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Johann Newald. Waffen mit Ausnahme von Kriegswaffen.
Griff und Korb derfelben Gegenftände für die Entwicklung einer eigenthümlichen reich belebten Technik- ja nur zu oft einer hervorragenden Kunftthätigkeit.
Auch diefe Periode ift abgefchloffen und erlitt fomit in Bezug auf Civilwaffen die Waffenerzeugung eine abermalige erhebliche Befchränkung ihres Gefchäftsfeldes.
Die Seitengewehre, welche in mehreren Ländern Civilbeamte zu ihrem Amtskleide oder zur Uniform tragen, können für diefen Rückgang unmöglich als ein Erfatz genommen werden, denn den modernen, fchablonengemäfs angefertigten Degen oder Säbeln läfst fich doch nur eine fehr untergeordnete Bedeutung beilegen.
Auch die bei einigen Völkern in Uebung ftehende Sitte des Tragens von Seitengewehren zu ihrer Nationaltracht ift im Rückgange begriffen. Zahlreiche Prachtwaffen find die Zierde der Cabinette und Sammlungen vieler Regenten und grofser Herrfchaftsherren. In unferer Zeit dürften derartige Waffen nur felten mehr angefertigt werden- ja es fcheint, dafs das Verftändnifs für die Behandlung folcher Schauftücke entfchwunden ift, wie fich folches aus dem durch die Firma Mayer& Plener aus Stuttgart ausgeftellt gewefenen Ehrenfchwert ergeben dürfte. Der einft fo bedeutungsvolle Kreis erfcheint für die Civilwaffen dermalen auf die Jagdgewehre und Hirfchfänger, ferner auf die fogenannten Stand- oder Scheibenrohre und Piftolen eingeengt.
Durch die Einführung der Hinterlad- Syfteme ift unverkennbar eine Art Unruhe und Unfertigkeit in die Erzeugung der Hand Feuerwaffen getragen worden. In dem Streben nach neuen Syftemen und Ideen fcheint man vielfach die Anforderungen, welche in Bezug auf Einfachheit der Gewehrconftruction, Leichtigkeit in der Handhabung, Sicherung gegen Unglücksfälle und Befchädigung des Schützen, Treffficherheit u. f. w. geftellt werden müffen, aus dem Auge verloren zu haben.
Es ift aber bereits hervorgehoben worden, dafs mit dem Stande des Jagdwefens und der Wildpflege in einem Lande auch der Umfang in der Verwendung und fomit in der Anfertigung von Jagdwaffen aller Art im Zufammenhange fteht. Mit der Freigebung der Jagd ift eine Reduction des Wildftandes und endlich deffen gänzliche Vernichtung in der Regel verbunden. Jagdgewehre treten aufser Verwendung und werden Gegenftände von Alterthumsfammlungen.
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Allein felbft in jenen Ländern, wo dem Jagdwefen eine fachgemässe Behandlung zu Theil wird, verliert dasfelbe mit der zunehmenden Bevölkerung und der Entwickelung der Bodencultur fort und fort an Bedeutung, fo dafs fich die Jagdausübung fchliefslich auf eine mäfsige Zahl von Berechtigten befchränken wird. Wie fehr das einft fo ausgebreitete und mit fo vieler Vorliebe gepflegte Schützenwefen und Preisfchiefsen nach der Scheibe, fei es mit dem Rohre oder mit der Piftole leider zum grofsen Nachtheile für die Wehrhaftigkeit des Volkes im Rückgange begriffen ift, wurde oben bereits angedeutet. Wenn wir zum Schluffe der vorliegenden Darftellungen unfer Dafürhalten dahin ausfprechen, dafs in Bezug auf die Erzeugung von Civilwaffen, wir mögen dabei lediglich die gewerbliche oder induftrielle Seite, oder auch das Feld für eine künftlerifche Thätigkeit in das Auge faffen- der Höhepunkt bereits überfchritten ift, fo dürfte uns von vielen Seiten die Zuftimmung nicht vorenthalten bleiben.
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