Hüte.
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Samuel Janowitz von Brünn mit Filz- und Seidenhüten zeugten von fleifsiger Arbeit, zumal verdienen die erfteren alle Anerkennung.
Val Grofsft einer aus Bozen zeigte uns die unendlichen Abftufungen der Kopfbedeckung im Tirolerlande; auch hat derfelbe einen Teppich von Filzabfällen ausgeftellt, welcher erwähnt zu werden verdient.
Böhmen war durch zwei Firmen vertreten. Röhring& Comp. aus Prag eine bedeutende Fabrik für Erzeugung von Wollhüten zum Export und Anton Srba aus Prag mit Woll-, Haar- und Seidenhüten.
Die Betheiligung des deutfchen Reiches war eine ebenfo zahlreiche als die der öfterreichifchen Abtheilung. Die deutfche Filz- und Seidenhut- Induftrie wurde von jeher mehr gepflegt als bei uns in Oefterreich; praktifche vortheilhafte Mafchinen waren dort viel früher in Anwendung, defshalb ift die Maffenerzeugung eine viel ftärkere und der überfeeifche Export ein bedeutenderer.
Die Firma H. Schuchard in Darmstadt hat fich befonders durch ihre weichen und walkfarbenen Hüte ausgezeichnet. Gebrüder Merk in Offenbach lieferten ganz Gediegenes von Filzhüten, auch waren die Farben fehr mannigfaltig und fchön; das Fabricat bekundet entfchiedenen Fortfchritt. Auch
Mökel in Homburg bot fehr Gelungenes von Filzhüten, fowohl in Farbe als Qualität, ebenfo wie Mayfer& Sohn in Ulm und Kramer& Söhne in Lahr. Guftav Schweifs in Offenburg brachte Filzhüte von durchgehends guter Qualität und forgfältiger, gefchmackvoller Adjuftirung.
Dié oben angeführten fechs Firmen find die hervorragendften der deutfchen Ausstellung in der Filzhut- Branche. Ausgezeichnet waren die Wollhüte der Firma C. J. Wilke in Guben. Ihre Fabrik, vor wenigen Jahren noch ganz unbedeutend, ift heute riefig emporgewachfen. Das Ausgeftellte war das Vollendetfte, was wohl je in dem Genre auf einer Ausftellung gezeigt wurde.
Uebrigens verdienten die Seidenhüte von Theodor Müller aus Berlin, von Adolf Dufaur aus Hamburg und Carl Sick und C. Bortfeld aus Bremen auch Anerkennung.
Die Ausstellung des Letzteren brachte eine Specialität in zweifärbigen Hüten, z. B. auswendig grün, inwendig fchwarz; die Hüte find nicht aus Doppelfilz, fondern aus einem gearbeitet. Wenn die zuletzt aufgetragenen Farben haltbar find, was bezweifelt werden mufs, wäre diefe Methode von grofser Wichtigkeit, denn die Farbe ift offenbar im kalten Zuftande ftark angefetzt, durch einfaches. Beftreichen des Filzes aufgetragen, auch find die Hüte vorzüglich gut gewalkt.
J. C. Zehme, München, zeigte faft ausfchliefslich bordirte Gala- und Uniformhüte in origineller guter Ausführung.
Ungarn hat fich ebenfalls lebhaft an der Weltausftellung betheiligt und war durch 17 Firmen vertreten.
In Ungarn wird die Hutmacherei fleifsig betrieben; faft in jedem kleineren Orte ift diefer Zweig vertreten, da jeder Bauer dort einen Hut trägt. Die Erzeugung befchränkt fich aber zumeift auf ordinäre Haar- und Schafwoll- Hüte, in feinen Filzhüten, mit Ausnahme von Peft, wo einzelne Firmen fich mit Erzeugung von folchen Hüten befaffen, wird in befferer Waare das ganze Land von Wien aus verforgt. Brüder Guentzer aus Peft, Seiden- und Filzhüte, verdienen alles Lob.. Sowohl ihre Seiden- als Filzhüte find von guter Qualität, ebenfo wie die Artikel von S. Kron& Sohn aus Peft, Asmann in Peft und Gerersdorfer aus Agram.
Italien war durch 15 Firmen vertreten.
Diefes Land hat in den zwanziger und dreifsiger Jahren noch ziemlich Exportgefchäft gemacht, ift aber in neuerer Zeit von anderen Ländern überflügelt