Flachs- und Hanf- Induftrie.
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Die feinfte Qualität ift Serajgunge, dann folgt Naraingunge und als geringfte Sorte Dowrahjute. Die feinen Qualitäten zeichnen fich namentlich durch eine helle, weifsgelbliche, oft filbergraue Farbe und durch Länge aus; es kommen darunter zuweilen Fafern in einer Länge von vierzehn englifchen Fufs vor. Die ordinären Gattungen find meift kurz, braun von Farbe, mit baftigen Theilen behaftet und haben ganz grobe, lange, holzartige Wurzelenden.
Ein grofser Theil des in Bengalen gebauten Jute wird feit unvordenklichen Zeiten von den Hindus verfponnen und verwebt und bildet diefe Induſtrie die hauptfächliche Befchäftigung aller der volkreichen Diftricte von Niederbengalen. Man findet fie bei allen Claffen der dortigen Hindubevölkerung, in jedem Haufe, ganz in der Weife, wie das früher in Deutfchland volksthümlich gewefene Flachsſpinnen. Die Eingebornen fertigen aus dem Jute verfchiedene Gattungen von Geweben, wovon viele gefärbt werden; einen Theil davon verweben fie zu ihrer Kleidung, den gröfsten Theil aber zu Säcken für Reis, Zucker, Baumwolle etc. und find diefe Säcke unter dem Namen„ Gunny Bags" im Handel als ein bedeutender oftindifcher Exportartikel bekannt.
Nach Dr. Forbes Watfon's früheren Ermittlungen werden in Oftindien circa fechs Millionen Centner Jutefafer producirt, wovon ein Drittel zur Ausfuhr und zwei Drittel zur Anfertigung von" Gunny Bags" und anderen Geweben Seitens der eingebornen Bevölkerung gelangen.
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Seit der Zeit, dafs diefe Ermittlung ftattgefunden hat, mufs die Production in bedeutendem Mafse zugenommen haben, denn, wie aus den in der Anlage verzeichneten Zahlen fich ergibt, betrug allein die Ausfuhr von Jute aus Calcutta im letzten Jahre( 1872) 1,891.000 Ballen circa 6,000.000 Centner pro anno und es darf angenommen werden, dafs der Verbrauch in Indien keine Verminderung erlitten hat; denn, wenn auch wirklich die Handweberei der Hindus in der Abnahme begriffen fein follte, fo ift doch durch die in den letzten Jahren in. Indien entstandenen, fehr ausgedehnten mechanifchen Spinn- und Webereien ein ganz bedeutender neuer Factor für den Confum des Rohproductes an Ort und Stelle hinzugekommen, der die Handweberei mehr als aufwiegt.
Dundee ift der Sitz der grofsartigen und zukunftsreichen Induftrien, indem es wohl vier Fünftel der gefammten englifchen Jutewaaren erzeugt. Nachftehende Zahlen find derfelben Quelle entlehnt:
Ausfuhr
von Jute aus dem Hafen von Calcutta.
Diefelbe betrug vor 20 Jahren( 1852 und 1853) ftieg in der Saifon 1868 1869 auf
وو
17 0.022 Ballen 962.4 87 987.314
22
" 9
1869
27
29
27
27
"
"
1870
"
1870 1871
77
"
99
29
"
29
77
"
1871
"
"
99
ንን
99
1872
.
1,89 1.9 1 2
وو
17
وو
1,3 7 7.1 65
Confum
von Rohjute im Jahre 1872.
Ungefährer Werth nach der Fabrication
3,000.000 Centner. 36,000.000 Thaler
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In Europa:
In Grofsbritannien und Irland
auf dem Continente.
in Nordamerika
Summe
750.000
97
9,000.000
22
1,1 76.000
27
14, II 2.000 99
4,9 26.000 Centner 59,11 2.000 Thaler
Der Confum in den übrigen Welttheilen ift nicht bekannt. Oftindien dürfte ein ebenfo grofses Quantum wie Grofsbritannien und Irland confumiren.
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