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Fertige Kleider : (Gruppe 5, Section 7) ; Bericht / von Ig. Ortmann, Anton Kreuzig, Josef Mignotti, Wilhelm Pless, Franz und Max Stiasny
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Frauenbekleidungen.

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Neben diefer reichen Mandarinenfrau konnten wir in der chinefifchen Abtheilung noch mehrere andere theils vollständige Anzüge, theils einzelne Theile von folchen wahrnehmen. So fahen wir zwei reich geftickte Theatermän­tel, mehrere Sonnenfchirme, Kopffchmuck- Gegenftände, ferner Frauen- Bein­kleider, Hemden und Strümpfe aus Gentian Gaz, die alle zeigen, welch hoher Luxus in Damenanzügen in China herrfcht.

Die in derfelben Abtheilung ausgeftellt gewefenen, von Papiermaffe gefer­tigten Puppen, welche uns die Trachten der bürgerlichen Claffen veranfchau­lichten, zeigten uns abermals, wie divergirend fich die Gefchmacksrichtungen bei jedem einzelnen Individuum äussern.

Wenn die Chinefen auch nicht fo viele Variationen wie unfere Damen in den Schnitten ihrer Kleider vornehmen es bedünkt uns, dafs fie darin eine gewiffe Stabilität beobachten- fo fahen wir doch, welche Mannigfaltigkeit fie in der Wahl und Zufammenftellung der Stoffe, der Farben und der Decorirung ent­wickeln können.

Japan dagegen hat uns nur eine grofse Menge der verfchiedenartigften, Stoffe für Damenkleider vorgelegt, welche fo viel Intereffe boten, dafs fie fchon von vielen anderen Seiten und in den öffentlichen Blättern eingehendft beleuchtet worden find.

Uebrigens gehören uns auch die Stoffe als folche nicht an. Im Coftüm mögen fich die Japanefen wenigftens nach den lebendigen Exemplaren, die im Originalcoftüm die Ausftellung befuchten, wenig von den Chinefen unterfcheiden. Die Reformen des gegenwärtigen Beherrfchers des oftafiatifchen Kaiferreiches find gewifs noch nicht fo tief ins Volk eingedrungen, dafs fie alles Originelle fchon vernichtet hätten. Wenigftens waren drei bis vier etwas verborgene und nicht vollſtändige Frauenanzüge, worunter ein fchöner Damen- Schlafrock, von der alten Originalität.

Perfien dagegen hat den alten Ruf feiner Stoffweberei nur wieder neu bewährt, indem es uns eine reiche Sammlung der fchönften und gefchmackvollften Cachemir- Long- Shawls und Umhängtücher, in denen es mit den indifchen Fabri­caten gleiches Renommé behält, zur Anficht übermittelt hat.

Die meiften Frauenanzüge aber konnten wir in der Türkei bewun­dern. Wir müffen es uns jedoch verfagen, diefe ins Unendliche gehenden Arten der Trachten einzeln zu befchreiben, wodurch dem Lefer doch nie das richtige Bild gegeben werden kann. Nur fo viel mufste jeder Befchauer erkennen, dafs der Typus diefer Anzüge unter den afiatifchen Völkern jenem der indifchen Frauen am nächſten kommt. Die türkifche Frau trägt meiftens eine Wefte aus Seide, worunter ein Chemiſette aus Tüll, Algerienne oder einem anderen Baum­woll- Stoffe liegt, einen fehr faltenreichen Rock, der unten bis auf zwei Oeffnungen für die Füffe zugenäht ift und faft einer Pumphofe ähnelt; in vielen Fällen bindet fie eine reich mit Gold geftickte Gazefchürze um. Von den Schultern fällt ein Tuchpaletot mit weit offenen Aermeln herab. Ihre Fufsbekleidung befteht meiftens aus groben, jedoch buntgeftrickten Harrasftrümpfen und Chagrinleder- Schuhen, Pantoffeln oder auch halbhohen Stiefeln.

Auffallend ift bei ihnen die Verfchiedenheit der Gebräuche, fich zu ver­fchleiern. Die Eine hüllt ihren ganzen Kopf und das Geficht in ein faft dichtes Gewebe derartig ein, dafs ihr nur eine kleine Spalte zur Durchficht ihrer Augen offen bleibt. Die Andere hat an ihrer Kopfbedeckung, die aus einer fchwarzen Kappe befteht, ein aus fchwarzem Rofshaar gewebtes Schürzchen angebracht, das bis über das Kinn herabreicht. Eine Dritte trägt auf ihrem Haupte einen Blumen­kranz, von welchem aus eine unzählige Menge Goldfäden in reicher Fülle bis zu ihren Knieen herabrollen und ihr Geficht verbergen.

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