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Carl v. Oberleithner.
den Artikel ,, Flachs" in der Weltausftellung fo vorzüglich zu exponiren, als ihn die Mufterländer des Flachsbaues fonft nur geliefert hatten.
Wer vermöchte es, die fo verdienftlichen Leiftungen der landwirthschaftlichen Vereine von Mähr.- Neuftadtl, Mähr.- Schönberg, der LandwirthschaftsGefellſchaften von Wien, Laibach und Innsbruck, der Frau Fürftin Francisca von und zu Liechtenftein in Seebenftein, Niederöfterreich, des Grafen Althann, der Tefchner, Hannsdorfer, Heidenpiltfcher, Friedländer Spinnereien und vieler anderer zu unterfchätzen. Die ausgeftellten Flachfe waren zumeift Proben Desjenigen, was man aus dem öfterreichifchen Flachsftroh mittelft des belgifchen Röfte und Zubereitungsverfahrens zu fchaffen vermag.
So vielfeitig glückliche Refultate berechtigen wohl zu der Hoffnung, dafs die Flachsbauer den leuchtenden Beiſpielen nachfolgen werden und in der That ift die Wahrnehmung eine hocherfreuliche, dafs namentlich im füdweftlichen Mähren der Grofs- und Klein- Grundbefitz fchon namhafte Quantitäten gefchwungener Wafferröft- Flachfe in den Handel bringt.
Im Gebirge, wo die Flachsernte fpät, die Wäffer hart und von niederer Temperatur find, wo die geringe Capitalskraft den Klein- Grundbefitzer zwingt, die eingebrachte Ernte noch in demfelben Jahre zu verwerthen, da wird die Kaltwaffer- Röfte wohl nur fchwer Eingang finden. Die beffere Bearbeitung der Thauröft- Flachfe mit der Hand, oder wo die Arbeitskraft theuer mit Mafchinen, dürfte aber auch hier in Anwendung kommen. Es unterliegt keinem Zweifel, dafs die Weltausftellung in diefen Beziehungen nicht allein die Fortfchritte der hervorragendften öfterreichifchen Flachszüchter auf das Glänzendfte darlegte, fondern dafs diefer Wettkampf auch anregend auf die Zurückgebliebenen einwirken werde.
Die öfterreichifchen Gebirgsgegenden find vorzüglich für den Flachsbau geeignet. Es bedarf nur eines allfeitigen Zufammenwirkens, um jenes Deficit zu decken, welches der Confum gegenüber der Production derzeit zeigt. Die von Arthur Freiherrn v. Hohenbruckverfafsten und im Pavillon des k. k. AckerbauMinifteriums ausgeftellten Karten über den Flachs- und Hanfbau der weftlichen Reichsländer find eine fehr fchätzenswerthe Arbeit, deren erläuternder Text viele beachtenswerthe Winke über den derzeitigen Standpunkt des Flachsbaues in Oefterreich und über jene Schritte enthält, welche fo vielfeitig, die Förderung der Flachscultur betreffend, unternommen wurden.
Die Flachsausftellung des ruffifchen Reiches gehörte ebenfalls zu den lehrreichften. Man erhielt durch die Expofition des Börfencomité in Riga Kenntnifs von den alldort aufgeftellten Qualitätsbezeichnungen. Das ftatiftifche Comité zu Pfkow hatte eine Karte über die Flachsbau treibenden Provinzen Rufslands vorgelegt und eine reiche Ausstellung von den im Handel vorkommenden Flachfen jenes ausgebreiteten Productionsgebietes der Ausftellung gewidmet. Rufsland exportirte nach dem, vom Finanzminifterium hinausgegebenen Handelsberichte im Jahre 1871:
de Leinfaat
Flachs
2,400.000 Tfchetwerts im Werthe von 9,000.000 Pud
28,700.000 Rubel
99
50,000.000
29
Flachsheede 930.000
99
29
2,325.000
29
Rechnet man hinzu feinen Export an
2,000,000
27
thom Flachsgarnen im Werthe von
Segeltuch
sel Raventuch
"
Sackleinen 79
fo gibt diefs eine Exportziffer von
225.000
25.700"
750.000 99
84,025.700 Rubel.
Dem gegenüber ift der Import an feiner Leinwand per circa 3,000.000 Rubel
ein verfchwindend kleiner.