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Die Motoren : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger, Prof. der k.k. techn. Hochschule in Wien
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J. F. Radinger.

25 und 22 in Verwendung.) Das Zuleitungs- Dampfrohr befafs aber nur 102

Millimeter Weite oder 9 der Cylinderfläche. Nach

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C. v. gibt fich das mafsgebende Verhältnifs für das Zuftrömrohr mit 1/3 als ein auch bei hohen Füllungen, der Kolbengefchwindigkeit noch ziemlich entſprechender Werth, während es in Paris 17 und entfchieden zu klein war.

Die Dampfvertheilung war faft ta­dellos. Ich nahm( am 15. September 1873) eine Reihe von Diagrammen dei­fer Mafchine auf, wobei ich unter An­derem den Regulator mit der Hand( für einzelne Hube) mehr und mehr nieder drücken liefs, um die Geftaltungen der Admiffion bei verfchiedenen Füllungen mit übereinander gefchriebenen D.a. grammen kennen zu lernen. Die Ma­fchine der Ausftellung betrieb nämlich für gewöhnlich die ihr angehangene Transmiffion mit 50 Füllung und derart war diefe doch bis auf 40 zu bringen.

Von den 2:25 Atmoſphären, welche das Manometer derDampfleitung anzeigte, kamen dabei circa 2'20 Atmoſphären Ueberdruck in den Cylinder. Das ufiteigen der Drucklinie erfolgte wohl nicht abfolat fenkrecht, aber doch mit nur geringer Abweichung. Der kleine, hieher ftammende Arbeitsverluft erklärt fich aus dem Einfluffe der durch die hohe Expanfion und der Rückgangszeit herrührenden Ab­kühlung der innerften Materialfchichte des Cylinders und würde vielleicht noch gröfser fichtbar werden, wenn nicht die denkbar ausgiebigfte Heitzung derfelben platzgriffe. Diefe findet nämlich durch den gefammten das Dampfhemd durch­ftrömenden frifchen Arbeitsdampf der Mafchine ftatt, deffen Wärmeabgabe der Admiffionsfpannung mit zu Gute kommt.

Die Expanfionslinie ift merklich höher als es dem( die höchften Dampf­curven gebenden) Mariotte'fchen Gefetze mit Rückficht auf die fchädlichen Räume entfpricht. Diefes mag gleichfalls wieder aufser der Nachverdampfung des mitge riffenen Waffers von der Heizung des Cylinders herrühren, denn dafs ein Nach­ftrömen durch undicht gewordene Ventile ftattgefunden hätte, habe ich Grund za verneinen. Bei der Abrüftung der Mafchine nach Schlufs der Ausstellung befah ich nämlich die Ventile und fand ihre Schlufsflächen völlig gleichmäfsig glänzend, was beredt für ihren dichten Abfchlufs fprach.

Diefes leichte Abweichen vom fenkrechten Anftieg der Admiffionslinie findet man übrigens auch an den andererorts aufgenommenen Diagrammen von Sulzer- und überhaupt anderer hoch expandirender ähnlicher Maſchinen, und es ift mit eine Urfache des weichen Ganges derfelben, indem der Druck nicht plötz­lich ins Geftänge tritt. Es befchränkt aber auch die zuläffige Kolbengefchwindig­keit, was übrigens erft in weiter Ferne fteht und durch Verwendung der Compreffion fofort zu beheben wäre. Eine ausgiebige Compreffion kommt aber auch in andern­orts ftehenden Sulzer- Mafchinen vor, wodurch diefer hier als Arbeitsverluft allein betrachtete kleine Mifsftand gänzlich entfällt, den ich nur darum etwas ausführli­cher befprach, um zu zeigen, wie diefe, eine der beften bis heute gebauter Mafchi­nen doch noch nicht das denkbar Vollkommene ihrer Art bietet.

Dafs die Ausftrömlinie faft horizontal erfcheint, ift bei den kleinen Füllun­gen der AusfteHungsmafchine nicht zu wundern. Bei den höheren Endfpannungen gröfserer Füllungen zieht fie fich etwas fchleichend herunter, was wohl überall und bei allen anderen Mafchinen vorkommt und von den in der Regel etwas engen Hinleitungen zu einer fernen, felbftwirkenden Einspritzung herrührt Uebrigens waren im Ausftrömrohre mehrere Ecken und ein Dreiweg- Wechfel zu