Steinwaaren.
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dann gefchnittene und gefchliffene Marmorplatten; die Provinzial- Commiffion von Lugo fandte Granite und Schiefer.
Das Inftituto Balear de segunda Enseñanza in Palma auf den Balearen fandte eine Anzahl Marmorarten, wofür es mit der Verdienftmedaille ausgezeichnet wurde.
Frankreich
hatte aus feinen Mittelmeer Provinzen Algier, Conftantine und Oran, unter Mitwirkung der dortigen Bergbehörden, eine ziemlich ausgedehnte Collection von nahe 100 Mufterftücken, bestehend aus Marmoren, Dolomit für Weifscement, hydraulifchem Kalke, Puzzolanerde, Gips, Sandſtein, Trachyt, Porphyr, Granit. Serpentin etc. etc. als Matériaux de Conftruction in rohem Zuftande gefandt.
Diefe Collection unterfchied fich von den vorher angeführten diefer Art dadurch, dafs fie gute Fundzetteln mit Angabe der Formationen, aus welchen diefe Stücke entnommen waren, hatte, und dafs aufserdem für die in der Provinz Oran vorkommenden Materialien in einer Tabelle deren Widerftandsfähigkeit gegen das Zerdrücken( rückwirkende Feftigkeit) überfichtlich zufammengeftellt war( Verdienftmedaille).
Italien
nahm wohl in der Vorführung feiner Steinfchätze unter allen Ländern den erften Rang ein. Die rege Theilnahme von Privaten, Corporationen und der Regierung in der Einfendung und umfichtigen Zufammenftellung der zahlreichen und verfchiedenartigften Muſterſtücke zeigt wohl, welch hohen Werth man in diefem Lande der Steininduftrie, namentlich im decorativen Theil, zuwendet.
Bedauerlich war nur der kärglich zugemeffene Raum, welcher für die Schauftellung diefer Objecte zur Verfügung ftand.
Italien hätte für feinen Theil den 2-3fachen Raum, den es thatfächlich occupirte, bedurft, um Alles zur richtigen und genufsreichen Anfchauung zu bringen. Es mussten die Objecte über, unter und dicht neben einander, ohne irgend dem Auge einen Ruhepunkt zu geftatten, aufgeftapelt werden. Ebenfo wirkte das ungleiche Format ſtörend.
Die reine und nette Ausführung der einzelnen Muſterſtücke in Schnitt, Schliff und Politur, namentlich bei den Decorationsmaterialien aus Marmor, zeigt, dafs Italien den hiftorifch hohen Rang, welchen es in Bezug auf derlei Steinarbeiten gegenüber anderen Ländern einnimmt, noch immer feft behauptet.
Unter den Ausftellern, welche den Reichthum des Landes an verfchiedenartigem Steinmaterial vorwiefen, ragte vor Allem das königliche Minifterium für Ackerbau, Induftrie und Handel hervor.
In mehr als 1000 Nummern waren die Stein-, Erd- und Thonarten, je nach dem Zweck, dem fie dienftbar find, in zwei Hauptgruppen getheilt, und zwar in die der Baumaterialien und in die der Decorationsmaterialien.
Unter den Baumaterialien fanden wir Fettkalk, hydraulifchen Kalk, Gips, Puzzolane, Sand, Ziegelthone, feuerfefte Thone, Asphalt und Baufteine in Würfeln von 10 und 20 Centimeter Kantenlänge aus Kalken, Kalktuffen. Travertin, vulkanifchem Tuff, Peperin, Sandfteine, Trachyte, Laven. Granit, Gneifs etc.; daran fchlofsen fich Fabricate wie Ziegel, Terracotten, Thon- und Steinröhren. Unter letzteren heben wir befonders die gebohrten Wafferleitungsröhren aus Serpentin der Brüder Zaccheo in Nonio( Kreis Novara) hervor.
In der zweiten Gruppe der Decorationsmaterialien waren alle jene Steine vereinigt, welche feinen Schnitt, Schliff und Politur annehmen, wie Syenit. Granit, Porphyr, auch Serpentin, Cipollin etc.