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Buchdruck : (Gruppe XII, Section 1) ; Bericht / von Ludwig Lott
Entstehung
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Buchdruck.

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Der Specialkatalog der Schweiz, von J. W eftfehling in Winterthur gedruckt, zeichnete fich durch gleichmässigen Satz und Druck vortheilhaft vor anderen Katalogen aus. Wenn die Druckerei durch diefe Arbeit gezeigt hat, dafs fie etwas Tüchtiges leiften kann, fo gebührt der fchweizerifchen Ausstellungs­Commiffion auch ein Antheil an dem Verdienfte, denn nur durch ihre unermüd­liche Thätigkeit und exacte Arbeit wurde die Druckerei in den Stand gefetzt, auch das Ihrige zu der fchönen Ausftattung beizutragen.

Italien. Wir haben hier vor Allem das wüfte Durcheinander zu rügen, wodurch fich diefe Ausstellung vor den anderen hervorgethan hat. Alles lag kunter­bunt in Haufen und verleidete damit ordentlich das genaue Befehen der Gegenstände. Wenn auch unfere Erwartungen nicht gerade hoch gefpannt waren, müffen wir dennoch geftehen, dafs, mit wenigen Ausnahmen, diefe unfere Erwartungen kaum erfüllt wurden. Mag fein, dafs auch die Unordnung, die dort herrfchte, uns hinderte, Befferes zu Geficht zu bekommen. Civelli in Mailand hat anerken­nenswerthe Sachen ausgeftellt, unter welchen die Ghirlanda di Margarita" in Farbendruck und Dante's Göttliche Komödie" fich befonders auszeichneten. Vincenzo Bona in Turin zeigte durch feine ausgeftellten Werke, dafs er zu den rührigen Buchdruckern Italiens zähle. Die Buchdruckerei des Militär­Strafhaufes in Savona hatte ein Album ausgeftellt, das an Gefchmacklofig­keit feines Gleichen fucht. Wir konnten nicht erfahren, ob in diefer Druckerei nur Militärfträflinge arbeiten oder ob auch Nichtfträflinge dort befchäftigt feien. Die Einfaffungen diefes Albums waren nämlich derart gedruckt, dafs das eine Stück der Einfaffung eine blafsgrüne, das andere eine blafsrofa u. f. f. Farbe zeigte. Uns wunderte nur die Geduld, die auf diefe Arbeit verwendet worden ift, und wir zogen daraus den unmafsgeblichen Schlufs, dafs das Album nur durch Sträflinge hergeftellt fein könne.

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Ein von der königlichen Buchdruckerei in Mailand( wenn wir nicht irren, eine ehemalige k. k. öfterreichiſche Staatsdruckerei) ausgeftelltes Formularbuch für Buchdrucker hob fich vortheilhaft aus den Maffen hervor. Die darin enthaltenen mathematifchen und Tabellenfätze gaben Zeugnifs, dafs der betreffende Setzer feiner Aufgabe gewachfen war. Alles Lob verdient auch der Drucker für den Farbendruck der Actien.

Schweden und Norwegen war durch die Firma Norstedt& Söhne in Stockholm recht anftändig vertreten. Aufser 531 xylographifchen Abdrücken hatten fie noch Tegner's Frithjofsfage" und Herder's" Cid", beide mit Holz­fchnitten illuftrirt, ausgeftellt, die alles Lobes würdig find. Die im fchwediſchen Schulhaufe ausgelegten Schulbücher waren Beweife, dafs die Firma Norftedt& Söhne auch diefen billigen Druckwerken alle Sorgfalt angedeihen läfst. Die ebenfalls im Schulhaufe ausgeftellten Liederbücher, gedruckt bei Elde& Comp. in Stockholm, und die Blindendrucke gehörten mit zu den fehenswerthen Zeug­niffen, dafs auch im hohen Norden Guttenberg's Kunft eine getreue Pflegſtätte gefunden hat.

Dänemark hatte mehr in Lichtdruck als im eigentlichen Buchdruck geliefert. Hervorzuheben find die von Luno Bianco in Kopenhagen aus­geftellten Bücher, deren Satz und Druck gut ausgeführt waren. Profeffor Wal­demar Schmidt hatte Bücher mit Keilfchrift und Hieroglyphen ausgeftellt, die von F. H. Schultz in Kopenhagen fauber und rein gedruckt waren.

Belgien hatte viel und mitunter recht Gutes ausgeftellt. Bruylant, Chriftophe& Comp. hatten neben einer reichen Auswahl von gewöhnlichen Werken auch einige Prachtwerke, und zwar in verfchiedenen Druckmanieren vorgelegt. Der Druck diefer Werke und der Holzfchnitte war ein guter.-