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Flachs- und Hanf-Industrie : (Gruppe V, Section 3) ; Bericht ; Der Internationale Congress der Flachs-Interessenten / von Carl von Oberleithner/ bearb. von Arthur von Hohenbruck
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Flachs- und Hanf- Induftrie.

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der mährifchen Leinenfabrikanten, welcher auf den vollſtändig freien Verkehr mit Leinengefpinnften und Geweben zwifchen Oefterreich- Ungarn und dem deut­fchen Zollvereine einrieth, von Seite der vertragfchliefsenden Staaten angenommen, fo wäre dem Schmuggel mit Leinen mit einem Male das Handwerk gelegt worden, zu dem das Appreturverfahren nicht unwefentlich beitragen foll. Tauchmann& Söhne in Starkenbach, J. A. Kluge in Hermannfeifen und Oberaltftadt, Dominik Jerie in Starkenbach und viele Andere waren würdige Vertreter des Hohenelber Fabriksbezirkes.

Die Zahl der hervorragenden Ausfteller in der öfterreichifchen Leinen­abtheilung ift übrigens eine fo grofse gewefen, dafs die Aufzählung der Namen die Form eines Kataloges annehmen würde. Doch kann man nicht umhin, an die gediegenen Fabricate zu erinnern, welche Anton Hönig& Söhne in Mährifch­Schönberg, F. A. Heinz in Freudenthal, Anton Schmidt in Grofs- Ullersdorf, Camilla Fölfer in Lichtenau, der Wiener Weltausftellung geliefert hatten.

Die mechanifche Weberei befindet fich in Oefterreich, was Leinen anbe­langt, noch in den Kinderjahren. Zur Ehre der mährifch- fchlefifchen Handweber fei es gefagt, dafs fie den an früherer Stelle hervorgehobenen böhmifchen Webern an Gefchicklichkeit vollſtändig gleich ftehen. Man hat daher auch, als die Seidenweberei von Wien auszuwandern begann, das Augenmerk hauptsächlich auf die angedeutete Arbeitskraft angewendet, und fich in den Erwartungen nicht getäuscht.

Die Leinen- Handweberei wird aber dem Schickfale der Handfpinnerei nicht entgehen. Es haben die mechanifch gewebten Leinenartikel der erzherzog­lich Albrecht'fchen Fabrik in Tefchen, der Freiwaldauer und eines Schönberger Etabliffements gezeigt, dafs die Maſchinenweberei rüftig vorwärts fchreitet. Man producirt in diefen Werkstätten zwar noch theurer mit dem Kraftftuhl als mit der Hand, jedoch bieten die Rafchheit der Erzeugung und die Vorzüge der Fabrica­tion in gefchloffenen Etabliffements nicht zu unterfchätzende Vortheile. Diefe werden bei dem raftlofen Fortfchritt, welchen die Mechanik auf allen Feldern bethätigt, wohl noch durch leichtere Handhabung und geringere Anfprüche des Power looms an die bewegende Kraft als bisher, unterſtützt werden.

Oefterreich- Ungarn mufs grofsen Werth auf die Erhaltung und Entwicklung feiner Leinenwaaren- Induftrie legen. Sie bafirt auf dem einheimifchen Flachs- und Hanfbau, fie ift eine Ziffer des Activhandels, mit der man rechnen mufs. Selbft­redend find nachfolgende Daten, welche den Antheil der einzelnen Textilindu­ftrien am öfterreichiſch- ungarifchen Import und Export während der Jahre 1868, 1869, 1870 klar darftellen.

Baumwoll- Waaren

Wollenwaren

Seidenwaaren

Summa

dagegen

Import 4,624.210

15,194.203

20,348.153

40,166.566

Export 5,882.665

16,412.046

10,344.000

32,638.711

Export

Leinenwaaren

Import 2,817.007

15.610.096

Es überfteigt daher der Export den Import an Leinenwaaren um öfterreichi­fche Währung fl. 12,793.089 oder in Percenten ausgedrückt um mehr als 450 Percent und ift defshalb der vollen Berücksichtigung werth.

Die k. k. öfterreichiſche Regierung hat der Förderung des Flachsbaues bereits ihr Augenmerk zugewendet. Man kann ihren Bemühungen nach diefer Richtung nur ungetheilte Anerkennung zollen. Anders fteht es mit der Förderung der Spinnerei- und Webereibranche und mit der Eröffnung von neuen Abſatz­gebieten. Mafchinen für Spinnerei und Weberei find bekanntlich aus dem Aus­lande annoch zu beziehen. Deren zollfreie Einfuhr fiel den fiscalifchen Rück­