Metallwaaren.
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H. D. Eichelberg& Comp. in Iferlohn hatte in ihrer Ausstellung vom einfachen Stab bis zur grofsartigften Bordüre in gefchmackvollen Muftern eine fehr intereffante Collection davon exponirt.
Einen ebenfalls fehr tüchtigen Betrieb beweifen die für den Hausgebrauch fehr folid hergeftellten Druck-, Gufs- und Prefswaaren aus Meffing. Hier kann die Affociation in grofsen Fabriken nur günftig wirken, da das Material ein forglich ausgefuchtes ift und durch die raffinirte Benützung von allen Gattungen. Arbeitsmafchinen die Erzeugniffe eine bedeutende Wohlfeilheit erlangen, die dem Allgemeinen zu Gute kommt. Ein gleiches gilt für die allerdings nicht in unferm Rayon liegenden Lampenfabriken.
Das Zinn rein und legirt wird ebenfalls ftark verarbeitet. Baffe& Fifcher fo wie Gerhardi& Comp. in Lüdenfcheid produciren fehr gelungene, auch galvanifch verfilberte Britanniawaare in Service und Dofen etc. Mehr in gröberen Artikeln, wie Krugdeckeln und Befchläge, Tellerarbeiten, jedoch immer in folider Weife, brachten badifche und baierifche Werkstätten.
Und wer kennt nicht die grofse Maffe der vortrefflichen, den Weltmarkt beherrschenden Kinder- Spielwaaren aus Zinn, die in unferem alten Nürnberg erzeugt werden. Die fröhliche Weihnachtszeit kann davon erzählen. Endlich noch tritt der Zinnverbrauch in einer anderen Specialität zu Tage, in der Broncefarbe- Fabrication. Die feinen Farben der gröfstentheils um und in Nürnberg erzeugten Broncepulver find noch immer im Vorrang gegen die Fabrication anderer Länder. Ebenfo die dort in vorzüglichfter Weife fabricirten Metalldrähte namentlich in feinen und feinften Nummern. Von alledem bot die Ausftellung, gröfstentheils fyftematifch geordnet, fehr Lehrreiches.
Schliefslich fei noch rühmend der eminenten Blattgold- und Silber- und Bronceblatt- Schlägerei, die im Weften Deutfchlands blüht, gedacht.
Oefterreich.
Ein frifches warmes Leben umfieng uns bei dem Betreten der diefsjährigen Ausstellung Oefterreichs und ungetheilt find die lobenden Stimmen über die Fortfchritte, welche unfer Land feit der letzten Ausftellung gethan. Wenn auch wir mit freudigem Herzen uns zu diefer Anfchauung bekennen, fo tritt doch um fo ernfter die Mahnung heran, fowohl in unparteiifcher Gefinnung das Vorhandene zu würdigen, als auch in entfchiedenfter Weife, gerade des unleugbaren Aufftrebens wegen, jede fchwache Stelle, jede erft noch zu löfende Schwierigkeit befonders. ins Auge zu faffen.
So wie die Sache heute fteht, zeigt es fich, dafs gerade unfere öfterreichiſche Metall- Kunftinduftrie die meiſten Elemente aufzuweifen hat, um in fiegreicher Vollendung und zwar in gediegenfter Weife fich zu entfalten. Land und Leute find danach angethan. Die glückliche Verfchmelzung der Doppelnatur unferer füddeutſch empfindenden und doch auch kälterer Reflexion und Kritik gern zugethanen Bevölkerung ift in den Berufenen zu einer Ausgleichung der noth. wendigen Befähigungen gelangt, welche für den ernften Wettkampf, den doch die Weltausftellung zur hoffentlichen Folge haben wird, die glücklichfte Vorausbegabung ahnen läfsi. Nur vergeffe man nicht, dafs es eben ein Kampf fein wird und zwar ein Kampf mit gefchulten, gewandten Gegnern.
Sehen wir nun dem gegenwärtigen Zuftande feft in das Auge und zeichnen wir mit wenigen Zügen, was uns Noth thut.
Vor Allem der Künftler, Bildhauer und Zeichner, müffen fo wie in dem fo glücklich organifirten Frankreich fich der gewerblichen Thätigkeit in viel erhöhterem Mafse zuwenden. Heute fchon genügen die wenigen Kräfte nicht im Geringften mehr, und bei dem unleugbaren Fortfchritte unferer Metall- Kunftinduftrie ift hier nur zu bald ein grofser, entfcheidender Ausfall an Kräften zu