Lufton Proctor& Comp. in Lincoln.
4.7
Rufton Proctor& Comp. in Lincoln.
Die von diefer Firma ausgeftellte Dampfmaſchine war eine im Allgemeinen liegende Normal conftruction in glänzender Ausführung.
Die unten durchgehende Bettplatte war felbft an den Seitenwänden gehobelt, während auf die obere Fläche noch aufserdem eine forgfältige Schabung verfchwendet war. Der mit Dampfhemd verfehene Cylinder trug einen Schieberkaften angegoffen, der eine Meyer- Steuerung( ohne Index) enthielt. Das Vertheilexcenter war verftellbar, um den Gang nach vor- und rückwärts zu geftatten, und der Schieberkaften fafs etwas tiefer als die Cylindermitte, wodurch das Condenfationswaffer vom abziehenden Dampfe mitgenommen wird.
Die Führung zwifchen den Aufsenlinealen gefchah mit zwei nicht nach ftellbaren aber mit Bronce- Einlagen verfehenen Gleitbacken. Der vordere Schubftangen- Kopf erfchien etwas zu lang, als ob er Platz auch für einen vorderen Gegenkeil( Bügelzange) laffen follte, welcher jedoch an der Ausftellungsmafchine nicht zur Verwendung kam.
Die gebogene Kurbelachfe lag in drei Lagern, deren zwei auf das Mafchinenbett aufgefchraubt waren. Das Kurbellager nahm drei Schalen auf, deren untere mit einem durchlaufenden Keil zu heben war, während das Aufsenlager aus zwei vertical gefchnittenen, aber fich gegenfeitig übergreifenden Schalen bestand, deren äufsere allein mit einem Keil nachftellbar war.
Der Regulatorantrieb gefchah von der Welle aus ins Langfame mit dem beiläufigen Verhältnifs von 3: 2. Der Regulator felbft hatte gekreuzte Arme, wurde durch eine auf die Manchette geftützte Belaftungsfeder niedergedrückt und wirkte auf die Droffelklappe oder einen Droffelfchieber im Einftrömrohr. Die ganze Conftruction war einfach aber forgfältig ausgeführt und erinnerte an eine auf fefte Platte gebrachte Locomobilmafchine.
Drotherhood& Hardingham.
Die Dreicylinder Mafchine diefer Firma bildete einen der bemerkenswertheiten Gegenftände der ganzen Ausstellung.
Drei unter gleichen Winkeln einander zugeneigte und in Einem gegoffene Dampfcylinder enthielten je einen breiten rohrförmigen Kolben, den zwei Einlagringe dichteten. Den gemeinfamen Durchschnittspunkt der drei Cylinder achfen und fenkrecht auf deren Ebene traf aber noch die Achfe einer Schwungrad- Welle, welche in jenem gemeinfamen Dampfraum, in den alle drei Cylinder offen mündeten, eine Kurbelfcheibe mit einem langen Kurbelzapfen trug. Von diefem reichten drei gleichlange broncene Taucherftangen in je einen der Kolben, an deren Böden fie mit Augen- und Stahlbolzen angehangen waren. Vorne beim Kurbelzapfen griff jede Stange centrifch ihrer Längsachfe an, was bei den äufserften Stangen ein weit gegabeltes Endftück verlangte.
Diefe Stangenenden bildeten nur einfache Augen ohne Ausbüchfung und ohne jede Nachftellvorrichtung.
Der hochgefpannte Dampf ftrömte nun frei und conftant in jenen Innenraum, welcher die Kurbel und ihre Stangen aufnahm; er drückte also ftetig und gleichmäfsig auf alle drei Kolben und fuchte denjenigen zur Bewegung zu bringen, auf deffen Hinterfeite ein geringerer Druck als fein eigener traf.
Nun ftellte eine Steuerung die Verbindung des Hinterraumes jedes Kolben mit dem gemeinfamen Innen Dampfraum dann her, wenn der Kolben dem Zwange der Kurbelbewegung folgen und gegen einwärts kommen musste, liefs aber von dort den Dampf ins Freie entſtrömen, wenn die Bewegungsumkehr platzgriff.
Im erften Falle wird die Kurbel ihren Kolben mit einem geringen Widerftand( wegen Druckdepreffion und Umfangsreibung) ziehend mitnehmen, während
4