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Fertige Kleider : (Gruppe 5, Section 7) ; Bericht / von Ig. Ortmann, Anton Kreuzig, Josef Mignotti, Wilhelm Pless, Franz und Max Stiasny
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Hüte.

19 zügliche, und beziehen die Schweiz und Frankreich derlei Rohwaare, um felbe dann gefärbt und die Plateau als weifs gemacht im Handel zu bringen.

Frankreich war durch drei Parifer Häufer vertreten, durch Durft­Wild, Mattenberger- Chevy und Dellatre. Sie brachten alle fchöne Erzeugniffe, Specialitäten im färbigen Baft, echtem Baftplateau und Phantafiehüte. In Nouveautés liefern jedenfalls die Parifer ftets das Befte und find dort eine grofse Anzahl Firmen, welche durch ihre Reifenden in allen Ländern nach Mufter­collectionen der verfchiedenen Erzeugung Aufträge entnehmen. Von diefen Hüten werden meift nur Mufter beftellt, da felbe theuer zu ftehen kommen. Dortige Fabrikanten, worunter auch die obigen zwei Firmen, laffen ihre eigenen Agenten reifen und erzielen auf ihre Erzeugniffe namhafte En gros- Beftellungen.

England war nur durch Vyse Sons in London vertreten mit aus­gezeichnet fchönem Geflechte, vor züglicher Näharbeit, Appretur und guten Formen. Es fehlten auch hier alle anderen renommirten Firmen, was umfo mehr zu bedauern ift, als eben England mit Strohhüten den gröfsten Handel macht; fogenannte echt englifche Geflechte find eine Specialität, welche fich durch befondere Gleichheit der Flechtung und hohen Glanz auszeichnen.

Die englifchen Hüte zeigten auch eine eigenthümliche Näharbeit, ganz ver­fchieden mit der bei uns gebräuchlichen, fowie eine vorzügliche fchöne Appretur.

Belgien hatte wenig, Rufsland nur Gewöhnliches ausgeftellt.

Der Fachmann kann nur mit gröfster Befriedigung auf die Leiftungen und den Fortfchritt in diefem Gefchäftszweige blicken und das eifrige Streben anerkennen, welches durch die Einführung der Hutpreffen, Nähmafchinen und Verbefferung in dem Bleichverfahren feit einigen Jahren erzielt wurde.

Ihrem Zwecke nach würde auch die Fezfabrication in unfer Referat gehören. Da fie jedoch in ihrer Erzeugung der Hutfabrication ganz fremd und allein der Wirkwaaren- Erzeugung angehört, fo verweifen wir auf das Referat darüber. Nur einige Bemerkungen darüber feien geftattet.

Die Fezfabrication ift eine Specialität Oefterreichs, wo fie in Böhmen und Wien fehr tüchtig gepflegt wird.

Die Lage der Wiener Fezfabrication ift aber heute gegen frühere Jahre eine wenig beneidenswerthe.

Nicht im Stande der billigen Arbeitskraft Böhmens die Spitze zu bieten, waren die Fabrikanten in Wien und deffen nächfter Umgebung genöthigt, nach und nach die Anfertigung ordinärer Waare, in welcher der grofse Confum befteht, hauptfächlich Strakonitz zu überlaffen und fich ausfchliefslich auf feine Waare zu werfen. Der Bedarf in feinen Qualitäten ift zu gering, um fämmtliche Wiener Fabriken laufend zu befchäftigen, und obgleich es den Anftrengungen der Wiener Fabrikanten, durch fchöne Waare das Renommée zu erhalten gelungen iſt, dürften die erzielten Preife bei dem veränderten Umfatz und den ftets höher gehenden Arbeitslöhnen nicht im Einklang ftehen, denn eher an Reducirung der Fabriken und nicht an eine Ausdehnung oder eine Bekämpfung der auswärtigen Concurrenz wird gedacht.

Nur die angeftr ebte Veredlung des Artikels, wenn ich fo fagen darf, war feither im Stande, den Orient immer wieder zu dem Wiener Fabricat zurück­zuführen. Einmal die fchon angeführte beffere Qualität, neben einer pünktlichen, überlegenen Ausführung des Fabricates, wobei hauptfächlich die Futter von Holzftroh, Batift mit Kautfchuk und Leder, welche das unter dem Fez getragene

Siehe Ludwig Glogau ,,, Die Wirkwaaren".

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