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Bautischlerei (Gruppe VIII, Section 1) : Bericht ; Möbel-Tischlerarbeiten (Gruppe VIII, Section 2) : Bericht ; Kork- und Korbflechter-Waaren (Gruppe VIII, Section 4 und 5) : Bericht / von Wilhelm Flattich / von Bernhard Ludwig / von Carl Kohn
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Wilhelm Flattich.

rädern, deren Speichen durch eiferne Ringe feft zufammengefchraubt find, und welche hiedurch ohne einen feften Mittelkörper eine ansnehmende Stärke erhalten und ebenfo die Räder mit feftem Mittelkörper von Weeks in New- York war nichts von Bedeutung zu finden, was fich übrigens aus der grofsen Entfernung des Landes erklärt.

England. Die englifche Ausftellung befchränkte fich auf Möbel, bei welchen insbefondere Marqueterie eine Hauptrolle ſpielt.

Bautifchler Arbeiten waren keine ausgeftellt.

Portugal. Mit Ausnahme eines Schubfenfters in fchönem Lärchenholz war von Bautifchlerei nichts ausgeftellt; indeffen zeigten die trefflichen Schnitzereien, meift durchbrochene Arbeit für Säulenfüfse und eigenthümlich geftaltete Decken­gefimfe, den Fortfchritt der Holzinduftrie auch in diefem Lande.

Befonders zu erwähnen ift das Modell einer Kapelle von Eichenholz, welches in zierlicher Form vollkommen rein und verftanden ausgeftellt war.

Parquetten waren ausgeftellt von Maivel& Magalhac aus Liffabon. Frankreich. Die Bautifchlerei in Frankreich, von welcher Eingangs die Rede war, war in den Räumen des Pavillons der franzöfifchen Ausftellungscommif­fion vollständig in ihrer Anwendung dargestellt. Diefe Ausftellung zeigte, wie innig verbunden die Art der Anlage der Thüren und Fenfter und Lamperien mit der gan­zen Ausstattung der Räume zufammenhängt; der grofse Fortfchritt der Induſtrie in Frankreich, wenn auch der Gleichförmigkeit Bahn gebrochen wird, gibt den Vor­theil der befferen und reicheren Behandlung zu verhältnifsmässig geringen Koften. Die ausgeftellten Gegenftände waren tadellos in ihrer Durchführung und harmonifch in der Zeichnung, fie boten indeffen im Vergleiche zu den bekannten Arbeiten nichts Neues.

Die Bautifchlerei Frankreichs ift feit langer Zeit in einem fehr vollendeten Zuftande, nicht nur in den gröfseren Städten, fondern auch über das ganze Land ausgebreitet, findet man Werkstätten, welche tüchtige Arbeit liefern.

Das Eingangsthor zum franzöfifchen Pavillon war aus gefchnitztem Eichen­holz von Frédéric Bertrand in Paris im Stile Ludwigs XIII. ausgeführt.

Hervorragende Parquetten waren von Meyzo únial jeune in Sarlat aus­geftellt. Schweiz. Die Bautifchlerei der Schweiz, welche an dem Schweizer Kaffee­haufe und dem Schweizerhaufe zur Ausftellung gebracht war, bot nichts befonders Neues.

Diefe Gebäude erhielten das Anziehende meift durch die Behandlung der Zimmerarbeiten, welche mehr oder weniger alten, beftehenden Gebäuden nach­gebildet waren.

Im Vergleiche zu den fchwediſchen Gebäuden zeigte fich hier weniger tiefes Studium, wohl in der Erwartung, die aller Orten fo beliebten fchweizerifchen Formen werden im Ganzen immerhin eine angenehme Wirkung hervorbringen, was auch wirklich der Fall ift.

Wenn auch nicht zu verkennen ift, dafs bei den Gebäuden der Ernft der Conftructionen, welcher bei den fchwediſchen Bauten fo wohlthuend hervortrat, in einigen mangelt, fo ift diefs wohl dadurch zu entfchuldigen, dafs diefe Gebäude nur während kurzer Zeit zu dienen hatten und defshalb im Detail weniger ftreng behandelt wurden; immerhin war dem Reftaurationsgebäude der Charakter eines eleganten Kaffeehaufes und dem Schweizerhaufe jener der Gemüthlichkeit im vollften Mafse eigen.

Zu conftatiren ift, dafs die beiden Gebäude Zeugnifs von der Gefchick­lichkeit der Werkstätten lieferten, welche jede Anlage in der beften Weife auszu­führen in der Lage find.

Schöne Parquetten waren ausgeftellt von Rohn in Baden.

Zu erwähnen ift die Interlakner Parquettenfabrik, welche das Schweizerhaus

ausführte.