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Emil Twerdy.
überdiefs durch den Vortheil einer grofsen Regelmäfsigkeit der Fabrication, der Vermeidung des Schärfens u. f. w. gerechtfertigt. Diefelbe Anordnung bei den Walzenfchienen zu treffen, war daher folgerichtig, aber die Dicke von drei bis fünf Millimeter im Maximum, welche fie am beften haben mussten, und das noth wendige Vorftehen derfelben, um das Ergreifen des Stoffes zu bewirken, gaben ihnen bei der alten Conftruction nicht die gehörige Feftigkeit. Bei der neuen hingegen, wo das Vorftehen diefer Schienen auf 5 bis 6 Millimeter und mehr vermindert ift, dürfen die Schienen ohneweiters ohne Schärfe und ganz dünn fein. Da der Elevator die Walze von der Arbeit der Speifung enthebt, fo wird der Durchmeffer der Walze von der Gröfse des Troges ganz unabhängig. Bei einer Vermehrung des Faffungsraumes ift man nicht mehr, wie bisher, genöthigt, auch den Durchmeffer der Walze und damit ihr Gewicht zu vergröfsern. Bei Vergröfse rung der Stoffmühle bleibt der Walzen- Durchmeffer derfelbe, nur erhält die Walze eine gröfsere Länge, um dadurch verhältnifsmäfsig die Production zu vermehren. Die Walzen erhalten demnach die möglichft kleinen Durchmeffer, um fie weniger koftfpielig zu machen.
Der von der Karolinenthaler Mafchinenbau Gefellfchaft, vormals Lüffe Märky& Bernard, in Prag ausgeftellte Holländer hat einen aus Cement gebauten Trog; doch werden diefe auch in Gufseifen ausgeführt. Nähere Mittheilungen hierüber ertheilen H. Everling 26, rue cadet Paris, Dr. Alwin Rudel in Dresden und die genannte Karolinenthaler Mafchinenbau- Gefellſchaft. Von diefen Holländern find bereits 60 Stück im Betriebe, und zwar in 17 Fabriken Frankreichs, in 2 belgifchen, I baierifchen, 3 preuſsifchen, 3 öfterreichifchen, I italienifchen und I ruffifchen Papierfabrik.
Die deutfchen Fabriken find: Friedrich in Eifenberg, die Eichberger Papierfabrik in Schlefien, C. A. Lutterkorth in Tilfit, H. A. Schöller Söhne in Düren. Die öfterreichifchen Fabriken, welche bereits mit folchen Holländern verfehen find, find: Die Papierfabrik an der Andritz bei Graz und die Papierfabrik in Freiheit, Böhmen. Annähernd ift der Preis der mechanifchen Theile für eine Mühle von 120 bis 160 Pfund Papierftoff- Inhalt 4200 Francs; der Preis des complet adjuftirten gufseifernen Troges 900 Francs. Die mechanifchen Theile einer Mühle mit 200 bis 240 Pfund Stoffinhalt koften circa 4500 Francs, der Trog circa 1000 Francs.
Der Preis einer Wafchtrommel ift 500 Francs.
Papiermafchinen. Von diefen find zwei Stück und ein Modell vor
handen gewefen.
Die Papiermafchine von Efcher Wyfs& Comp. in Zürich ift für die München- Dachauer Actien- Papierfabrik beftimmt und für die Maffenproduction von Zeitungspapier eingerichtet, obzwar auch alle anderen Papierforten darauf gearbeitet werden können. Die gröfste Arbeitsbreite beträgt 1880 Millimeter für unbefchnittenes oder 1850 bis 1860 Millimeter für befchnittenes Papier. Die Mafchine ift bis auf Siebe, Filze und Riemen vollſtändig montirt, und, wie von diefer weltbekannten Firma vorauszufetzen, vorzüglich, folid und zweckmässig gebaut. Sie befitzt einen Sandfang mittlerer Länge von dreikantigen eingefetzten Holzleiften zufammengefetzt, drei in einer Ebene liegende Knotenfänger mit eingefetzten Metallplatten, auf welche der Stoff durch eine feitliche kupferne Rinne zugeleitet wird. Die Länge des Siebes beträgt 12.600 Millimeter( die Sieblänge gewöhnlicher Mafchinen machen Efcher Wyfs& Comp. nur 11.700 Millimeter). Saugapparate waren drei Stück mit Meffingbefchlag vorhanden. Die erfte und zweite Preffe bieten die diefer Firma eigenthümliche Conftruction mit fehr kräftigen Zapfen, feitlich gefchloffenen Lagerftändern und felbftthätiger Schaberbewegung. Sämmtliche Prefswalzen, das heifst fowohl diejenigen der Nafspreffen als diejenigen der folgenden Satinirpreffen find von Hartgufs und in ihren Dimenfionen ganz gleich gehalten. Es hat diefs den grofsen Vortheil, dafs, falls im