gröfseren Billigkeit voraus( 20-28 Gulden öfterreichifcher Währung per Centner) und find namentlich für dem Wetter preiszugebende Anftriche auf Holz, Blech und Mauerwerk völlig geeignet, da fie ebenfogut haften und gleich ausgiebig find, wie die theueren Firnifsfarben. Den Harzölfarben, vor welchen fie unbeftritten den Vorzug des gröfseren Glanzes haben, kommen fie an Billigkeit zwar nicht gleich, übertreffen diefelben aber auch in manchen Stücken bezüglich des Feuers der Färbung. Ohne Zweifel können wir auch in diefen Anftrichfarben einen fehr fchätzenswerthen Erfatz für die gewöhnlichen Firnifsfarben begrüssen.
Steindruckfarben und Buchdruckerfirnifs waren von F. Wüfte in Pfaff. ftädten bei Baden, jener bekannten und mit Recht des beften Rufes fich