Tafelglas.
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Das englifche Product ift etwas grüner als das belgifche, namentlich die I. und II. Wahl ftärker, es ift aber auch theurer als franzöfifches oder belgifches. In England beftehen aufser der gröfsten Tafelglasfabrik der Welt" Chance Brothers& Co. zu Spon- Lane bei Birmingham" noch viele und fehr bedeutende Fabriken, demungeachtet genügen anfcheinend deren Producte nicht nur nicht für den Bedarf des Landes, da es jährlich an folchem Tafelglas, Lampenfchirmen und Cylindern für mehr als 9 Millionen Francs einführt, fondern auch feine Colonien meift mit fremden Erzeugniffen verforgen läfst.
Deutſchland hatte von diefem gewifs wichtigften und nothwendigften Producte der Glasfabrikation eine reiche Auswahl gefendet, darunter Scheiben, die wie die belgifchen, man kann wohl fagen, über allen Bedarf grofs waren, und zumeist nur zeigen follten, was man nunmehr zu leiften vermag. Im Vergleiche der belgifchen mit deutfchen Producten ift zu bemerken, dafs die letzteren noch mit der Lungenkraft des Arbeiters, die erfteren aber, dem Vernehmen nach, durch Nachhilfe mit Gebläfen erzeugt wurden, die es auch fchwächeren Arbeitern ermöglichen, Röhren oder Walzen über 3 Meter lang und 0.65 Meter im Durchmeffer aufzublafen.
Die deutfchen Tafeln find weifs, von fehr guter Qualität und, wenn auch nicht in Reinheit, gleicher Dicke und ebener Streckung den belgifchen ganz gleich zu ftellen, doch die öfterreichifchen übertreffend.
Während man in allen anderen genannten Staaten nur eine Art Tafelglas erzeugt, nach I., II., III. und auch IV. Wahl fondert und darnach zu verfchiedenen Preifen verkauft, gibt es in Oefterreich noch immer„ Solin, Halbfolin, halbweifses und ordinäres Glas", welches an und für fich in der Maffe verfchieden zugerichtet, und dann, wie es ausfällt, meift unfortirt verkauft wird.
Die beften Tafeln liefert Meyrs Neffe in Adolf, weitaus die meiften erzeugt die Firma J. D. Stark in Prag, allein diefe und die Tafeln aller anderen Fabriken find meift dünner, unreiner und nicht fo plan, als die ausländifchen, von welch' letzteren freilich nur wenige auf unferen Markt kommen, weil bei uns weit mehr auf den billigften Preis als auf die Güte der Waare gefehen wird.
Verfuche, um beffere, nach belgifch- deutfcher Art erzeugte Waare hier zur Geltung zu bringen, die Abnehmer von dem alten Schocktarife nach den Additionszollen ab- und zur Annahme des rationelleren ausländifchen Tarifes nach dem Flächenmafse zu bringen, fchlugen, wie es die Actien- Gefellfchaft » Bohemia" zu Heiligenkreuz bei Břas in Böhmen zu ihrem Schaden erfahren musste, leider fehl. Was Ungarn und Rufsland an Tafelglas zur Ausftellung brachten, war, zum wenigften gefagt, nicht befferer Sorte als unfere gewöhnlichen, und was fie davon überhaupt fchaffen, dient nur für den localen Bedarf.
In Farbentafeln zeigte die Firma M. A. Pelletier et fils in St. Juft s. Loire, dafs den Erzeugniffen Frankreichs auf diefem Gebiete die keiner anderen Nation gleichkommen. Es waren von Pelletier's Tafeln in allen Farbenabftufungen, einfachfarbige, überfangene, doppeltfarbige wie emaillirte von einer Schönheit und Gröfse vorhanden, die alle Bewunderung verdienten.
Belgien beginnt diefen Artikel erft zu cultiviren. Deutfchland, welches hierin immer Anerkennenswerthes leiftete, hat nicht den ausreichenden Bedarf, um diefen Zweig mehr zu entwickeln, und nicht günftiger fteht es damit in Oefterreich, von wo wieder nur Meyr's Neffe ein ziemlich vollſtändiges Bild von der Leiftungsfähigkeit der Firma auch in diefem Zweige bot.
Geftreift oder gefchuppt eingeblafene Tafeln werden, da deren Erzeugung nicht fonderliche Schwierigkeiten bietet- es erfordert hauptfächlich nur ein Einblafen der Tafelwalze in eine cannelirte Metallform ziemlich von jeder entwickelteren Tafelglasfabrik geliefert und waren auch in den verfchiedenen Abtheilungen zur Ausftellung gebracht.
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Geblafene Tafeln, farbige ausgenommen, werden felten geätzt, fondern meift mit einer Art dünner Emailfarbe bemalt. Es find diefs jene Art Tafeln, 3*