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S. Goldfchmidt.
Der Qualität der erzeugten Waare nach, wenn auch nicht in der Gröfse des Umfatzes folgt dem die Lackleder- Fabrik von L. Melas& Comp. in Worms. Seit 1857 beftehend, hat diefes Etabliffement fehr bedeutende Fortfchritte gemacht und zählt zu den beften in Deutfchland.
Die jüngfte unter den füddeutfchen Fabriken ift L. Schlöffer& Comp. in Worms, die fehr fchöne lackirte und gewichfte Kalbfelle ausgeftellt hatte. Erft 1871 gegründet, wurde, wenn befonders die kurze Zeit des Beftehens in Anfchlag gebracht wird, Vorzügliches geleiftet.
Wir haben, um die Reihe der grofsen Lackleder- Fabriken in Worms zu vervollſtändigen, der Wormatiage fellfchaft für Lederfabrication zu erwähnen, die 1871 einen Umfatz von 2,255.000 fl. machte.
Als die erfte und gröfste Leder- und Lackirfabrik Baierns finden wir die Actiengefellfchaft für Lederfabrication. vormals Ignaz Mayer, in München. Gegenwärtig ift befondere Specialität der Fabrik die Erzeugung von genarbten lackirten Wagenverdeck- Häuten und von gelbem Sattlerleder. In der Fabri cation der lackirten Verdeckhäute ift felbe in Deutfchland noch unübertroffen.
Schöne Fabricate in lackirten Verdeckhäuten hatten ferner ausgeftellt: Adolf Günther in Kaufbaiern, A. Rühl& Comp. in Eckrad und J. M. Moellen in Popfingen.
Farbiges Lackleder, ein befonders fchwierig zu erzeugender Artikel, brachten in guter Qualität Carl Rehm in München und Theodor Linfe in Popfingen. Schwarz genarbte, gefchmierte Wagenverdeck- Häute, mit welchen Deutfchland noch zumeift Oefterreich verfieht, wo diefer Artikel noch wenig fabricirt wird, waren gröfstentheils durch die Collectivausftellung der Fabrikanten in und bei Mühlheim an der Ruhr vertreten, wo diefer Zweig der Lederinduftrie feinen Hauptfitz hat. Die aufserordentlich thätigen und intelligenten Gerber der dortigen Gegend haben fich diefe Specialität fo zu eigen gemacht, dafs eine Concurrenz mit denfelben äufserft fchwierig fein dürfte. Zu den beften gehören Heinrich Coupienne, Friedrich Richter& Comp. und Guftav Schürmann.
Gefärbte Lederwaaren waren höchft brillant vertreten durch Hering& George in Strafsburg, G. Zingrafin Bonnames und von Carl Bettelhäuferin Mainz mit einer grofsen Collection diverfer Leder in fchöner Ausführung. Carl Simon Söhne in Kirn an der Nahe hatten fchöne gefärbte oftindifche Ziegenleder fowie Gebrüder Hausmann in Frankfurt farbige Ziegen- und Kalbfelle ausgeftellt. In fchwarzen Ziegenledern hatte Wilhelm Simon in Kirn fehr fchöne Waare.
Die bedeutende Berliner Farbenleder- Fabrication war blofs durch Löwenthal& Waldow, aber von diefen in hervorragender Weife vertreten. Die von denfelben ausgeftellten Ledertapeten zeugten von befonderem Gefchmack. Die Fabrication von Kalbkidleder dürfte wohl in Deutfchland am ftärksten in Europa und zwar gröfstentheils für den Export nach England und Amerika betrieben werden. Die Centralpunkte diefer Induftrie find bis jetzt München und Dresden, von wo fie fich fowohl nach Süd- wie Nord- Deutfchland ausbreitete. Die Menge der Erzeugung dürfte nicht viel geringer fein als die der lackirten Kalbfelle. Auf der Ausftellung war felbe hauptfächlich vertreten durch Bromberger & Seiler, Auguft Rücker in München und die Dresdner Lederfabrik, vormals Robert Bierling der Vierte, doch hatten auch andere Vorzügliches geleiftet, befonders die früher genannten Wormfer und Mainzer Lackirfabriken, die faft alle diefen Artikel jetzt erzeugen.
In alaungaren Schaffellen für Handfchuhe war manches Schöne ausgeftellt. Wir nennen hier als vorzüglich M. Geifthöfel in Ham an der Lippe, J. Röckl in München, Johann Ludwig Ranninger& Söhne in Altenburg und G. Jahn in Brandenburg. F. A. Umenhofer in Brandenburg hatte fchöne Felle für feine Uhren- Blasbälge; von Alaun- Schafleder für Schuhmacher hatten Ch. Dörr in Grüneberg und Albert Gräbner in Raguhn fchöne Mufter aufgelegt.