Korbflechterwaaren.
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die fchönften und reich ausgeftatteten Korbgeflechte und Korbgalanterie- Waaren in aufserordentlich kunftvoller Arbeit und zarter Vergoldung. Ordinär eingeflochtene Feldflafchen und andere ähnliche Utenfilien bis hinauf zum feinften Parfumfläschchen, Flechtwerke, weifs und glänzend wie Elfenbein, waren hier ausgeftellt. Die Arbeiten der Hauptftadt zeichneten fich vor Allem durch Eleganz und Gefchmack aus, verbunden mit grofser Solidität der Arbeit. Aus Haindorf in Böhmen waren vollständige Korbgarnituren zur Ausftellung gebracht, welche durch gute Arbeit und mässigen Preis alle Anerkennung fanden. Was die Billigkeit der öfterreichifchen Korbwaaren anbelangt, fo boten in der That die Krainer und küftenländifchen Korbwaaren, freilich ordinäre Sorte, aber gut und feft gearbeitet, das Aufserordentlichfte. Fünf in einander gefteckte Henkelkörbe waren um I fl. 50 kr. zum Verkaufe angeboten. Mehrere fremde Befucher, zumeift Norddeutfche, haben Verbindungen mit den Erzeugern angeknüpft und folche Waare beftellt. Das mag ein beachtenswerther Wink dafür fein, dafs unfere Korbwaaren leicht einen gröfseren Abfatz nach Aufsen hin finden können, als diefs bis heute der Fall ift.
Deutfchland war durch feine erften Firmen mit fchönen Rohrmöbeln, Strohgeflechten und Strohftühlen und zahlreichen anderen feinen und mittelfeinen Waaren vertreten. Befonders fchöne Arbeiten aus lackirtem Rohr waren aus Huben in Brandenburg, aus Hamburg und Mainz ausgeftellt. Nürnberg hatte äufserft zierliche Puppen und Kinderwagen aus Stroh- und Rohrgeflecht, deren Preife auch verhältnifsmäfsig nicht zu hoch waren, zur Ausftellung gebracht. Aus Kopenhagen fah man geflochtene Stühle und Bänke von aufserordentlicher Feftigkeit. Auch Stockholm hatte folche Möbel zur Ausftellung gefchickt.
England war nur durch eine einzige Londoner Firma und da fehr ungenügend vertreten. Dagegen hatte es aus Britifch Indien fchöne Matten und Körbe und zierlich geflochtene Fächer, aus Indore Körbe ausgeftellt, die durch ihre befondere Ornamentik und Verzierung ganz befonders auffielen.
Frankreich hatte die Ausftellung faft gar nicht mit feinen bekannten billigen und ausgezeichneten Korbwaaren befchickt. Ein einziger Parifer Ausfteller hatte, zur VIII. Gruppe gehörig, Gitterwerk ausgeftellt. Dagegen fah man in den zahlreichen franzöfifchen Originalemballagen aller Art und Form, was Frankreich in dem Korbflecht- Gewerbe zu leiften vermag. Eine befondere Specialität der franzöfifchen Korbflechter find die Packkörbe aller Gröfsen in viereckiger Form und aus ungefchälten Weidenruthen. Auch die franzöfifchen Obft- und GrünzeugKörbe, ebenfo die Körbe, deren fich der Fifchhändler bedient, find durch ihre dem Zweck augepafste Form bekannt und gefucht. Man findet in aller Herren Länder franzöfifche Körbe und es geht nach Sibirien, nach Auftralien, Perfien und anderen Länder und Welttheile ein Export der franzöfifchen Korbinduftrie alljährlich in vielen Hunderttaufenden von Deckel- und Emballagekörben. Sah man doch auf der Ausftellung perfifche Güter und Güter anderer Länder in franzöfifchen Korbemballagen. Man mufs fich der Parifer Ausftellung erinnern, wo Frankreich vom ordinären Aufternkorb bis zum feinftgeflochtenen, mit Emailfchildern ausgeftatteten Schmuckkäftchen feine Korbwaaren- Induftrie mit allen dazu nöthigen ftatiftifchen Daten ausftellte, um zu begreifen, was die franzöfifche Arbeit auf diefem Gebiete bedeutet.
Italien hat aus Modena fchöne Holzgeflechte und aus Mantua weifse und gefärbte Korbwaaren, aus Capri beachtenswerthe Holzgeflechte für Hüte, aus Venedig dichtgeflochtene Matten, wie fie in den italienifchen Häufern gebraucht werden, dann fchöne Körbe und Obftträger aus weichen Binfen zur Ausstellung gebracht, welche die altbewährte Tüchtigkeit der italienifchen Arbeit von Neuem zeigten.
Wir haben die einzelnen Gegenftände nicht befchrieben, wir haben nur den Charakter der einzelnen nationalen Gruppen der Ausftellung zu kennzeichnen verfucht, was in der That vollkommen genügt.