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Waffen mit Ausnahme der Kriegswaffen (Gruppe VII, Section 3) ; Bericht ; Metallwaaren : (Gruppe VII, Section 4) ; Bericht ; Lampen- und Beleuchtungs-Apparate : Bericht / von Johann Newald, Director der k.k. Forstakad. in Mariabrunn / von Carl Haas, Broncewaaren-Fabrikant in Wien ; von Carl Cohn
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Metallwaaren.

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Metallkörpers( Eifen, befonders vorgerichtetes Kupfer), welcher an der Oberfläche gerauht, gerieft wird mit aufgelegten Fäden eines weich gehaltenen Edelmetalles, Gold oder Silber. Diefe Fäden werden durch zweckmäfsigen Druck und Schlag in die feine Rauhigkeit der Oberfläche eingetrieben und dadurch haftend gemacht. Immer behält aber die Oberfläche des Ganzen die feine rauhe Textur. Das Incruftiren ift eingelegte Arbeit. In die durch den Grabftichel vertieft vor­geftochene Verzierung,( bei gröfseren Flächen wird auch Aetzung gebraucht) werden Gold- oder Silberfäden, nach Umftänden auch ausgefchnittene Bleche des felben Edelmetalls vorfichtig eingeklopft, und in der fchwalbenfchwanzartig gehal­tenen Metallvertiefung durch das Ausbreiten in den untern Flächen haftend gemacht; die incruftirte Arbeit wird meift vollständig überfchliffen, fogar polirt; bietet alfo meift eine ganz glatte Textur.

Die Schlufsarbeit bildet bei vielen Metallartikeln, abgefehen von den obenerwähnten Decorationsmitteln, die Vergoldung oder Verfilberung bei halb, edlen und das Weifsfieden oder Färben, beim Edelmetall, endlich zumeift bei beiden Gattungen, befonders bei Gebrauchsgegenständen das Glätten oder Poliren mit Stahl und Blutftein.

Für Vergoldung und Verfilberung, überhaupt für Ueberziehung eines Metalls mit einem edleren oder in der Farbe günftigeren, wird heut zu Tage beinahe ausfchliefslich, und zwar, was namentlich die Vergoldung betrifft, in ungleich gefundheitszuträglicherer Weife als früher die Galvanoftegie oder galvanifche Contact- Vergoldung und Verfilberung in ausgedehnteftem Mafsftabe verwendet. Ein ganzer Induftriezweig, die fogenannte Chinafilberwaaren Fabrication ver­dankt der galvaniſchen Säule ihr Leben und hat die fogenannte Plattirung, wo auf unechtem Metall in grofser Hitze aufgebrachte Streifen Edelmetall gewalzt und als beliebig verdünntes Blech verwendet wurden, beinahe aufser Curs gefetzt.

Allein auch für viele andere Zwecke dient heute die Galvanoplaftik felbft, das heifst die Herſtellung maffiver Niederfchläge in Hohlformen. Immer mehr Terrain erobernd, finden fich, dem Laien oft gar nicht erkennbare, zahllofe Anwen­dungen galvanoplaftifcher Details an Gefäfsen aus edlen und unedlen Metallen, wo die Feinheit und Schärfe des Niederfchlages die Cifelirung entbehrlich macht; in erfreulicher Weife zeigt fich auch ihre Anwendung bei der Reproduction älterer Kunftwerke fowohl, als in felbftftändig oft räumlich bedeutenden Schöpfungen.

Um überfichtlich zu bleiben, haben wir die folgende Gliederung angenommen: Goldfchmiede- Arbeit in edlen und unedlen Metallen, Kunftgegenstände, Tafelauffätze und Gefchirre; Broncearbeiten und Bronce- Imitation, Arbeiten in Kupfer, Blei, Meffing etc.; Specialitäten in Email, Galvanoplaftik und feltene

Metalle.

Wir haben bei der Betrachtung der Erzeugniffe felbft die Ordnung einge­halten, wie folche im Induftriepalafte, vom Weftportale an betreten, zu finden war.

Grofsbritannien.

Unftreitig das Bedeutfamfte an kunftgewerblichen Arbeiten hat hier die

Firma Elkington& Comp. in Birmingham ausgeftellt.

Seit den früheren Ausftellungen, auf welchen das Haus fchon einen Weltruf erlangte, ift das mufterhafte Streben desfelben ein gleiches geblieben, und es hat mit aufmerkſamfter Sorgfalt Alles und Jedes in fein Bereich gezogen, was einer Metall- Kunftinduftrie würdig ift. Und wie fehr diefs gelungen und von welchem Nutzen die Beharrlichkeit nach einem hohen Ziele begleitet ift, zeigte die jüngfte Ausstellung.

Durch die feit Jahren dauernde Mithilfe eines der bedeutendften lebenden Cifeleure, Morel- Ladeuil( Franzofe), ift eine bedeutfame Schulung entstanden welche den Erzeugniffen des Haufes in erfter Linie zu Gute kommt.