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Baumwolle und Baumwoll-Waaren : (Gruppe V, Section 2) ; Bericht und Die Wirkwaaren : ( Gruppe V, Section 5) ; Bericht / von Alexander Peez / von Ludwig Glogau
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Baumwolle und Baumwoll- Waaren.

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Von diefer Menge von 1953 5 Millionen Pfund, die mit Hinzufügung der in den Vereinigten Staaten felbft verarbeiteten Baumwolle faft eine Milliarde Gulden. Silber im Werth repräfentiren, erweckten allerdings die zur Ausstellung gebrachten Mufter nur eine fchwache Vorftellung!

So unvollständig nun aber auch die Roh- Baumwolle auf der Weltausftellung vertreten war, fo boten die vorgelegten Proben doch Anhaltspunkte genug, um die Anzahl wichtiger, den Welthandel beeinflufsender Thatfachen daran anzuknüpfen.

In dem höheren und üppigeren Wuchs und der reichen Kapfelfüllung der aus den Vereinigten Staaten ausgeftellten Baumwoll- Stauden, fowie in den mächti­gen Ballen, denen die langfasrigen, weifsen und feidenartig weichen Flocken entquellen, läfst fich unfchwer die aufserordentliche Gunft der natürlichen Bedin­gungen erkennen, unter welchen die Südftaaten Nordamerika's die Baumwolle produciren, fowie fich auch in der zweckmässigen Verpackung und in der foliden Reinigung des Artikels die Vorzüge fpiegeln, die ein von einer europäiſchen Race gebildeter Menfchen geführter Anbau vor der Production von Eingebornen tropi­fcher Länder voraus hat. Es ift das Bild eines blühenden Gefchäftes, einer mit grofser Sicherheit fich entfaltenden Production, welches aus der faft forglos zufammengeftellten und doch mächtigen Baumwoll- Expofition der Vereinigten Staaten fpricht.

Wie ganz anders dagegen Indien! Schon der erfte Blick auf die zur Aus­ftellung gebrachten Baumwoll- Stauden zeigte, dafs die Pflanze kleiner, karger und dabei verfchiedenartiger fei, weil keine eigentliche neuere Culturpflanze, fondern in mehrere Qualitäten feit uralter Zeit auseinander gefallen. Alle Verfuche, die edleren amerikanifchen Arten in Indien einzubürgern, find mifsglückt. So ift man dahin gekommen, die Aufgabe eines rationellen Anbaues in der Verbefferung der einheimifchen Gattungen zu erblicken. Dem minder feuchten und fetten Boden Indiens mufste die Kunft nachhelfen, und die englifche Regierung ift es, welche mit ganz bewundernswerther Sorgfalt den Bau der Baumwolle in ihre Pflege genommen hat. Bekannt ift, dafs fie in den wichtigeren Productionsgegenden zahl­reiche Commiffäre aufftellte, welche die eingebornen Pflanzer berathen, leiten, mit Reinigungsmafchinen verfehen, die Preffen überwachen, in folcher Weife nach Möglichkeit für die Reinheit der Waare forgen und dabei eine genaue Statiſtik über den Stand der Ernte, das Erträgnifs, die Exporte führen. In den Mittel­punkten der bekanntlich über die verfchiedenen Theile Indiens zerftreuten Baum­woll- Productionsgebiete hat die englifche Regierung eigene Mufterwirthschaften ( government farms) errichtet, welche Alles vereinigen, was durch Beiſpiel, Lehre und Unterſtützung den Baumwoll- Bau zu fördern geeignet ift. Und wie weit diefe Intervention der Regierung geht, dafür bot die Ausstellung ein höchft inter­effantes Beiſpiel. Von einer der erwähnten Localcommiffionen, dem Localcomité von Berar, waren mehr wie hundert Proben des Bodens vorgeführt, welchem die Baumwoll- Pflanze ihre Nahrung entnimmt. Da ihre Wurzeln tief greifen, fo ift auch der Untergrund berücksichtigt. Hier fieht man die feinen, gefchlemmten Thone des Industhales neben den kiefelhaltigen Proben aus den Hochebenen des inneren Indien. Alle diefe Böden hat die englifche Regierung chemifch unterfuchen laffen, damit ihnen vermittelft rationeller Düngung jene Stoffe zugeführt werden, welche in dem feit uralter Zeit abgebauten Culturboden Oftindiens nicht mehr in fo reichem Mafse vorhanden find, wie in vielen Theilen Amerika's. Notorifch ift, dafs vor einiger Zeit nicht unbedeutende Mengen von Kalifalzen aus Stafsfurt zur Düngung der Baumwoll- Pflanzungen nach Indien bezogen wurden.

Diefe Thätigkeit der englifchen Regierung, welche jedenfalls das ein­greifendfte Beiſpiel energifcher Volkswirthschafts- Pflege in fich fchliefst, deffen Erkenntnifs uns die Ausftellung vermittelte, gegenüber welchem die belgifchen Lehr- Werkstätten und felbft die Arbeiten der württembergifchen Centralftelle als mässige Anfänge erfcheinen, und welches nur etwa in dem Kenſington Muſeum

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