26
F. W. Haardt.
war in feiner Ausführung hinter den fonftigen Leiftungen diefes Werkes zurückgeblieben.
Die Gewerkfchaft Hammerau, Afchthal und Hohen Afchau in Bayern hatte einige exact ausgeführte Eifengüffe zur Schau geftellt, welche Anerkennung fanden.
Erwähnenswerth bleiben noch die Giefserei- Erzeugniffe der Karlshütte zu Dellinghaufen im Herzogthume Braunfchweig, weil diefelben in fo vorzüglichem und reinem Guffe ausgeführt waren, dafs fie allgemeine Anerkennung fanden. Namentlich die fehr praktifchen und fauber ausgeführten Regul.röfen find es, die alles Lob verdienen.
Was nun unfere eigenen vaterländifchen Leiftungen auf diefem Gebiete betrifft, fo fchicken wir zunächft die Thatfache voraus, dafs fich hier erft in neuefter Zeit ein erfreulicher Fortfchritt in der Gufseifenbranche bemerkbar gemacht hat.
Es fehlte nicht an grofsen und vielverbreiteten Eifengiefsereien, die Mafchinen und ordinären Gufs zweckentfprechend erzeugten, aber fo bald es fich um feineren Bau- und Ornamentgufs handelte, fo wandte man fich nach Frankreich, England und Deutfchland, weil man glaubte, dafs feinerer Eifengufs in Oefterreich nicht erzeugt werden könne.
Diefes Verhältnifs hat aber in letzterer Zeit eine beachtenswerthe Wendung zum Befferen genommen. In dem Mafse, als man in den letzten Jahren mehr und mehr den grofsen Werth und Reichthum unferes vorzüglichen Eifenmaterials für die Technik erkannt hatte, und in dem Mafse, als fich Kunft, Architektur und Induftrie mächtig zu regen anfingen und man die Wichtigkeit und Verwendbarkeit des Gufseifens auch zu Bauzwecken erkannte, wurde auch bei uns die GufseifenInduſtrie rege und machte man bedeutende Anftrengungen, dem Auslande den Vorrang ftreitig zu machen.
Inwieweit diefe fchon im Jahre 1873 erfolgreich waren, zeigte uns die Aus ftellung öfterreichifcher Producte.
Als die hervorragendfte Leiftung auf diefem Gebiete mufs die Expofition der Meidlinger Giefserei des Herrn R. Ph. Waagner bei Wien betrachtet
werden.
Die in dem nördlich des Hauptgebäudes errichteten Pavillon ausgeftellten Objecte, fämmtlich in den Bereich des Bauguffes gehörig, müffen den beften Erzeugniffen des Auslandes zur Seite geftellt werden; denn die einzelnen Gegenftände als: Gitter, Balcone, Candelaber, Geländerftäbe, Treppen, Säulen etc., waren in fo reinem und fcharfem Guffe ausgeführt, und die Bearbeitung der complicirteren Stücke mit folcher Gefchicklichkeit durchgeführt, dafs man darüber nur Eine Stimme des ungetheilten Beifalls vernahm. Erfreulich ift es, dafs wir nunmehr im Bezuge diefer Artikel vom Auslande unabhängig find; mehr aber noch, dafs die Leiftungen des Waagner'fchen Etabliffemants auch bereits über die Landesgrenzen hinaus die verdiente Anerkennung finden, da namhafte Beſtellungen aus Italien, Rufsland, felbft aus Brafilien zur Ausführung kamen, neuerlich auch bedeutende Mengen feiner decorativen Erzeugniffe nach dem deutfchen Zollvereine, namentlich nach Süddeutſchland exportirt wurden. Hiebei wollen wir nicht unerwähnt laffen, dafs Waagner's Stalleinrichtungen, von denen er Mufter in feinem Pavilion ausgeftellt hatte, ihrer foliden, fauberen und praktiſchen Einrichtung und Ausführung wegen ebenfalls im In- und Auslande die ausgedehntefte Verwendung finden und einen grofsen wohlverdienten Ruf geniessen.
Auch das in Conftruction und Ausführung gelungene, aus Gufs- und Schmiedeifen hergeftellte Palmenhaus wird den Befuchern der Ausftellung noch in freundlicher Erinnerung ftehen.
Aufser der Waagner'fchen Ausftellung verdienen in der ehrenvollften Weife erwähnt zu werden: Die Herren Leopold Lindftedt in Wien, die Fürft Salm'fche Eifengiefserei in Blansko, die Schlick'fche Eifen