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J. F. Radinger.
Ob die Abnützung der Ringe aber nicht ungleichförmig ausfällt, indem die Hinterborten wie eine verfteifende Rippe den Ring vor dem Aufgehen wahrt, während der weichere gegen die Mitte zu befindliche Theil dem Drucke nachgibt, wodurch der Ring kippt und fich erft recht verfchlägt, lässt sich von vorneherein nicht entfcheiden.
Derham fertigt folche Kolben feit vier Jahren an und behauptet die Zufriedenheit der Benützer für fich zu haben.
Die Kolbenftange mafs vorne 70 Millimeter und ging rückwärts in halber Dicke durch eine Stopfbüchfe, um bei einer Aufftellung andernorts eine Luftpumpe anzutreiben. Diefe mufs dann gefondert auf einem Fundamente ftehen, indem das Bett der Mafchine nur bis unter den Cylinder reichte.
Die Geradführung fand mit zwei Gleitbacken von je 120 Millimeter Breite und 290 Millmeter Länge( 14 Atmoſphäre Auflagdruck) zwifchen zwei Paaren gefondert aufgefchraubter gufseiferner fifchbauchförmig verrippten Führungen ftatt, welche mit Zwifchenftück en auseinandergehalten waren.
Kreuzkopf und Kurbelzapfen waren faft gleich grofs, indem die Durchmeffer 75 und 80 und die Längen 115 und 120 Millimeter betrugen, wodurch 70 und 65 Atmoſphären Schalendruck und auf letzteren o 70 Kilogramm Meter fpecififche Abnützarbeit entftanden. Letzterer Zapfen ftack in einer Kurbelfcheibe, welche rückwärts mit Holz ausgekleidet und mit Blech verfchalt eine ebene Fläche zeigte.
Das Kurbellager mafs 200 Durchmeffer und 300 Millmeter Länge. Es war zwifchen ans Bett gegoffene Nafen mit zwei Schrauben im Ganzen gehalten; die Schalen waren einfach ſchief gefchnitten und der gleichfalls nur mit zwei Schrauben verficherte Deckel nicht übergreifend. Hier ftellten fich 10 5 Atmo. fphären Druck zwifchen Schale und Welle ein, und letztere erzeugt 0 29 Kilogramm Meter fpecififche Abnützarbeit.
Unmittelbar hinter dem Lager trug die Welle die beiden Steuerexcenter, deren hochkantige Stangen mit den Ringen zufammengefchweifst waren. Dicht an den Excentern ftand dann über der Welle reitend ein fchmaler Ständer für den Porter- Regulator, der auf die Dampfdroffel wirkt; diefer war durch eine hoch im Ständer gelagerte Zwifchenwelle getrieben, welche die Bewegung von der Hauptwelle mit einem Stirnrad- Paar( Räder 1: 6 ins Schnelle) empting und mit Kegelrädern die Spindel trieb.
Diefer Ständer wankte trotz vielfachen Nachhelfens ganz bedeutend, was bei deffen geringer Breite, grofsen Höhe und den rafch umlaufenden vielleicht nicht centrirten Maffen gar nichts zu wundern gab.
Nach dem Ständer refpective dem Antriebsrad für den Regulator fafs wieder unmittelbar das Schwungrad auf der Welle. Diefes hatte 3.70 Meter Durchmeffer und 230 und 180 Millimeter Kranzquerfchnitt. Es war zweitheilig mit aufgezogenen Ringen und Schrauben in der Nabe und mit Einlagkeilen aufsen verbunden. Neben demfelben befand fich eine Riemenfcheibe, deren Durchmeffer circa 2 des Hauptrades befafs, und welche mit einem 300 Millimeter breiten Riemen die Arbeit übertrug. Derart lagen die ganzen von der Welle getragenen Antriebstheile dicht aneinand und das Zukommen zu den einzelnen war ungemein erfchwert. Hinter der Scheibe fetzte fich die Welle auf 160 Millimeter Durchmeffer ab, blieb ungefähr 15 Centimeter blos und fand dann ihr Hinterlager, welches genau dem Kurbellager mit dem fchiefen Dekel etc. glich.
Das Dampfeinftröm- und das Regulatorventil waren nicht an der Mafchine fondern circa einen Meter davon entfernt in die Dampfleitung eingefchalten. Diefe enthielt dort einen Gufskaften, welcher von ferne einer kurzen Bank oder einem Stuhle glich und die beiden Ventile in feinem Innern barg. Der wahrfcheinliche Zweck diefer Anordnung ift wohl das Näherrücken des Anlafsventiles zum Einfpritzhahn des künftig hinkommenden Condenſators.