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Guftav Edler v. Rofthorn.
Erftaunlich find die Mengen von Meffing- und Tombakblech und Draht, welche dafür und für die Anfertigung von falfchem Schmuck verbraucht werden. Böhmen allein bedarf dazu circa 200.000 Kilogramm im Jahre.
Bronzeketten.
Scheinbar unbedeutend, fpielt diefer aus Meffing- und Tombak draht angefertigte Artikel in unferen Ausfuhrliften eine namhafte Rolle. Gröfstentheils Uhrketten, werden diefe in der Façon mit derfelben Sorgfalt angefertigt, wie die echten Goldketten. Der jährliche Verbrauch an Meffing- und Tombakdraht in Oefterreich ift annähernd auf 30.000 Kilogramm zu veranfchlagen. Der Metallwerth beträgt kaum zehn Percent des Verkaufspreifes der Erzeugniffe. Diefe Bronzeketten werden nach Deutfchland, Rufsland, Frankreich und Amerika ausgeführt und beträgt der Verkaufswerth bei einer halben Million Gulden im Jahre. An der Ausstellung betheiligten fich die Wiener Firmen: Jean Bolzani, Adolf Ritter, Franz Bowensky, J. Seidl, Wilhelm Tobias, Franz Reiter u. f. w.
Metallgewebe.
Sehr dünn gezogener Meffingdraht wird wie Garn verwebt. Diefe Erzeug niffe, Metalltücher" genannt, finden häufige Verwendung bei der Papierfabrikation, bei Zuckerfabriken und bei Kunftmühlen.
Befondere Aufmerkſamkeit erregten die ausgeftellten Erzeugniffe von Hutter& Schrautz in Wien. Diefe Gewebe zeichneten fich durch anfehnliche Gröfse( 3 Meter breit), durch Reinheit und Gleichförmigkeit aus. Auf eine Entfernung von nur wenigen Schritten fehen fie einem Baumwollftoffe täufchend ähnlich.
Aufser diefer Firma führten Paul Kollerich in Peft, Georg Rothkäppl und Johann Meerkatz in Wien fehr verdienftliche Leiftungen vor. Für Metallgewebe werden in Oefterreich jährlich an 30.000 Kilogramm Meffingdraht verwendet. Die dünften Sorten werden bei Anfertigung von Briefpapier gebraucht. Die betreffenden Gewebe find fo zart, dafs der Quadratcentimeter 40 Kettenfäden zählt.
Sehr Beachtenswerthes bot auch Hugo Neumann in Warfchau.
Mundharmonika's.
Für diefe Fabrikation werden in Oefterreich im Jahre circa 35.000 Kilogramm Meffing- und Packfongbleche verbraucht. Sie wird vorzugsweife in Wien betrieben und der gröfste Theil der Erzeugniffe nach Rufsland und Amerika ausgeführt.
Die bedeutendften Fabrikanten: Wilhelm Thie, Filipp Brunnbauer, Franz Mayer, Leopold Pippifch, Johann Troppitz, Carl Pitfch, fämmtlich in Wien, hatten die Ausstellung befchickt.
Metallrahmen.
Einen fehr namhaften Fabrikationszweig bilden die Erzeugniffe von Metallrahmen für Cigarren- und Geldtafchen, ferner von Etuisbefchlägen und Charnierebändern. Es werden in diefen Artikeln an verfchiedenen Metall- Legirungen,