Buchbinderei, Cartonnagen und Mafchinen für Buchbinder.
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mittelft Preffe und aus freier Hand etc. etc. Einer Unzahl kleiner Handleiftungen, welche das fchwierige Gefchäft der Buchbinderei erfordert, will ich nicht erwähnen, denn wo von der Firma Mame die Rede ift, verfteht fich deren treffliche Ausführung von felbft; find ja doch alle Arbeiter mit den aufserlefenften Werkzeugen verfehen und vertraut mit dem Gebrauche vorzüglich conftruirter Mafchinen, nebftbei find fie überaus tüchtig und daher leicht im Stande, jede beftellte Arbeit möglichft fchnell und doch tadellos zu leiften.
Mame liefert Bände in der befcheidenen Hülle von Schafleder, ebenfo gediegen und nett gearbeitet, wie folche in fo gefchmackvoller als reicher Gewandung von Chagrin, Sammt, Maroquin, Elfenbein u. f. w., mit den feinften Cifelirungen in koftbaren Metallen gefchmückt. Reiche Einbände feinfter Art werden nach von M. Giacomelli eigens für diefen Zweck gezeichneten Muftern angefertigt. Die Grofsartigkeit des Etabliffements Mame's zu bezeichnen, genügt die Angabe, dafs aus deffen Buchbinderei täglich 2000 fertige Bände hervorgehen. Mame's Leiftungen wurden bisher auf allen Ausftellungen mit den erften Preifen ausgezeichnet.
P. M. Lortic in Paris hat Luxus- und Prachtbände in reichfter Auswahl geliefert. Seine Bände, meift in polirten Maroquin de Levante gebunden, mit färbigen Ledermofaiken und reichen Handvergoldungen gefchmückt, find von ausgezeichneter Schönheit. Seine Arbeiten zählen unftreitig zu den mühfamften diefer Art, doch laffen diefelben nicht felten die nöthige Reinheit vermiffen, befonders die Vergoldungen erfchienen bei einigen Bänden, fogar in geraden Linien unrein. Lortic zählt fich wohl zu den Erften feines Faches und wähnt Alles, was nicht von ihm ausgeftellt fei, nicht der Beachtung werth, doch dürfte das wohl ein etwas eitler Wahn fein, denn er hat noch manche Schwierigkeiten zu überwinden, bis er zu dem Ziele kommt, welches Mame in feinen Prachtbänden längst erreicht hat. Wenn man Prachtbände von Mame und Lortic eingehend verglich, zeigte fich klar, dafs Letzteren doch die subtile Feinheit der Arbeit fehlt, fowohl in der Bindart des Buches, als in Bearbeitung des Leders und der Correctheit der Handvergoldungen.
Die Gefchäftsbücher von Ducroquet V.& fils in Paris excelliren durch fehr fchöne Raftrirung und Leichtigkeit der Auflegung, er verwendet zur Fabrication des Buchrückens Kautfchuk, ftatt Leim, eine Verbefferung, welche fein Vorgänger Robert im Jahre 1843 erfonnen hat. Ducroquet hält aber für nöthig, trotz der Anwendung von Kautfchuk noch extra zu heften, was früher bei den fogenannten„ Kautfchukrücken ohne Naht" nicht gebräuchlich war.
Toiray- Maurin G. C. in Paris hat gleichfalls vortrefflich gebundene Gefchäftsbücher ausgeftellt. Dauerhaftigkeit und Solidität, Ermöglichung des flachen Auflegens der dickleibigften Bücher find die Cardinaltugenden feiner Arbeiten und fcheinen das Hauptziel feines Gefchäftsftrebens zu fein.
Gefchäftsbücher müffen ebenfo einfach als zweckentfprechend gebunden fein und Toiray hat diefe Aufgabe höchft ehrenvoll gelöft.
Im Allgemeinen ift Frankreich bezüglich der Fabrication von Gefchäftsbüchern nicht minder ehrenvoll zu erwähnen wie z. B. Wien, doch den Standpunkt, den England in diefem Fachzweige einzunehmen berechtigt ift, haben wohl beide noch nicht erreicht.
W. Marx in Paris, hauptfächlich Fabrikant von Photographie- Albums, hat auch Leder- Galanteriewaaren ausgeftellt, die in den Berichten der Gruppe X gehören. Was deffen Albums betrifft, deren Fabrication zur Buchbinderei gehört, hat Marx jedenfalls Gediegenes exponirt. Die Albumblocks find dauerhaft gearbeitet und die einzelnen Blätter mittelft Ledereinfätzen zweckmässig verbunden. Die Decken, theils in Maroquin mit Mofaik und Vergoldungen gebunden, gröfstentheils aber mit Bronce-, Silber- oder Emailbefchlägen verfehen, find fo gefchmackvoll in der Zeichnung, wie correct in der Ausführung. Man kann