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Die Steinwaaren (Gruppe IX, Section 1) : Bericht / von Heinrich Wolf
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Heinrich Wolf.

Firma Mitbefitzer von Steinbrüchen in La Ferté, von ungarifchen Trachyt- und Quarzbrüchen am Granfluffe bei Hlinik( flavifch und deutfch, ungarisch aber Geletnek genannt) und bei Szlaska. In der Fabrik zu Penzing werden faft ausfchliesslich nur franzöfifche Mahlfteine verfertigt, während in jener bei Hlinik vornehmlich der poröfe, zellige Trachyt, welcher in der ungarifchen Landmüllerei fehr beliebt ift, verarbeitet wird. Schwartz& Sohn konnten in der Eigenfchaft als franzöfifche, öfterreichiſche und ungarifche Fabrikanten erfcheinen, und in diefen drei verfchiedenen Abtheilungen als Preisbewerber auftreten. Schwartz & Sohn hatten 6 Paar Mahlfteine und Proben von ungarifchem und franzöfifchem Quarze exponirt.

Die Verdienftmedaille erhielten die Gebrüder Ifrael, welche ihre Fabri­ken in Währing bei Wien, in Gratz, in Hoffnung bei Zwickau in Böhmen, dann in Jonsdorf bei Zittau in Sachfen etablirt haben und fich internationale Mühl- und Schleifftein- Fabrikanten nannten. Sie fuchten diefen fich felbft gegebenen Titel zunächft dadurch zu rechtfertigen, indem fie als Specialität die Mahlfteine als Modell im verjüngtem Mafsftabe, I Fufs Durchmeffer, aus allen möglichen Gefteinen, die in den verfchiedenften Ländern in der Mülierei Anwen­dung finden und fanden, in einem eigenen Pavillon zu Ausftellung brachten. Diefe hatten als blofse Ausftattungsftücke für die Jury keinen Werth, fie prämiirte aber die reine Arbeit an den Cementmahlfteinen, an den Koppfteinen aus Quaderfand­ftein, die Reisfchäl- und Graupenfteine und die neue Balancirbefchwerung.

Mufterhafte Arbeit lieferten in franzöfifchen Steinen Johann Hübner und Carl Opitz in Pardubitz in Böhmen, die die Erften waren, welche diefen Fabricationszweig in Böhmen einführten.

Auch wurden noch die Mahlfteine aus dem kryftallifirten Sandſtein von Wallfee a. d. Donau, ausgeftellt durch Johann Mayr& Comp. in Inzersdorf bei Wien, mit der Verdienftmedaille ausgezeichnet.

Das Anerkennungsdiplom ward zuerkannt den Brüdern Pichler in Floridsdorf bei Wien, für ihre franzöfifchen Steine und den Walfeeerftein für Glafurmalerei.

Eine grofse Reihe von Ausftellern aus den Provinzen konnte bei der Preis­vertheilung nicht berücksichtigt werden.

An Schleiffteinen aus den eocänen und den Kreidefandfteinen der Vor­alpen lieferten Beachtenswerthes:

Ifidor Braun zn Vöcklabruck in Oberösterreich, durch die Güte des Materials, welches bei ganz gleichmäfsigem Korn Schleiffteine von mehr als 2 Meter Durchmeffer bei nur 0 2 Meter Stärke anzufertigen geftattet, und Franz Perda in Hadersfeld bei Krizendorf a. d. Donau in Niederöfterreich, in feinen verfchiedenen Sorten Schleiffteinen gleicher Kategorie. Beide erhielten die Ver­dienftmedaille.

Das Anerkennungsdiplom wurde noch zuerkannt dem Joh. Troll von Schwarzach in Vorarlberg, für feine Wetzfteine für Senfen und Sicheln aus dem feinkörnigen dunklen Sandſtein der Bregenzer Ache, welche grofse Beliebtheit bei den Landwirthen in Deutſchland und der Schweiz fich errangen und Heinrich Lewicki in Wien für feine künftlichen Schleif- und Polirfteine, für Trocken. nnd Nafsfchleiferei, fowie für feine Abzieh- und Wetzfteine und Rutfcher aus Smirgel.

Ungarn

war nur mit wenigen Firmen vertreten. Aufser Schwartz& Sohn, welche auch hier mit ihren Hlinikerfteinen fich geltend machten, hatte die Uj- Bánya er Gefell­fchaft ihr vortreffliches Material vorgeführt, welches in der vorausgefchickten