ERZEUGNISSE AUS KUPFER, ZINK, BLEI, ZINN,
NICKEL UND DEREN LEGIRUNGEN.*
( Gruppe VII, Section 4.)
Bericht von
GUSTAV EDLEN V. ROSTHORN.
Um der befferen Ueberficht willen theilen wir diefe Materie in 2 Ab thei
lungen:
1. jene der Halbfabrikate;
2. jene der fertigen Waaren.
Die Wiener Weltausstellung hat in Bezug auf die Metallerzeugung ein richtiges Bild der in den einzelnen Ländern gemachten Fortfchritte nicht gegeben; denn würde man nur von den ausgeftellt gewefenen Metallen und Metallwaaren auf den heutigen Stand diefer Induftriezweige fchliefsen, müfste Oefterreich unbedingt als das meift vorgefchrittene Land bezeichnet werden, während doch thatfächlich England, Frankreich und Belgien in vielen Metallerzeugniffen Oefterreich überragen.
Die unrichtige Anfchauung, welche die Wiener Weltausstellung über Metalle und Metallwaaren veranlafste, erklärt fich eben durch die auffallende Enthaltfamkeit, welche England, Frankreich, Belgien und auch Deutſchland in Bezug auf die Befchickung der Ausftellung beobachteten.
Welcher Grund hiebei mafsgebend war, kann nicht mit Beftimmtheit angegeben werden. Die Vermuthung geht dahin, dafs fremde Fabrikanten von der Ausftellung keinen befonderen Nutzen hoffen konnten, weil es die Verhältniffe kaum zuläffig erfcheinen laffen, dafs fremde Ausfteller von Metallwaaren einen Markt in Oefterreich gewinnen.
Diefe Vermuthung gewinnt an Wahrfcheinlichkeit, wenn berücksichtigt wird, wie grofsartig z. B. Frankreich in Bronzearbeiten auf der Ausftellung ver
treten war.
Da, wo es vorwiegend auf Gefchmack und Kunftfertigkeit ankam, hat insbefondere Frankreich nicht gezögert, die Ausftellung auf das Reichlichfte zu befchicken in der Vorausficht eben, fich ein grofses Abfatzgebiet zu erringen.
* Wenn der vorliegende Bericht lückenhafter erfcheint, als wir es im Intereffe des Gegenftandes felbft wünſchen, fo wolle das damit entfchuldigt werden, dafs wir den Auftrag zur Abfaffung desfelben fo fpät erhielten, dafs wir nur die Notizen zu benützen in der Lage waren, welche wir uns während den Berathungen der Jury gemacht hatten.