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Friedrich Kick.
Schneckenrad r und die beiden Doppel- Curvenfcheiben c, c' welche auf eigenmühtlich geformte, an den Achfen der Speifehähne fitzende Dreiecke wirken.
Die felbftthätige Entleerung der Mafchine erfolgt in ähnlicher Weife. Mit der Bütte feft verbunden rotirt die Welle w, welche einerfeits das Schneckenrad randerfeits die Curvenfcheiben c" trägt. Die Schraube s' ift mit dem Lager feft verbunden und umgreift als freigehaltener Ring die Büttenwelle. Nachdem nun die Welle w mit der Bütte fich drehend, die Schraube umkreift, fo mufs das Rad r eine Drehung um feine Achfe erhalten, welche der Welle und den Curvenfcheiben c" mitgetheilt wird. Hiedurch vermitteln die Curvenfcheiben c" das rechtzeitige Oeffnen und Schliefsen durch entſprechendes Drehen des im Büttenkranze eingefetzten Entleerungshahnes.
Nachdem es erforderlich ift, die Oeffnungszeit für die Entleerung zu reguliren, fo befteht c" aus zwei Theilen, die fich zu einander verfetzen laffen, während c und c' aus einem Stück find, denn die Zeit für den Einlauf läfst fich ein für allemal feftfetzen.
Der Mechanismus der Füllung und Entleerung ift in folchem Zufammenhange, dafs, fowie der Entleerungshahn gefchloffen wird, fich der Füllungshahn fogleich öffnet. Die Zeit zwifchen Füllung und Entleerung oder die Arbeitsperiode des Steines ift abhängig von der Gefchwindigkeit der Bütte und diefe läfst fich durch ein Riemenvorgelege oder bei gröfseren Mafchinen durch ein Rädervorgelege reguliren.
Noch mag bemerkt werden, dafs die rotirende Bütte mit einer ftillftehenden aus Holz und Blech gefertigten Umhüllung verfehen ift, welche mittelft Filz genau abgedichtet ift. Diefe Hülle hat den Zweck, die durch die fchwachen Zwifchenöffnungen der Eifenftäbe, welche die Stirnfläche der Bütte bilden, herausgetriebenen Staubtheilchen aufzunehmen. Ein Saugventilator führt diefelben continuirlich ab.
Es wird dadurch der Vortheil erreicht, dafs alles beim Schälen Abgefonderte fofort aus der Mafchine entfernt wird. Das nach Beendigung des Schälproceffes eben dahin entleerte Arbeitsquantum wird mittelft Elevators( oder Schnecke) nach den Sortirmafchinen transportirt.-Wir erfehen, dafs fich das Quantum der Charge( gleichzeitiger Bearbeitungsmaffe), die Zeitdauer der Einwirkung und die Dauer der Entleerung reguliren läfst und dafs die Mafchine vollkommen felbftthätig wirkt. In conftructiver Beziehung ift fie geiftreich durchgebildet, doch liegen Details nicht in der Aufgabe des Berichtes.
Nebft der Mafchine und dem zugehörigen Sortirapparat, waren Producte derfelben, als: gefchälte Erbfen, Reis, Hirfe, Gerfte und Graupen verfchiedener Gröfse ausgeftellt, welche die tadellofe Arbeit diefer Mafchine bekundeten.
Die Reifs mafchine desfelben Fabrikanten bezweckt das Zertheilen der Gerftenkörner in mehrere( drei) Stückchen, um eine gröfsere Zahl kleiner Graupen zu erzeugen, als es fonft aus derfelben Gerftenquantität möglich. Sie vertritt alfo die Stelle der Schneidemaschinen. Die Zerkleinerung erfolgt hier durch das Zufammenwirken zweier nach entgegengefetzten Richtungen bewegter Mahlfcheiben, deren gegen einander gekehrte Flächen fraifenähnliche Zähne befitzen.
Wietzheimer& Pini in Wien hatten gleichfalls einen Graupengang ausgeftellt, welcher jedoch ohne Selbftbedienung arbeitet; derfelbe ift in den arbeitenden Theilen dem Martin'fchen Gange ähnlich, nur ift ein Theil des Büttenumfanges aus Steinfegmenten gebildet; nicht alfo aus Eifenftäbchen.
Zur Graupenfabrication verwendete Steine hat in mehreren Varietäten die Firma Gebrüder Ifrael ausgeftellt und empfiehlt diefelbe als Schälftein einen grobkörnigen fächfifchen Sandftein, als Rollftein mittelgroben fchlefifchen und als Polirftein einen feinkörnigen harten Sandftein aus Hannover.