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Carl Cohn.
mit der kunstgewerblichen Richtung überhaupt, wie fie fich dabei Geltung verfchafft, betrachtet werden. Wir verweifen daher auf die darauf bezüglichen Referate, denn es gibt ebenfo wenig eine befondere Bronce- Kunftinduftrie für Lampen oder Lufters u. f. w., als es eine befondere Porzellan- Kunftinduftrie für diefe Gegenstände gibt.
Weiter müffen wir bemerken, dafs die Erfindungen früherer Jahre, wie fie 1867 zur Ausstellung gebracht wurden, heute allgemein geworden, und in einzelnen Neugeftaltungen, für die Erfindung felbft wohl ohne Bedeutung, aber für die Benützung derfelben von ganz gutem Werthe fich entwickelt haben. Es ift natürlich, dafs wir bei unferem Referate uns auf Oefterreich, Deutfchland, Frankreich und England befchränken. Haben doch auch diefe Staaten allein Beachtenswerthes zur Ausftellung gebracht und ragen in Fabrication und Handel allein hervor. Frankreich und England verfenden von ihren Producten viel nach der Fremde, in Deutſchland ift es Berlin, das nach allen deutfchen Städten und Ländern, ebenfo nach den nordifchen Staaten Dänemark, Schweden und Norwegen feine fchönen und guten Producte verfendet. Auch dringen nach Oefterreich und den Donauländern deutſche Lampen und Beleuchtungsapparate in ziemlich bedeutenden Mengen. Es war fchwer, bei der Zurückhaltung der deut fchen Aussteller etwas über die Productionsfähigkeit zu erfahren. Nach den geringen Andeutungen aber, die uns zugekommen, find keineswegs die Exportziffer von 3 Millionen Stück, welche die preufsifchen Städte und darunter zumeift Berlin nach allen Ländern verfenden, zu hoch gegriffen.
Auch in O efterreich nimmt die Lampenfabrication nach der Güte des Productes und der Schönheit der decorativen Ausftattung eine hochbedeutende Stelle ein, und dürfte die öfterreichifche Lampenfabrication zu den gröfsten und bedeutendften Europa's zählen. Wien, Peft und Prag nehmen für Oefterreich diefelbe Stellung ein, wie München und Berlin für Deutfchland, und richtet fich der Export Oefterreichs, wie die grofsen Zweiggefchäfte eines bedeutenden Wiener Haufes, deffen wir noch des Weiteren gedenken werden, fowohl nach Deutfchland, zumeift Süd- Deutfchland, dann in fehr bedeutender Weife nach den Donauländern, der Türkei und Griechenland.
Auf der Ausftellung war Wien durch mehrere kleine Fabrikanten, die recht beachtungswerthe Beleuchtungsgegenstände zumeift aus Bronce, dann Kirchenlaternen, bei denen man allmälig gleichfalls einen befferen Gefchmack anzuftreben und auszudrücken verfucht, vertreten und durch die grofsen und weitberühmten Firmen von Rudolf Ditmar, Gebrüder Brünner in Wien, Scheller, Wolf& Comp. in Wien, zumeift durch Gaskandelaber und ihre prächtigen Gaseinrichtungen im Kaiferpavillon.
Die Fabrik Rudolf Ditmar, diefes auch auf vielen anderen Gebieten des wirthfchaftlichen Lebens Oefterreichs hochverdienten Mannes, wurde 1841 gegründet, und wird heute in 16 grofsen Abtheilungen durch 200 Hilfsund Dampfmafchinen betrieben, und ruht auf einer bis ins Kleinfte durch geführten Arbeitstheilung. In den einzelnen Abtheilungen wird Alles erzeugt, was für die verfchiedenften Beleuchtungsmittel, als Petroleum- und Oellampen, die verfchiedenften Lufter und Candelaber nöthig ift, von der Bearbeitung und Zurichtung des Rohmateriales, bis zum vollendetften ornamentalen Kunftgufs in Bronce oder Zink. Die Leiftungsfähigkeit des Etabliffements ift heute auf 12 Millionen Lampen aller Art per Jahr gehoben, und geht der gröfste Theil derfelben nach allen europäifchen und vielen überfeeifchen Ländern. Neben der eigentlichen Fabrik befindet fich ein befonderes Kunftatelier für die Modellirung und für die Porzellanmalerei. Faft in allen gröfseren Städten Oefterreichs und Deutfchlands hat das Etabliffement befondere Niederlagen und Filialen in anderen Ländern.
Gebrüder Brünner in Wien, die in höchft anziehender Weife in der Rotunde ausgeftellt hatten, arbeiten gleichfalls mit Dampfkraft und 250 Arbei