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Fertige Kleider : (Gruppe 5, Section 7) ; Bericht / von Ig. Ortmann, Anton Kreuzig, Josef Mignotti, Wilhelm Pless, Franz und Max Stiasny
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Frauenbekleidungen.

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der Aussteller der Generaldirection fchon im Monate April verfügbar ftellen mufste, ift durch den rapiden Wechfel der Mode im Juni fchon wieder halb antiquirt, und verfehlt fomit zum gröfsten Theil feinen Zweck.

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Ein zweiter Factor diefer kleinen Betheiligung mag auch dem Umftande zugefchrieben werden, dafs fich diefer Artikel was befonders für den öfter­reichifchen Fabrikanten gilt nicht als Exportartikel betrachten läfst. Das Frauenkleid ift nur auf einen kleinen Kundenkreis befchränkt, den fich kein Fabrikant durch eine Ausftellung der vorerwähnten Gefchmacksveränderung wegen erheblich erweitern würde. Die Urfache aber, warum diefer Artikel keine Exportation erzielen kann, liegt vor Allem in unferen allzu theueren Lebensverhältniffen, die fchon zu oft befprochen find, als dafs wir fie wieder auf­zählen follten.

Oefterreich, welches durch drei kleine, weniger bekannte Wiener Häufer vertreten war, brachte uns mehrere Strafsentoiletten, einige Soirée- und Ballkleider und einen Schlafrock. Diefelben waren durchgehends mit fehr viel Fleifs gearbeitet, zeugten von lebhafter Phantafie und Erfindungsgabe. Auch find, das fei hier zur Ehre unferer Induftrie, wie fchwach fie auch vertreten war, erwähnt, fämmtliche Ausftellungen prämiirt worden.

Ungarn, durch eine bekannte renommirte Pefter Firma erfteren Ranges repräfentirt, hatte eine ſehr ſchöne, reichhaltige Ausstellung gefchaffen, die dem Haufe alle Ehre macht. Wir wollen nur erwähnen ein recht gefchmackvoll zufammengeftelltes Ballkleid, welches von apfelgrüner Faille gemacht, mit Thee­rofen und echten Brüffeler Applicationsfpitzen geputzt war und die fchauluftigen Damen magifch anzog.

Frankreich, in deffen Abtheilung ein Parifer Haus feine fehr zahlreichen Toiletten ausgeftellt hatte, hat uns leider keinen feiner Heroën der Mode vorgeftellt. Immerhin aber war die Expofition diefes einen Haufes grofsartig zu nennen. Wir bemerkten dort ungewöhnlich reich und fchwer geftickte Strafsen-, Soirée- und Vifitekleider. Defsgleichen mehrere Ballkleider und Sammt confectionen von grofsem Werthe Die Stickereien waren mit einer bewunderungswürdigen Technik durchgeführt. Bezüglich der Schnitte der Kleider hielt fich das Parifer Haus an die Vorfchriften der jetzigen Mode, ohne uns eine originelle Idee zu verrathen.

England. Das Londoner Haus hatte ebenfalls eine namhafte Anzahl reicher Faillekleider zur Ausftellung gebracht. Diefelben waren alle fehr mühevoll arrangirt, hatten prachtvolle Stoffe in fich, und waren auch die Farben derfelben fo recht nach dem gediegenen englifchen Gefchmack, allein wir glauben kaum, dafs fie den Gefchmack unferer continentalen Damen befonders angelockt haben werden.

Bei Betrachtung diefer europäiſchen Damentoiletten mussten wir unwill­kührlich einen Rückblick auf jenes in der additionellen Ausftellung befindliche Hochzeitskleid aus filberdurchwebtem Stoff mit goldgeftickter Bordure uns geftatten und konnten die Dimenfionen der Frauenkleider von Einft und Jetzt bewundern. Diefes Kleid, welches aus dem Anfange des XVIII. Jahrhunderts herrührt, hatte zu feiner Anfertigung etwa 10 Ellen Stoff erfordert, wogegen die Kleider, welche unfere heutigen Damen tragen, und wovon wir einige von der Ausftellung anführten, nicht weniger als 40 bis 50 Wiener Ellen, mitunter fogar darüber, beanfpruchen.

Eine Ueberzeugung haben wir und es wäre eine grofse Ungerechtigkeit oder beiſpiellofe Anmafsung und Selbftüberhebung, wenn wir ein Refumé unferer Erfahrungen auf dem Gebiete der Frauenbekleidungen machen, und nicht bekennen wollten, dafs die Moden der gefammten Völker des Erdballes, foweit fie von europäifcher Cultur berührt find, ihren Urfprung in Frankreich, in Paris, haben. Es