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Bernhard Ludwig.
Weife zu den gediegenften der ganzen Branche gezählt zu werden verdient; er würde jedoch durch das Hinweglaffen der blauen Emailöffnungen an Einheit der Zeichnung bedeutend gewonnen haben. Ebenfo hatte Türpe( Dresden) die fehr gefchmackvolle Wanddecoration eines Speifefaales mit Buffet in Renaiffance von Nufsholz, nach Zeichnungen Semper's jun. ausgeftellt, welche die, von ihm noch exponirten Boulemöbel, fowie eine, durch Schnitzereien in einen kleinen Gemüfegarten verwandelte Credenz, vortheilhaft überragten.
Von Sto evefandt& Kollmar( Carlsruhe) war eine Credenz in Renaiffance von Nufsholz, gut in der Zeichnung und Ausführnng, ebenfo ein Bücherkaften, Confol, Tiſch und Seffel ausgeftellt worden. Die präcis gearbeitete Bibliothek von Himmelheber ebendafelbft machte durch die ruhige Farbe des amerikanifchen Nufsholzes einen angenehmen Eindruck.
Wollbrandt( Hamburg) exponirte eine im gothifchen Stile von Nufsholz techniſch gut ausgeführte Herrenzimmer- Einrichtung, deren Stillöfung eine glückliche und zweckmäfsige genannt werden kann.
Als einer guten Leiftung ift auch der Bibliothek von Mahr( Hamburg) zu erwähnen. Die Intarfienarbeiten nach hübfchen Zeichnungen von Plambeck ( Hamburg), beftehend in Tifchplatten, Füllungen und anderen Verzierungen, gehörten zu dem Beften, was von diefem Genre vom deutfchen Reiche ausgeftellt
wurde.
Die reichhaltige Collection Intarfienmöbel von Völkert( Heidelberg) war mit Präcifion gearbeitet, nur wäre mehr Architektur und ftiliftifche Anordnung der Interfien wünfchenswerth gewefen. Nach guten Zeichnungen in Frührenaiffance waren die fchön vergoldeten Spiegelrahmen und Confols von Pallenberg( Köln) angefertigt, ebenfo das Fauteuil aus fchwarzem Holze. Den mit Schnitzereien überladenen fchwarzen Salonfchrank von König( Köln) wäre eine vollſtändigere Vertheilung derfelben fehr zu Statten gekommen.
Breslau war durch eine Actiengeſellſchaft für Möbel, Parquetten und HolzBauarbeiten vertreten; fie exponirte ein vollſtändiges Speifezimmer von Nufsholz mit Metall eingelegt. Die Tifchlerarbeit würde fich ohne der mifslungenen Schnitzerei, wenn das Ganze mit mehr gefundem Sinn und Stil gezeichnet wäre, viel beffer repräfentirt haben. Dagegen waren die von derfelben Firma ausgeftellten Parquetten nach fchönen, ftilvoll richtig angewendeten Zeichnungen ausgeführt. Dasfelbe galt auch von dem fchönen Ebenholz- Schranke in alter Renaiffance von Schönicke( Danzig), deffen Füllungen in ihrer Form wahrhaft reizend ausfahen. Die von Fifcher( Hamburg) exponirten Speifezimmer- Möbel aus Eichenholz gehörten zu den beften Arbeiten Deutſchlands; die gefchmackvolle decorative Verwendung des Materials war dabei befonders zu erwähnen.
Heinrich( Mainz) hatte ein Buffet aus Nufsholz im Renaiffanceftile mit etwas Goldverzierungen zur Anficht gebracht, deffen zwei tanzende Herkuleffe eine zum Tragen des Gebälkes geeignetere Stellung verlangt hätten. Auch bei dem, von Degelbeck( Nürnberg) ausgeftellten Buffet, welches durch feine angewendeten Hilfsmittel, an die frühere Kunftperiode Nürnbergs erinnerte, fehlte leider die richtige und gefchmackvolle Verwendung derfelben.
Die reich gefchnitzte Credenz aus Nufsholz, von Pohl( Berlin), war wenig zweckentfprechend und war auch mit Ornamenten nach Lynard, zu überladen. Die Actiengeſellſchaft Berlins exponirte Bruchftücke von Lamperien und Vertäfelungen in verfchiedenem Holze, eine Credenz, einen Tifch und Seffel aus Eichenholz im Renaiffanceftile, deren technifche Arbeit gut zu nennen war.
Von der Stuttgarter Actiengefellfchaft und Parquettenfabrik waren Objecte ausgeftellt, von gebeiztem Birnholze mit Elfenbeineinlagen und mehrere andere Luxusmöbel, die, ihrer Art und Weife nach, franzöfifchen Urfprungs fein dürften. Dagegen zeigten Niederhöfer's Söhne( Edenkoben) durch Exponirung einer fchwarzen Bibliothek im Renaiffanceftile, dafs fie fich von der unvermeid. lichen Nachahmung franzöfifcher Mufter, emancipirt haben. Auch Heigl