Steinwaaren.
15
fächlich geeignet, mit den fehr billigen gleichartigen Producten aus Belgien zu concurriren.
Die franzöfifche Marmor- Induftrie ift hauptfächlich concentrirt im Departement du Nord, Languedoc und Pyrenäen.
Die feinere Ausarbeitung zur Luxuswaare und deren Montirung mit Ebenholz, Bronze etc. erfolgt in Paris, welche Stadt auch in diefer zum Theil höchft originellen, gefchmackvollen Arbeit bisher den erften Rang behauptete. Die Firma Dervillé& Comp., welche fich fo grofse Verdienfte um die Entwicklung der Stein- Induftrie in Frankreich erwarb, befitzt fechs Fabriken, welche mit Dampf- und Wafferkraft reichlich ausgeftattet find, zu Honduin, Hon, Hergies, Pont Sambre, Jeumont und Valenciennes, dann Waarenhäufer in Paris, Marfeille, Bruxelles, Portier, Cette und auch in NewYork für den amerikaniſchen Bedarf, welcher in den letzten Jahren ein ftets fteigender wird. Dervillé erhielt die Fortfchrittsmedaille.
Von anderen Firmen hatte noch Herr Favrè Parifer Baufteine in der Gröfse von 2 Kbm. in der franzöfifchen Agriculturhalle ausgeftellt.
Die Herren Civet fils& Comp. in Paris fandten Quader aus Kreidefandftein und Kalken, ferner eine Collection Mufterfteine, welche die Mannigfaltigkeit des Materiales bezeugten, worüber diefe Firma verfügt. Eine zur Vertheilung gelangte Brofchüre gab Auskunft über die Lagerungsverhältniffe der gewinnbaren Steinbänke, über das Gewicht pr. kubifchen Meter, über die rückwirkende Feftig. keit und über jene öffentlichen Bauten, bei welchen die vorgelegten Mufterfteine, für Säulen, Statuen, Kamine und diverfe ornamentale Arbeiten Verwendung fanden. Diefer, nebft Dervillé eine der erften Firmen Frankreichs, wurde die Verdienftmedaille zuerkannt.
Die Vereinigten Gefellfchaften der Dachfchiefergruben zu Rimogne in den Ardennen hatten durch ihre Vertreter, Gebrüder Rother in Bingen am Rhein, ihre Chloritfchiefer von ausgezeichneter Qualität und fehr grofser Haltbarkeit in einem eigenen Pavillon zur Anficht gebracht. Diefe Gefellfchaft hat grofse, mit Mafchinen betriebene Werkstätten, in welchen nicht nur die Schablonenfchiefer, fondern auch Fufsbodenplatten, Platten für chemifche Fabriken u. a. m. gefchnitten und gehobelt werden.
In diefem Pavillon waren aber nicht nur die grüngrauen Ardennenfchie. fer, fondern auch rheinifche fchwarze Schiefer und die englifchen violetten Schiefer zu einer effectvollen Dachdeckung, welche Herr Schieferdeckermeifter Schwabe in Wien ausführte, benützt.
Die Vertreter diefer Gefellſchaft verftanden es, durch eine zweifache Ausftellung von der Jury der Gruppe IX die Verdienftmedaille und von der Jury der Gruppe XVIII das Anerkennungsdiplom zu erringen.
Schweiz.
Die Schweiz war vertreten durch das Cantonsbauamt in Schaffhaufen, welches Baufteine, Sandſteinwürfel in der Gröfse von I Kbf.' und durch Herrn Bavier Simon in Chur, welcher Tifchplatten von Bündtner Marmor und von Serpentin fandte. Es waren reine, nette Arbeiten. Herr Bavier erhielt das Anerkennungsdiplom.
Nicht unerwähnt dürfen auch die Schweizer Arbeiten der Haus- Induftrie in Serpentin bleiben.
Es find diefs die Töpfe und Keffel für den Hausgebrauch, welche im Canton Teffin fehr verbreitet sind und theilweife auch wegen ihrer Billigkeit in das angrenzende Italien ausgeführt werden.
Patocchi Jofef in Bignasco fandte Töpfe und Keffel in allen Dimen fionen, wie fie auf offenen Feuerherden in den von grofsen Verkehrswegen entfernten Gebieten noch in Verwendung ftehen.