Buchbinderei, Cartonnagen und Maſchinen für Buchbinder.
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Wahrheit gemäfs anzuführen, dafs auch in diefem Fache Posner das Gediegenfte leiftet und allen gerechten Anforderungen glänzend entſpricht.
Sein Atelier hat in jeder Branche ganz vortrefflich gefchulte Arbeiter, darunter folche die fchon 20 und mehr Jahre bei ihm befchäftigt find.
Posner errang, wie bei allen bisherigen Ausftellungen, fo auch bei der Wiener Weltausftellung erfte Preife und zwar zwei Fortfchrittsmedaillen, was diefer fo verdienftvolle als ftrebfame und intelligente Gefchäftsmann wohl verdient.
Sigmund Beer in Peft exponirte ebenfalls Gefchäftsbücher und verdient auch alles Lob. Sie find folid und dauerhaft gebunden, fehr gut raftrirt und auch die Decken, meift en relief mit Ledermofaik und Handvergoldung, empfehlen fich als tüchtige und preiswürdige Arbeiten.
Jofef Geller in Peft hat fowohl einfache Bücher, als Prachtbände aus geftellt, welche nicht nur die Kunden zu befriedigen vermögen, fondern auch des Fachkenners vollen Beifall verdienen. Seine einfachen Bücher, fogenannte Halbleder- Bände find tadellos zweckmäfsig gearbeitet. Zwei Miffale in rothem Chagrinleder, das eine mit Prefs-, das andere mit Handvergoldung, find wohl nicht als Kunftproducte zu bezeichnen, doch folid und fchön gearbeitet geben fie Zeugnifs von dem Walten einer Meifterhand. Befonders hervorzuheben ist eine Decke„ ,, für eine Conceffionsurkunde beftimmt"; fie ift in Schweinsleder gearbeitet, hat blinde Verzierungen und ein fehr nett entworfenes Mittelftück in Bronce und Email. Bewundernswerth ift die fehr correct ausgeführte Blindverzierung, weil felbe keineswegs mit Mafchine geprefst, fondern mittelft eines kleinen Handftempels erzeugt wurde; eine fehr mühevolle Arbeit, die auch nur eine Meifterhand leiften kann.
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Geller ift ein ausgezeichneter Arbeiter, der in feinem Fache Vorzügliches leiftet, Routine und Gefchmack mit tüchtiger Gefchäftskenntnifs vereint, hat er fich in Ungarn einen Namen guten Klanges erworben.
Deutfchland war, feiner Leiftungsfähigkeit entfprechend, gut vertreten, es erfreut fich ja auch hinsichtlich billig gelieferter Einbände eines vortheilhaften Rufes. Die dort ausgeftatteten Bücher meift in Leinwand gebunden, mit en relief Preffung und Prefsvergoldungen, oder einfach glatten Decken mit Goldverzierungen und marmorirten Schnitten find auf den Büchermärkten der ganzen civilifirten Welt heimifch. Leipzig allein befitzt zahlreiche Buchbindereien, einige derfelben fogar mit Dampfbetrieb, die faft ausfchliefslich nur billige Einbände liefern. Deutfchland erfchien auf der Wiener Weltausftellung durch 16 Exponenten ver treten, deren bedeutendfte wir eingehender befprechen wollen.
J. C. König& Ebhard in Hannover, eine für die Fabrikation von Gefchäftsbüchern fehr bedeutende Firma, leiften ebenfo Gediegenes als Preiswürdiges. Ihre Bücher finden weithin in Holland, Portugal, Griechenland, ja fogar in Südamerika dankbare Käufer. Das zur Arbeit verwendete, ausgezeichnete Material begründete den ehrenvollen Ruf diefer Firma, die verdienter Weife mit der Fortfchrittsmedaille ausgezeichnet wurde.
J. F. Knipp in Offenbach brachte die Fabrikation von PhotographieAlbums in Deutfchland zur hohen Blüthe. Die von ihm ausgeftellten Bücher find mit Rücksicht auf gediegene Arbeit und guten Gefchmack den bereits rühmlich erwähnten Leiftungen E. Becher's, unferes Wiener Gefchäftscollegen, würdig zur Seite zu ftellen. Knipp befleifst fich, nur die gefchmackvollften, ftilgerechteften Zierrathen für feine Arbeiten zu wählen. Seine en gros Preife find mäfsig. Seine Prachteinbände find durchgehends nach Entwürfen renommirter deutfcher Architekten ausgeführt und die Structur des gebundenen Buches, wie deffen äussere Ausftattung, in verfchiedenen feinen Metallen ausgeführt, ftehen im harmonifchen Einklange und entſprechen den ftrengften Anforderungen der Fachkenner. Er exponirte auch ziemlich gelungene Ledergalanterie- Arbeit, deren Erwähnung der